Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Noch ist kein Ende in Sicht: Alleine für den Monat Juni haben St. Galler Betriebe wieder Kurzarbeit für mehr als 100 000 Mitarbeiter angesucht. (Symbolfoto: Shutterstock)
Coronavirus
Region|09.06.2020 (Aktualisiert am 09.06.20 09:32)

St. Galler Betriebe beantragen Kurzarbeit für 103 000 Mitarbeiter

GALLEN - Die Coronapandemie wirkt sich weiterhin massiv auf den Arbeitsmarkt aus. Wie die St. Galler Staatskanzlei am Dienstag mitteilte, hat die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 200 zugenommen. Verglichen mit dem Vorjahr seien es somit mehr als 3000 zusätzliche Fälle. Des Weiteren hätten rund 9200 Betriebe im Kanton für den Monat Juni Kurzarbeit für etwa 103 000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.

Noch ist kein Ende in Sicht: Alleine für den Monat Juni haben St. Galler Betriebe wieder Kurzarbeit für mehr als 100 000 Mitarbeiter angesucht. (Symbolfoto: Shutterstock)

GALLEN - Die Coronapandemie wirkt sich weiterhin massiv auf den Arbeitsmarkt aus. Wie die St. Galler Staatskanzlei am Dienstag mitteilte, hat die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 200 zugenommen. Verglichen mit dem Vorjahr seien es somit mehr als 3000 zusätzliche Fälle. Des Weiteren hätten rund 9200 Betriebe im Kanton für den Monat Juni Kurzarbeit für etwa 103 000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.

Ende Mai waren im Kanton über 12 800 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat seien es 200 respektive 1,5 Prozent mehr. Der Anstieg bremste damit zwar, dies aber in einer Jahreszeit, in der die Zahl der Stellensuchenden üblicherweise sinke. Aussagekräftiger sei der Vergleich mit dem Vorjahr. Ihm gegenüber sei die Zahl der Stellensuchenden um rund 3400 höher, was einer Zunahme von über einem Drittel entspricht. Ebenfalls in dieser Grössenordnung liegt gemäss Aussendung die Zunahme im Kanton Thurgau.

Jüngere Personen überdurchschnittlich von Anstieg betroffen

Im Vergleich mit den anderen Altersgruppen seien die jüngeren Stellensuchenden noch vor kurzem vergleichsweise weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen gewesen. Mittlerweile hätten sich die Werte aber angenähert. Die Arbeitslosenquote betragen laut Mitteilung aktuell 4,4 Prozent für die 15-24-Jährigen, 4,8 Prozent für die 25-49-Jährigen und 4,7 Prozent für die 50-Jährigen und Älteren. Grund für diese Angleichung sei eine überdurchschnittliche Zunahme der 15-24-jährigen Stellensuchenden (+ 68 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.

Unter den Industriebranchen sei der Anstieg bei den jungen Arbeitssuchenden im Maschinenbau ausgeprägt. Dasselbe gelte bei den Dienstleistungen für den Bereich Verkehr und Transport sowie für das Gastgewerbe. Weniger ausgeprägt sei die Zunahme im Baugewerbe und im Detailhandel.

Zunahme in den Wahlkreisen zwischen 25 und gut 50 Prozent

Unter den Wahlkreisen ist die Zunahme der Zahl der Stellensuchenden im Jahresvergleich am stärksten im Sarganserland mit 53 Prozent. Nahe bei 40 Prozent liegen gemäss Staatskanzlei das Rheintal sowie die Wahlkreise See-Gaster und Rorschach. Beim kantonalen Mittel von 36 Prozent befinde sich das Werdenberg. Darunter lägen die Wahlkreise St. Gallen und Wil und das Toggenburg.

Industrie stärker betroffen als Dienstleistungen

In der Produktion und im verarbeitenden Gewerbe betrage die Zunahme der Zahl der Stellensuchenden im Vergleich zum Vorjahr rund 40 Prozent, bei den Dienstleistungen knapp 35 Prozent. Zwischen den einzelnen Branchen zeigten sich jedoch grosse Unterschiede. So wiesen der Maschinenbau und das Baugewerbe, aber auch der Bereich Elektrotechnik, Elektronik, Optik überdurchschnittliche Anstiege aus, während dieser im Fahrzeugbau unter dem Mittel liege. Unter den Dienstleistungsbranchen sei das Gastgewerbe mit einem Anstieg von rund 60 Prozent besonders betroffen. Ungefähr im Mittel des Sektors liegt laut Mitteilung der Detailhandel, darunter der Grosshandel und die Finanzdienstleistungen.

Über ein Drittel der Beschäftigten zur Kurzarbeit angemeldet

Die Massnahmen gegen die Coronapandemie haben in den vergangenen Monaten zu einem zuvor nie beobachteten Anstieg der Voranmeldungen zur Kurzarbeit geführt. Für den Monat Juni habe das Amt für Wirtschaft und Arbeit bei knapp 9200 Betrieben und für etwas mehr als 103 000 Mitarbeiter Kurzarbeit bewilligt. Zum Vergleich: Vor Jahresfrist betrug die Zahl der meldenden Betriebe 15 mit weniger als 1000 Mitarbeitern.

Die Voranmeldungen betreffen schätzungsweise etwas über ein Drittel der Beschäftigten im Kanton St. Gallen. Der produzierende Sektor sei mit über 40 Prozent stärker betroffen als die Dienstleistungen mit 33 Prozent. Unter den Industriebranchen sei etwa der Bereich Elektrotechnik, Elektronik, Optik mit fast 60 Prozent der Beschäftigten stark vertreten. In der Textilindustrie sei der Anteil fast gleich hoch und im Bereich «Möbel und Reparatur von Maschinen» sind es gemäss Staatskanzlei mehr als die Hälfte. Unter den Dienstleistungsbranchen wiesen die Automobilbranche, der Grosshandel, Gastgewerbe und Hotellerie, die freiberuflichen Dienstleistungen sowie der Bereich Kunst, Sport und Unterhaltung Voranmeldequoten von knapp 60 Prozent und mehr auf. Viel geringer sei der Prozentsatz im Detailhandel, bei den Finanzdienstleistungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Aus den Voranmeldungen zur Kurzarbeit liessen sich nur teilweise Rückschlüsse auf die Höhe der ausbezahlten Kurzarbeitsentschädigung ziehen. Diese Information sei erst mit einigen Monaten Verzögerung verfügbar, wenn die Abrechnungen vorliegen.

Plus-Artikel

Lies unsere digitalen Premiuminhalte

Sie erwarten 15 Absätze und 694 Worte in diesem Plus-Artikel.
(red / pd)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Politik
Liechtenstein|08.06.2020 (Aktualisiert am 08.06.20 15:25)
Systematische Tests in Schulen kosten 60 000 Franken pro Woche
Volksblatt Werbung