Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Eine Genfer Privatbank wirbt für ein Steuerexil: Die Rohnestadt von oben (Archivbild).
Wirtschaft
Schweiz|11.11.2019

Genfer Privatbank bewirbt Steuerexil von Schweizern in Italien

GENF - Italien will sich als Gastland für Betuchte profilieren, die sich als Steueropfer insbesondere in der Schweiz fühlen. Auf diesen Zug aufgesprungen ist die Genfer Intesa Sanpaolo Private Bank (Suisse) Morval, eine Tochter der italienischen Intesa Sanpaolo.

Eine Genfer Privatbank wirbt für ein Steuerexil: Die Rohnestadt von oben (Archivbild).

GENF - Italien will sich als Gastland für Betuchte profilieren, die sich als Steueropfer insbesondere in der Schweiz fühlen. Auf diesen Zug aufgesprungen ist die Genfer Intesa Sanpaolo Private Bank (Suisse) Morval, eine Tochter der italienischen Intesa Sanpaolo.

Das Institut hofft, durch diesen Schritt neue Kunden für ihre Vermögensverwaltung gewinnen zu können.

Anfang Oktober organisierte das Institut in Genf eine Veranstaltung mit 40 sorgfältig ausgewählten Gästen - darunter bestehende und potenzielle Kunden - in Anwesenheit von externen Steuerberatern und einem Vertreter der italienischen Steuerbehörden (Agenzia delle entrate). Das ganze lief unter der Schirmherrschaft der italienischen Botschaft in Bern.

Ziel dieses exklusiven Treffens war es, die Gäste über den Status "res non dom" (Steuerzahler ohne Wohnsitz) zu unterrichten. Mehrere europäische Länder kennen einen solchen Mechanismus. Am bekanntesten dafür ist Grossbritannien. Dabei entrichten die Begünstigten für einen begrenzten Zeitraum eine Abgeltungssteuer (Flat Tax), ohne dass sie sich in dem betreffenden Land physisch niederlassen müssen.

Italien bietet diese Lösung bereits seit drei Jahren reichen Ausländern an. Transalpine "res non dom" können somit für 15 Jahre von einer jährlichen Steuer von 100'000 Euro profitieren, die mit der vor einiger Zeit in Grossbritannien beschlossenen Steuer identisch ist.

"Wir haben festgestellt, dass viele 'res non dom' in England, die das Ende ihrer 15-jährigen Periode erreichen und ihre Interessen verlagern wollen, sich dieser Möglichkeit nicht bewusst sind", sagte Marco Longo, CEO der Intesa Sanpaolo Private Bank (Schweiz) Morval, gegenüber AWP.

Neukunden anlocken

Dieses Steuerbonbon will Italien nun bewerben und die Genfer Bank will dazu ihren Beitrag leisten, der aber nicht selbstlos ist. "Wir haben einen doppelten Vorteil. Einerseits kann unser Aktionär in Italien unsere Kunden an die richtigen Adressen weiterleiten. Andererseits kann die Schweizer Bank die Vermögenswerte der zukünftigen 'res non dom' verwalten", betont Herr Longo.

Die Unterstützung bestehender Kunden bei der Verlegung ihres Steuerdomizils nach Italien werde ihre Bindung an die Bank stärken. "Wir hoffen natürlich, dass uns das für Neukunden interessant macht, die uns ihr Vermögen zur Verwaltung anvertrauen würden", sagt der CEO der Bank weiter. Wachstumsziele dazu wollte er nicht nennen.

Das erste Feedback der Teilnehmer des Genfer Events ist vielversprechend. Nach Angaben des Managers der Bank äusserte ein Viertel von ihnen Interesse oder bat anschliessend um Informationen über den "res non dom"-Mechanismus in Italien.

Ende September verwaltete die Intesa Sanpaolo Private Bank (Schweiz) Morval Vermögen im Umfang von 5,5 Milliarden Franken. Das Institut erhielt seinen neuen Namen im Februar nach der Übernahme der Genfer Bank Morval, die bisher mehrheitlich im Besitz der Familie Zanon di Valgiurata aus Turin war. Sie ist auch in Lugano präsent.

(sda / awp)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Wirtschaft
Schweiz|gestern 15:56
SNB-Präsident: "Klimawandel ist ein wichtiges Problem"

BERN - Die Schweizerische Nationalbank SNB belässt den Leitzins bei -0,75 Prozent. "Der Entscheid war unbestritten", sagt SNB-Präsident Thomas Jordan im Interview. Es sei die richtige Politik für die momentanen Verhältnisse. Inwiefern der Klimawandel die SNB bei der Erfüllung ihres Mandats beeinflusst, steht bei der SNB laut Jordan zur Abklärung. Denn: "Der Klimawandel ist ein sehr wichtiges Problem", so Jordan.

Volksblatt Werbung