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Ein Basler Forscher hat eine unbekannte Gattung eines über 40 Millionen Jahre alten Raubtiers entdeckt. Die Zähne und Kieferfragmente werden bereits seit 100 Jahren in den Sammlungen des Naturhistorischen Museums Basel aufbewahrt. (Symbolbild)
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Schweiz|14.06.2019

Grösster europäischer Fleischfresser der Urzeit lebte in Egerkingen

BASEL/EGERKINGEN SO - Die Zähne und Kieferfragmente des Raubtieres liegen seit 100 Jahren im Naturhistorischen Museum Basel, doch erst jetzt steht fest: Die Überbleibsel stammen von einer unbekannten Gattung eines über 40 Millionen Jahre alten Raubtiers.

Ein Basler Forscher hat eine unbekannte Gattung eines über 40 Millionen Jahre alten Raubtiers entdeckt. Die Zähne und Kieferfragmente werden bereits seit 100 Jahren in den Sammlungen des Naturhistorischen Museums Basel aufbewahrt. (Symbolbild)

BASEL/EGERKINGEN SO - Die Zähne und Kieferfragmente des Raubtieres liegen seit 100 Jahren im Naturhistorischen Museum Basel, doch erst jetzt steht fest: Die Überbleibsel stammen von einer unbekannten Gattung eines über 40 Millionen Jahre alten Raubtiers.

In der Schweiz lebte vor rund 44 Millionen Jahren ein Raubtier, das grösser und schwerer war als alle bisher bekannten Fleischfresser dieser Zeit, wie das Naturhistorische Museum Basel am Freitag mitteilte.

Der grösste europäische Fleischfresser der Urzeit stammt aus Egerkingen SO. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurden die Fragmente ausgegraben und seither in den Sammlungen des Naturhistorischen Museums Basel aufbewahrt.

Der Paläontologe Bastien Mennecart vom Naturhistorischen Museum Basel untersuchte gemeinsam mit Floréal Solé vom Königlichen Belgischen Institut für Naturwissenschaften die Zähne und Kieferfragmente aus der Museumssammlung.

Eine der umfangreichsten Gruppen von fleischfressenden Säugtieren, die Europa vor 56 bis 23 Millionen Jahren bewohnte, waren die sogenannten Hyaenodonten, wie es in der Medienmitteilung heisst. Sie lebten in unterschiedlichsten Klimazonen und entwickelten daher je nach Lebensraum spezifische Körpermerkmale.

Trotz aller Abweichungen ging die Wissenschaft gemäss Museum bisher davon aus, dass die früheren europäischen Hyaenodonten eine maximale Körperlänge von rund 70 Zentimetern erreicht hatten. Exemplare, die über 20 Kilogramm wogen, waren nicht bekannt.

Jagd auf grosse Tiere

Die beiden Wissenschaftler wiesen nach eigenen Angaben nach, dass es eine Gattung von Hyaenodonten gab, die sogar 30 Kilogramm schwer und rund einen Meter lang werden konnten. Somit erreichten sie bis zu 50 Prozent mehr Körpermasse als bisher angenommen.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass Raubtiere mit einem Körpergewicht von unter 20 Kilogramm nur Beutetiere jagen, die kleiner sind als sie. Über 20 Kilogramm schwere Räuber hingegen machen auch Jagd auf Beutetiere, die grösser als sie sein können, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Der Stammbaum der Hyaenodonten wird nun eine neue, bisher noch nicht beschriebene Gattung erweitert. Diese trägt den Namen "Cartierodon egerkingensis". Die Bezeichnung setzt sich zusammen aus einer Würdigung des Sammlers Robert Cartier, dem griechischen Wort für Zahn (Odon) sowie dem Fundort Egerkingen.

(sda)

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