Marcel Koller konnte sich im gelbschwarzen Stade de Suisse gehaupten
Sport
Schweiz|23.09.2019

Dreikampf in der Super League - ein neues Gefühl

FUSSBALL - Wer immer in der Schweizer Fussballmeisterschaft der letzten Jahre die Spannung vermisst, sollte den Augenblick geniessen. Drei Mannschaften liegen, durch nur einen Punkt getrennt, an der Spitze.

Marcel Koller konnte sich im gelbschwarzen Stade de Suisse gehaupten

FUSSBALL - Wer immer in der Schweizer Fussballmeisterschaft der letzten Jahre die Spannung vermisst, sollte den Augenblick geniessen. Drei Mannschaften liegen, durch nur einen Punkt getrennt, an der Spitze.

Von den 36 Runden sind erst sieben gespielt. Von einer nachhaltigen Ausgeglichenheit an der Spitze wird man noch kaum sprechen dürfen. Und dennoch hat es eine derart kompakte Dreierspitze (Basel 16, Sion 16, YB 15 Punkte) nach sieben Runden seit der Einführung der Super League im Jahr 2003 nie gegeben. 2006, 2010 und 2012 waren die ersten drei Mannschaften durch zwei Punkte getrennt. Sion gehörte jedes Mal zu den drei Teams, Basel und YB je einmal. In fünf anderen Saisons - zuletzt vor einem Jahr - lag der Leader nach sieben Runden zwischen acht und elf Punkten vor dem Dritten.

Was spricht dafür, dass der jetzige Dreikampf bis zum Frühling anhalten und dass die Super League 2019/20 mit geringen Punktabständen entschieden werden könnte? Für alle drei Mannschaften lassen sich gute Argumente finden.

In Basel arbeitet man seit mehr als einem Jahr wieder in einer Ruhe, die auch durch eine kurze Unruhe im letzten Winter nicht gestört wurde. Das Kader ist zusammengewachsen, die Fortschritte der letzten zwölf Monate sind in jeder Hinsicht unverkennbar, ablesbar auch in den meisten Auftritten im Europacup. Im Kalenderjahr 2019 hat der FCB gleich viele Punkte geholt wie YB. Der grosse Rückstand auf YB in der letzten Saison war im Herbst zustande gekommen. Trainer Marcel Koller konnte die neue Saison mit einem wenig veränderten Kader beginnen.

Beim FC Sion gab es - nicht nur auf der Trainerbank - in den letzten Jahren zahlreiche, wenn nicht zahllose Wechsel. In diesem Sommer war die Fluktuation höchstens noch durchschnittlich. Sämtliche Leistungsträger wurden gehalten, und in der Person von Valon Behrami wurde ein möglicher Schlüsselspieler verpflichtet, ein potentieller Schirmherr über die Defensive. Kevin Fickentscher spürt wohl endgültig das Vertrauen. Er war schon letzte Saison der Stammgoalie. Dabei hatte er beide Saisons als Nummer 2 begonnen. Aber im ersten Spiel im Sommer 2018 schoss Anthony Maisonnial bei der Heimniederlage gegen Lugano einen kapitalen Bock, und im ersten Spiel der laufenden Saison, beim 1:4 gegen Basel, patzte Anton Mitrjuschkin gleich zweimal ganz übel. Maisonnial wie Mitrjuschkin spielten von der 2. Runde weg nicht mehr, und Fickentscher weiss jetzt, dass er die Nummer 1 ist.

Die Young Boys hatten, ganz anders als vor einem Jahr, einen schwierigen Sommer. Abgänge wichtiger Spieler wie Djibril Sow und Kevin Mbabu waren nicht augenblicklich zu kompensieren, und eine Reihe von Verletzungen weiterer wichtiger Spieler machten das Ganze komplizierter. Es spricht nur für die Young Boys, dass sie trotz der schweren Umstände mithalten. Die Zeit scheint für YB zu arbeiten. Und sie haben als einzige Mannschaft noch nicht verloren.

In der Qualität ihrer Trainer nehmen sich Basel, Sion und die Young Boys vermutlich nicht viel. Sowohl Gerardo Seoane als auch Stéphane Henchoz schlugen sofort ein, als sie in Luzern im Frühling 2018 respektive bei Neuchâtel Xamax im Frühling 2019 übernommen hatten. Bei den neuen Klubs auf einer höheren Stufe haben sie nicht nachgelassen. Marcel Koller, der Weitgereiste, könnte in drei verschiedenen Klubs Schweizer Meister werden. Mit St. Gallen 2000 und mit den Grasshoppers 2003 hat er es schon geschafft.

(sda)

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