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Marcel Koller und der FCB stehen in der Pflicht. Aber nicht nur der FC Basel
Sport
Schweiz|23.07.2019

Nur mit starken Teams kommt die Schweiz voran

FUSSBALL - Die Schwächephase des FC Basel der letzten beiden Jahre mag den nationalen Fussball belebt haben. Doch ein Dilemma bleibt: International ist die Schweiz auf einen starken FCB noch immer angewiesen.

Marcel Koller und der FCB stehen in der Pflicht. Aber nicht nur der FC Basel

FUSSBALL - Die Schwächephase des FC Basel der letzten beiden Jahre mag den nationalen Fussball belebt haben. Doch ein Dilemma bleibt: International ist die Schweiz auf einen starken FCB noch immer angewiesen.

Als die Young Boys am 28. April 2018 ihren ersten Meistertitel nach 32 Jahren feierten, freute sich fast die ganze Schweiz mit den Bernern. Bei vielen war die Freude allerdings weniger einer grossen Sympathie für YB geschuldet als einem Anti-FCB-Effekt. Nach acht Meisterschaften in Folge wurden die Basler endlich entthront. Doch so sehr die jahrelange Dominanz des FC Basel in der Super League für Langeweile und bei manchem Fussballfan zu einer Abwehrhaltung gegenüber dem Liga-Dominatoren führte, so wichtig war der FCB für den hiesigen Fussball auf europäischer Ebene.

Denn Basel ist seit Jahren wichtigster Punktelieferant in Sachen UEFA-Ranking - der Rangliste, die darüber bestimmt, wie viele Plätze eine Liga in Europacup-Wettbewerben erhält. Dabei berücksichtigt die UEFA das Abschneiden sämtlicher Klubs einer Liga in europäischen Wettbewerben der vergangenen fünf Jahre. Und genau hier beginnt das FCB-Dilemma: Basels abnehmende Dominanz in der Super League ging mit einem Status-Verlust auf Europacup-Ebene einher. Nur 2017/18, mit dem Vorstoss in die Achtelfinals der Champions League gegen Manchester City, konnte der FC Basel im Europacup den hohen Ansprüchen gerecht werden.

Wie wichtig ein starkes Basel für die Schweiz im europäischen Fussballgeschäft wäre, machte die letzte Spielzeit klar. Die Patzer des Schweizer Serienmeisters in der Qualifikation zur Königsklasse gegen PAOK Saloniki aus Griechenland und darauf in der Europa-League-Qualifikation gegen die Zyprioten von Apollon Limassol vermochte Meister YB ebenso wenig zu kompensieren wie Luzern, St. Gallen oder der FC Zürich - der immerhin die K.o.-Phase der Europa League erreichte. Das Problem des FCB wurde so zum Problem der Liga, die im UEFA-Ranking von Rang 12 auf Position 17 zurückfiel.

Ein Scharte, deren Auswirkungen erst ab der Europacupsaison 2020/21 für alle spürbar werden. Nur noch vier statt fünf Teilnehmer am internationalen Millionengeschäft wird die Super League in der nächsten Saison stellen können, zudem werden die Wege in die lukrativen Gruppenphasen für die Schweizer Klubs weiter und steiniger. Der Cupsieger wird zwei Qualifikationsrunden überstehen müssen, um sich seinen Platz in der Europa League zu verdienen, bisher war er direkt in der Gruppenphase. Noch happiger wird der Weg in die Champions League. Nur noch der Schweizer Meister erhält die Möglichkeit, am grossen Honigtopf des europäischen Fussballs teilzunehmen - muss dafür aber neu drei Qualifikationsrunden statt eine überstehen.

(sda)

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