Der Mann zündete sich vor dem Hauptsitz des UNHCR in Genf an. (Archivbild)
Politik
Schweiz|23.10.2019

Syrischer Kurde zündet sich vor dem UNHCR in Genf an

GENF - Ein syrischer Kurde hat sich am Mittwochmorgen vor dem Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf angezündet. Sicherheitskräfte konnten das Leben des 31-jährigen Mannes retten. Er wurde ins Universitätsspital Lausanne geflogen.

Der Mann zündete sich vor dem Hauptsitz des UNHCR in Genf an. (Archivbild)

GENF - Ein syrischer Kurde hat sich am Mittwochmorgen vor dem Uno-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf angezündet. Sicherheitskräfte konnten das Leben des 31-jährigen Mannes retten. Er wurde ins Universitätsspital Lausanne geflogen.

Das Drama ereignete sich am Mittwochmorgen gegen 7.40 Uhr. Der Mann war in Deutschland wohnhaft, wie ein Sprecher der Genfer Polizei einen Bericht des Online-Portals von "20 Minuten" bestätigte. Das UNHCR zeigte sich tief betroffen. "Unsere Gedanken sind bei ihm und seiner Familie", sagte Sprecher Andrej Mahecic.

Nach Angaben der Polizei übergoss sich der Mann mit Benzin und steckte sich danach in Brand. Mahecic sagte, der 31-Jährige habe dann versucht, in das Gebäude zu gelangen. Die Sicherheitskräfte seien ihm sofort zur Hilfe geeilt und hätten die Flammen innerhalb kürzester Zeit gelöscht. "Sie haben ihm das Leben gerettet", sagte Mahecic. Das Gebäude sei bereits offen gewesen, Mitarbeiter hätten dort schon gearbeitet.

"Etwas sehr Schockierendes"

In der Umgebung befanden sich zahlreiche Passanten, die den Kurden schreien hörten. "Es ist etwas sehr Schockierendes, Zeuge einer solchen Szene zu werden", sagte Polizeisprecher Silvain Guillaume-Gentil zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Polizei habe deshalb eine psychologische Notfallzelle gebildet.

Die Kurden in der Schweiz haben in den letzten Wochen bei mehreren Kundgebungen in Bern, Zürich, Luzern oder Genf gegen die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien demonstriert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden im Kriegsgebiet bisher fast 500 Menschen getötet, darunter dutzende Zivilisten. Mehr als 300'000 Menschen wurden demnach vertrieben.

(sda)

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