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Rauch steigt aus Stadtzürcher Kaminen: Der WWF Schweiz sieht bei der Gebäude-Energiepolitik der Kantone Nachholbedarf. (Themenbild)
Politik
Schweiz|13.08.2019

WWF gibt Gebäude-Klimapolitik in Kantonen schlechte Noten

BERN - Die Umweltorganisation WWF Schweiz gibt den Kantonen trotz guter Leistungen in einzelnen Bereichen für ihre Gebäude-Energiepolitik keine guten Noten. Lediglich Basel-Stadt erreicht die Kategorie "Engagiert", die zweithöchste Kategorie der Rangliste.

Rauch steigt aus Stadtzürcher Kaminen: Der WWF Schweiz sieht bei der Gebäude-Energiepolitik der Kantone Nachholbedarf. (Themenbild)

BERN - Die Umweltorganisation WWF Schweiz gibt den Kantonen trotz guter Leistungen in einzelnen Bereichen für ihre Gebäude-Energiepolitik keine guten Noten. Lediglich Basel-Stadt erreicht die Kategorie "Engagiert", die zweithöchste Kategorie der Rangliste.

Der WWF Schweiz hat am Dienstag ein Rating der kantonalen Gebäude-Klimapolitiken veröffentlicht. Das Beratungsunternehmen EBP Schweiz AG analysierte im Auftrag des WWF die Gebäude-Klimapolitik der Kantone.

Bewertet wurden kantonale Klimaziele, Vorschriften für mehr Energieeffizienz und mehr Erneuerbare sowie für den Ersatz von Elektroheizungen, finanzielle Förderung und Energieplanung der Gemeinden.

"Fehlende Breite"

Alles in allem am besten bewertet wird die Gebäude-Klimapolitik von Basel-Stadt. 14 weitere Kantone, darunter Bern, Genf, St. Gallen, Waadt und Tessin, setzen zwar einzelne fortschrittliche Schwerpunkte. Die übrigen elf, darunter Zürich, Aargau und Graubünden, haben laut Studie "Minimalanforderungen" umgesetzt.

"Grosse Vielfalt und fehlende Breite", attestieren die Autoren der Studie den Kantonen insgesamt. Es würden zwar fortschrittliche oder gar vorbildliche Ansätze bei der Gebäude-Klimapolitik verfolgt. Diese Fortschritte gebe es namentlich bei Vorschriften für den Ersatz von Elektroheizungen oder Energieplanung der Gemeinden.

Doch in Schlüsselbereichen wie Vorschriften für Sanierungen für mehr Energieeffizienz oder den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien in bestehenden Gebäuden erreiche kein Kanton die Höchstnote. Über 80 Prozent der Bevölkerung lebten in Kantonen mit schlechten Noten in diesen Sparten, so die Studie.

Unterschiede bei Fördergeldern

Als wichtig erachten die Studienautoren die finanzielle Förderung von Klimafreundlichkeit, und hier ist das Gesamtbild besser: Neun Prozent der Bevölkerung leben in einem als vorbildlich eingestuften Kanton. Substanzielle Fördermittel gibt es in Kantonen mit 45 Prozent der Einwohner der Schweiz.

Für Förderprogramme legt das Wallis pro Kopf am meisten aus, nämlich 75.1 Franken. Dahinter folgen Graubünden, Uri und Basel-Stadt. Die vier Kantone setzen so viel Geld ein, dass sie alle Mittel aus der CO2-Abgabe abholen können. Zuunterst auf dieser Liste steht Zug mit 11.4 Franken pro Einwohner, vor Schwyz und Luzern.

Mustervorschriften der Kantone

Die Kantone verfügen mit den Mustervorschriften im Energiebereich (MuKEn) über einen gemeinsamen Nenner für die Gebäudepolitik, wie die Energiedirektorenkonferenz auf ihrer Webseite schreibt. Die Energiedirektoren-Konferenz (EnDK) empfiehlt den Kantonen, die Vorgaben möglichst vollständig und unverändert zu übernehmen.

Gemäss einer Übersicht der EnDK sind die Kantone mit der Umsetzung der MuKEn unterschiedlich weit. In Kraft sind Projekte in beiden Basel, Luzern, Jura, Ob- und Nidwalden und Waadt. In Bern, Uri und Solothurn dagegen wurden Vorlagen für die MuKEn-Umsetzung zurückgewiesen, abgelehnt oder es wurde nicht darauf eingetreten.

Der WWF kritisiert es als "problematisch", dass die MuKEn-Vorgaben unverbindlich seien und oft unvollständig umgesetzt würden. Ausserdem reichten sie längst nicht, um die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens von 2015 zu erfüllen.

Dieses sieht vor, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit.

(sda)

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