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Briefkastenfirmen, Holding-Gesellschaften und neue Geschäftsmodelle: Die Pläne zu einer Steuerreform von OECD und G20 dürften der Schweiz viel mehr Geld kosten, als bisher angenommen wurde. (Symbolbild)
Politik
Schweiz|21.07.2019

Kampf um das Steuersubtrat, die Verhaftung eines Schweizer Jihadisten und Klimasünder unter den Klimaaktivisten in den Sonntagszeitungen

BERN - Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen:

Briefkastenfirmen, Holding-Gesellschaften und neue Geschäftsmodelle: Die Pläne zu einer Steuerreform von OECD und G20 dürften der Schweiz viel mehr Geld kosten, als bisher angenommen wurde. (Symbolbild)

BERN - Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen:

"NZZ am Sonntag":

Die Pläne von OECD und G20 zur Umstellung der Besteuerung von Firmen könnte laut der "NZZ am Sonntag" die Schweiz deutlich mehr Steuerausfälle bescheren, als dies bisher angenommen wird. So schätzt der Bund, dass Einnahmen zwischen einer und fünf Milliarden Franken wegfallen könnten. Wirtschaftspolitiker warnen nunmehr in der Zeitung, dass das Loch noch grösser werden könnte. "Kantone und Gemeinden eingerechnet, könnte das den Schweizer Fiskus bis zu zehn Milliarden Franken kosten", sagte etwa der Präsident der Wirtschaftskommission des Ständerates, Pirmin Bischof, gegenüber der Zeitung. Er sprach sogar von einem Steuerkollaps. Der Zürcher FDP-Ständerat Ruedi Noser bezeichnete in der "NZZ am Sonntag" zudem die Situation als einen regelrechten Angriff auf das Steuersubstrat.

"SonntagsZeitung" / "Le Matin Dimanche" / "NZZ am Sonntag":

Kurdische Milizen haben in einer koordinierten Aktion laut der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" einen der gefährlichsten Schweizer Jihadisten in Syrien aufgespürt und verhaftet. Der 24-jährige Genfer sei dabei verwundet worden und befände sich inzwischen in einem Gefängnis in Nordsyrien. Der Konvertit habe sich 2014 dem Islamischen Staat angeschlossen. Zuvor habe er sich unter anderem in der Grossen Moschee von Genf radikalisiert. Zudem habe er vor Ort geheiratet und bei ein elf Monate altes Baby. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme habe sich seine Familie bereits im Internierungslager al-Hol befunden. Genau in diesem Lager befänden sich zudem zwei Mädchen aus dem Raum Genf, dessen Rückführung in die Schweiz der Bundesrat laut der "NZZ am Sonntag" abklären lässt. Es handele sich um zwei Halbschwestern, die 2016 von ihrer Mutter nach Syrien entführt worden sein sollen. Die Rückführung der Mutter sei hingegen nicht vorgesehen.

"SonntagsZeitung" / "Le Matin Dimanche":

Schüler und Jugendliche, die das Thema Klimawandel auf die politische Agenda gesetzt haben, verhalten sich laut der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" beim Reisen am wenigsten umweltfreundlich. Die Zeitungen berufen sich dabei auf eine repräsentative Umfrage. Zwei Drittel der 13- bis 17-Jährigen gaben demnach an, dieses Jahr mit dem Auto oder dem Flugzeug in die Ferien zu reisen. Bei den 18- bis 24 Jährigen sind es immer noch über 58 Prozent. Die Umfrage zeige zudem, dass die Klimadebatte die Jungen weniger beschäftigt als andere Altersgruppen. Über die Hälfte der Befragten bis 24 Jahre lasse sich bei der Wahl der Feriendestination nicht von der Klimadiskussion beeinflussen. In der Alterskategorie zwischen 35 und 54 Jahren habe dagegen eine Mehrheit die Klimadebatte im Hinterkopf, falls sie Ferien buche.

"SonntagsBlick":

Immer mehr Studenten brauchen laut dem "SonntagsBlick" psychologische Hilfe. Die Beratungsstellen der Schweizer Universitäten würden förmlich überrannt. Immer mehr Studenten und Doktoranden meldeten sich mit Burnout-Symptomen. Der Jahresbericht der psychologischen Beratungsstelle der Universität Zürich und der ETH Zürich zeige: Im Jahr 2018 hätten sich 1765 Personen an die geschulten Psychologen gewandt - was ein Plus von 20 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr entspreche. Insgesamt habe die Stelle 3320 Beratungsgespräche geführt - so viele wie noch nie. Laut dem Jahresbericht bringt der Ansturm auch die Psychologen an ihre Kapazitätsgrenze. Auch in Basel und St. Gallen würden Studierende deutlich öfters als früher psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

"SonntagsZeitung":

Die Schweizer Luftfahrt hat laut der "SonntagsZeitung" im Jahr 2018 einen Negativrekord verzeichnet. Noch nie seien der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) so viele "schwere Vorfälle" gemeldet worden. Die Sust benennt 68 Situationen, die 2018 "beinahe zu einem Unfall geführt haben". Ein Jahr zuvor seien es nur halb so viele gewesen und in den vergangenen fünf Jahren waren es durchschnittlich 36. Von diesen 68 schweren Vorfällen sind 28 Annäherungen zwischen Luftfahrzeugen, bei denen die Sust von einer "hohen oder erheblichen Kollisionsgefahr" ausgehe. Von der Behörde hiesse es zu der Zeitung, dass sich ein grosser Teil dieser Vorfälle im gemischten Luftraum ereignet habe, also dort, wo sich Linienmaschinen den Himmel unter anderem mit Kleinflugzeugen oder Ballonen teilten. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) nehme den Anstieg dieser Fälle besorgt zur Kenntnis und erklärte in der Zeitung, dass noch nicht abschliessend klar sei, woher diese Zunahme stamme.

"SonntagsBlick":

Deutsche Ermittler im AFD-Spendenskandal wollen laut dem "SonntagsBlick" an Einvernahmen in Zürich teilnehmen. Die AFD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hatte 2017 Spenden in Höhe von 150'000 Franken für ihren Wahlkampf in Deutschland aus der Schweiz erhalten. Allerdings sind Spenden von Nicht-EU-Bürgern nach dem deutschen Gesetz zur Finanzierung von Parteien verboten, weshalb die Staatsanwaltschaft Konstanz (D) ein Verfahren wegen unrechtmässiger Wahlkampfspenden eröffnete. Im Zentrum der Ermittlungen stehe ein Apotheker, dessen Anwalt aber klarstellt, dass es in der Schweiz nicht strafbar sei, Geld an Parteien zu spenden. Über das Bundesamt für Justiz hätten deutsche Ermittler aber ein Gesuch zur Teilnahme an Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft Zürich gestellt.

"SonntagsBlick":

Gegen den geplanten neuen Artillerie-Schiessplatz auf dem Simplonpass regt sich laut dem "SonntagsBlick" gewisser Widerstand. Anwohner sammelten Unterschriften und mehrere Umweltverbände hätten Einsprache eingereicht. Beim VBS gebe man sich zu der Situation zugeknöpft. Das Projekt auf dem Simplon werde von Armasuisse Immobilien betreut, hiess es von dem Ministerium gegenüber der Zeitung. Vor einer Stellungnahme wolle man zudem erst die Einsprachen genau prüfen. Anschliessend wolle das VBS mit der Gemeinde und den Besitzern sprechen und nach Lösungen suchen.

"NZZ am Sonntag":

60 Westschweizer Lokomotivführer müssen laut der "NZZ am Sonntag" ein zweites Mal für den Doppelstockzug von Bombardier geschult werden. Wegen der verzögerten Inbetriebnahme seien ihre Zulassungen verfallen. Weil die Kompositionen des Typs FV-Dosto bis jetzt nicht in der Westschweiz verkehrten, müssten die Lokführer der Depots von Lausanne und Genf eine dreitägige Ausbildung für den Zug noch einmal absolvieren. Das passiere, falls ein Lokomotivführer einen Zugtyp während längerer Zeit nicht fahre, erklärte ein SBB-Sprecher zu der Zeitung. Die SBB hätten einen Teil des Lok-Personals in der Westschweiz rechtzeitig vor der geplanten Inbetriebnahme des FV-Dosto auf Anfang 2019 geschult. Die SBB wollten allerdings nicht sagen, was die Wiederholung der Ausbildung kostet und wer für die Zusatzausgaben aufkommt.

"SonntagsZeitung" / "Le Matin Dimanche":

Bundesbeamte fliegen laut Meldungen der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" immer mehr. In der zivilen Bundesverwaltung sei die Zahl der Flüge in den vergangenen sieben Jahren von 21'200 auf 29'700 gestiegen, was einem Plus von 40 Prozent entspreche. Die Blätter berufen sich auf Angaben des Bundesamtes für Energie (BFE). Der Anstieg habe mit der "zunehmenden Internationalität und mit neuen Aufträgen des Parlaments zu tun", hiess es vom BFE. Für Dienstreisen in europäische Städte gebe die Umweltstelle der Bundesverwaltung mittlerweile Tipps, um das richtige Verkehrsmittel zu finden. Nach Paris oder München sollten Beamte den Zug nehmen. Nach Wien oder Madrid empfiehlt die Stelle das Flugzeug als Verkehrsmittel. Für Reisen nach Berlin, Brüssel, London oder Rom seien dagegen Zug und Flugzeug gleichermassen geeignet.

"SonntagsBlick":

Die Polizei hat laut dem "SonntagsBlick" DNA-Profile von Klima-Aktivsten erstellt. Von den etwa in Zürich und Basel Verhafteten, welche die Eingänge der Grossbanken UBS und Credit Suisse blockiert hatten, seien DNA-Proben von nahezu allen Festgenommenen abgenommen worden. Auch Minderjährige seien von der Massnahme betroffen. Die Staatsanwaltschaften von Zürich und Basel hätten in mehreren Fällen sogar angeordnet, dass die Abstriche der Wangenschleimhaut im Labor ausgewertet werden sollten. Damit werden Erbgut-Profile der Demonstranten angelegt. Für Experten gehen diese Massnahmen laut der Zeitung zu weit. Sowohl die Zürcher als auch die Basler Ermittlungsbehörden bestätigen die Entnahme der DNA-Proben gegenüber der Zeitung. Zu den Gründen schweigen sie allerdings. Mehrere betroffene Aktivisten wollen nun Beschwerde gegen die Massnahme einlegen, hiess es im "SonntagsBlick".

(sda)

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