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Die Schweizer Pensionskassen haben aus dem guten Anlagejahr 2017 Kapital geschlagen und die Unterdeckung reduziert. Letztere beträgt aber immer noch über 30 Milliarden. (Grafik BFS)
Politik
Schweiz|21.05.2019

Gutes Jahr für die Pensionskassen - Ausbau der Reserven

NEUENBURG - Dass die Pensionskassen 2017 ein gutes Jahr hatten, zeigte sich schon in einer Hochrechnung. Die definitiven Zahlen beweisen: Es war sogar noch besser. Die Wertschwankungsreserven etwa konnten um 47,6 Prozent ausgebaut werden, die freien Mittel sogar um 67,7 Prozent.

Die Schweizer Pensionskassen haben aus dem guten Anlagejahr 2017 Kapital geschlagen und die Unterdeckung reduziert. Letztere beträgt aber immer noch über 30 Milliarden. (Grafik BFS)

NEUENBURG - Dass die Pensionskassen 2017 ein gutes Jahr hatten, zeigte sich schon in einer Hochrechnung. Die definitiven Zahlen beweisen: Es war sogar noch besser. Die Wertschwankungsreserven etwa konnten um 47,6 Prozent ausgebaut werden, die freien Mittel sogar um 67,7 Prozent.

Die Unterdeckung wurde dadurch um 5,4 Prozent vermindert. Sie beträgt aber immer noch 32,3 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Statistik BFS am Dienstag mitteilte. Die Unterdeckung betrifft zu fast 99 Prozent die öffentlichen Einrichtungen: Bei den privatrechtlichen betrug sie Ende 2017 gemäss BFS nur noch 372 Millionen Franken.

Das Nettoergebnis aus Vermögensanlagen aller Pensionskassen wurde gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, Das Anlagevermögen betrug Ende 2017 um die 894,3 Milliarden Franken, 8,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Zusammen mit den 147,3 Milliarden Aktiven aus Versicherungsverträgen wurde gemäss BFS "die Billionen-Grenze somit offiziell überschritten."

Nach Anlagekategorien verteilten sich die Aktiven auf 30,9 Prozent Aktien, 30,7 Prozent Obligationen, 18,8 Prozent Immobilien, 8,9 Prozent Alternative Anlagen, 5 Prozent Flüssige Mittel und 5,7 Prozent andere.

Obligationen waren gemäss BFS aufgrund ihrer Risikofähigkeit die wichtigste Anlagekategorie der öffentlich-rechtlichen Pensionskassen. Privatrechtliche Einrichtungen investierten im Durchschnitt stärker in alternative Anlagen und in flüssige Mittel.

Immer weniger private Institutionen

Bei den privaten Einrichtungen setzte sich der Konzentrationsprozess fort. Ihre Anzahl ging 2017 um 70 auf 1568 zurück. Die Zahl der öffentlich-rechtlichen Einrichtungen blieb stabil bei 75. Insgesamt zählten 1643 Vorsorgeeinrichtungen (-4,1 Prozent) 4,2 Millionen aktive Versicherte (+2,1 Prozent). 86 Prozent der Versicherten waren demnach in privatrechtlich organisierten Vorsorgeeinrichtungen.

Insgesamt wurden 2017 Altersrenten in Höhe von 22,5 Milliarden ausgerichtet, 2,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Durchschnittsrente aus der zweiten Säule betrug 29'119 Franken jährlich, bei Frauen 18'395 Franken. 7,3 Milliarden Franken wurden als Kapital- oder Teilkapitalabfindung ausbezahlt. Invalidenrenten betrugen um die 2 Milliarden, Hinterlassenenrenten etwa das Doppelte.

(sda)

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