Bundesrätin Karin Keller-Sutter will es der Polizei künftig erlauben, mit detaillierten DNA-Profilen auf Verbrecherjagd zu gehen. (Archivbild)
Politik
Schweiz|14.04.2019

Verbrecherjagd mit DNA, CVP mit neuem Verständnis von Ehe und auffällige SBB-Ticketpreise in den Sonntagszeitungen

BERN - Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen:

Bundesrätin Karin Keller-Sutter will es der Polizei künftig erlauben, mit detaillierten DNA-Profilen auf Verbrecherjagd zu gehen. (Archivbild)

BERN - Wichtige Schlagzeilen der Sonntagspresse in nicht verifizierten Meldungen:

"Ostschweiz am Sonntag" / "Zentralschweiz am Sonntag":

Justizministerin Karin Keller-Sutter will es der Polizei laut den Zeitungen "Ostschweiz am Sonntag" und "Zentralschweiz am Sonntag" vereinfachen, mit DNA-Analysen auf Verbrecherjagd zu gehen. Sie schlage vor, dass die Polizei die DNA-Spuren auch inhaltlich auswerten können soll. Damit wüssten Ermittler über Verdächtige auch, welche Haut-, Haar- und Augenfarbe sie haben. Dies würde es der Polizei ermöglichen, gezielt nach einer Person mit den entsprechenden Merkmalen zu fahnden. Gesetzlich regeln wolle Keller-Sutter auch die sogenannte Verwandtenrecherche, da Eltern und deren Kinder sowie Geschwister ähnliche DNA aufweisen. Sei also jemand in der Datenbank der Polizei eingetragen, sollen die Sicherheitsbehörden gezielt im familiären Umfeld ermitteln dürfen. Allerdings mahnten Datenschützer umgehend die Verhältnismässigkeit an.

"SonntagsZeitung":

Das Urteil des Bundesgerichts zur Heiratsstrafe-Initiative hat laut der "SonntagsZeitung" in der CVP die Debatte über gleichgeschlechtliche Ehen angestossen. Eine Mehrheit der Bundeshausfraktion wolle schwule und lesbische Paare nicht mehr diskriminieren und lehne den ursprünglichen Initiativtext mittlerweile ab. Dort wird die Ehe als eine auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau definiert. Für Ständerätin Brigitte Häberli sei dies nicht mehr zeitgemäss, wie sie gegenüber der "Sonntagszeitung" sagte. Selbst für Ständerat Peter Hegglin, der dem konservativen Flügel zugeordnet werde, sei es "nicht mehr relevant", ob eine Ehe aus einem Mann und einer Frau bestehe. Viele CVP-Politiker wollten daher nun dafür sorgen, dass die Heiratsstrafe-Initiative geändert werde.

"SonntagsBlick":

Wer blindlings der App von den SBB oder dem Billettautomaten am Bahnhof vertraut, bezahlt laut dem "SonntagsBlick" für die Reise unter Umständen deutlich mehr. Das hätten Recherchen ergeben. Wer einfach Abfahrts- und Zielort eintippe, den koste die Fahrt mit Bahn und Bus bis zu einem Drittel mehr als jene, die sich beim Ticketkauf etwas mehr Zeit liessen. Machten Kunden bei längeren Reise zwei separate Buchungen koste die Reise unter Umständen weniger - trotz gleicher Route und gleicher Verkehrsmittel. Die SBB wollten dazu keine Stellung nehmen und verwiesen an CH-direct, den nationalen Tarifverbund des öffentlichen Verkehrs. Dieser begründe das Problem damit, dass es in der Schweiz zwei unterschiedliche Tarifarten gebe. Im nationalen direkten Verkehr würden die Streckenpreise auf Kilometerbasis berechnet. In regionalen Verbünden werde das Gebiet in Zonen unterteilt und man fährt innerhalb einer Zone unabhängig von der Distanz zum selben Preis. Diese unterschiedlichen Tarifsysteme bewirkten je nach Strecke solche Preisunterschiede.

"NZZ am Sonntag":

Aussenminister Ignazio Cassis will die Entwicklungshilfe laut der "NZZ am Sonntag" neu ausrichten und die Gelder sollen stärker Schweizer Interessen, wie etwa der Migration, dienen. Rund 11,4 Milliarden Franken will der Aussenminister in der nächsten Vier-Jahres-Periode 2021 bis 2024 für die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz bereitstellen. Die Mittel sollen aber fokussierter, effizienter und auch mit mehr Nutzen für die Schweiz ausgegeben werden. Die neue Ausrichtung der Entwicklungshilfe stehe im Entwurf der neuen Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit, aus dem die Zeitung zitiert. Cassis wolle das Konzept in Kürze präsentieren. Die Hilfe soll in erster Linie dem Wirtschaftswachstum, der Bekämpfung des Klimawandels und der Reduktion von irregulärer Migration dienen. Erst an vierter Stelle werde die Demokratie- und Friedensförderung genannt. Gar nicht mehr als explizites Ziel aufgeführt sei die Reduktion von Armut. Erwähnt werde auch die Absicht, beim Abschluss von Kooperationsverträgen immer auch migrationspolitische Anliegen einzubringen. Mit dem Vorschlag werde die Schweiz künftig rund 0,45 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe ausgeben - weniger als das deklarierte Ziel von 0,5 Prozent.

"SonntagsBlick":

Die Frauen in der Schweiz rüsten sich laut dem "SonntagsBlick" mittlerweile zu einem Mega-Streik am 14. Juni. Das ganze Land soll dabei anlässlich des Frauenstreikes von vor fast dreissig Jahren stillstehen. Es gehe in diesem Jahr um Lohngleichheit, Diskriminierung, Gewalt an Frauen und prekäre Arbeitsbedingungen. Als Hauptpunkte sollen am 14. Juni um 11 Uhr und um 15.30 Uhr Streikveranstaltungen stattfinden. Die Vorbereitungen dafür liefen auf Hochtouren und die Mobilisierung für die Streikmassnahmen sei voll im Gange. Eine Umfrage der Zeitung unter grossen Unternehmen ergab, dass die Firmen kein Problem darin sähen, falls die Frauen in ihrer Freizeit streikten. Die SBB hoben gegenüber dem "SonntagsBlick" hervor, dass mit allen Mitarbeitern, die dem Gesamtarbeitsvertrag GAV unterstellt sind, eine Friedenspflicht vereinbart sei.

"Ostschweiz am Sonntag" / "Zentralschweiz am Sonntag":

Die Präsidentin der Gewerkschaft Unia, Vania Alleva, weist in Interviews mit den Zeitungen "Ostschweiz am Sonntag" und "Zentralschweiz am Sonntag" den Vorwurf zurück, sie regiere ihre Organisation mit einer eisernen Hand. "Wir sind eine Massenorganisation, deren Kurs die Mitglieder an der Basis beschliessen und den wir dann umsetzen", sagte sie gegenüber den Zeitungen. Niemand, also weder die Präsidentin noch sonst wer, könne einfach bestimmen, was zu tun sei. In der Unia gebe es zudem nicht mehr Konflikte als in anderen Organisationen ihrer Grösse, betonte Alleva. Doch würden diese jeweils besonders heftig ausgetragen, was auch sein Gutes habe.

"NZZ am Sonntag":

Die Klimademonstrationen werden laut der "NZZ am Sonntag" von der Polizei und dem Nachrichtendienst beobachtet. Als Grund gibt die Zeitung vermehrten Linksextremismus an, der sich unter die Demonstranten mische. Der Revolutionäre Aufbau habe dazu aufgerufen, an den Klimademos mitzulaufen. Gleiches habe das Revolutionäre Bündnis getan. Von den Behörden hiess es zu der Zeitung, dass es zur Risikoeinschätzung gehöre, dass extremistische Exponenten die Anonymität der Menschenmassen bei den Klimademos nutzen könnten, um ihre Partikluarinteressen durch militante Aktionen durchzusetzen.

"SonntagsZeitung" / "Le Matin Dimanche":

Bundesbeamte sind laut Meldungen der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" im Jahr 2018 rund tausend Jahre krank gewesen. Die Zeitung beruft sich dabei auf noch unveröffentlichte, umgerechnete Daten aus dem bundesinternen Absenzensystem. Im Jahr 2018 seien Bundesbedienstete rund 1154 Jahre lang krank gemeldet gewesen. Allein im Departement von Bundesrat Ueli Maurer sei es zu umgerechnet rund 344 Absenzjahren gekommen. Der Finanzminister führe damit die Rangliste unter den Kranken Vollzeitangestellten an - sie seien im Schnitt 8,7 Tage krank gewesen.

"SonntagsZeitung" / "Le Matin Dimanche":

Die Uhrenmarke Breitling will laut der "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" im Jahr 2020 nicht an der Uhrenmesse Baselworld teilnehmen. Dies sagte Breitling-Chef Georges Kern den Zeitungen. Ein Grund dafür sei das Datum der Messe. Eine Messe Ende April oder Anfang Mai lasse sich mit dem Geschäftsjahr und der damit verbundenen Planung nicht vereinbaren, hiess es. Zudem sei das Geschäftsmodell der Messe mit seinen Verkaufsständen nicht mehr zeitgemäss. Seit 2017 sei die Zahl der Baselworld-Aussteller von 1300 auf nur noch 500 in diesem Jahr gesunken und mit dem Rückzug von Breitling könnte die Existenz der Messe nunmehr gänzlich bedroht sein.

"SonntagsBlick":

Die Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Nationalrats Doris Fiala soll laut dem "SonntagsBlick" am 2. April einem Geschäftsfreund einen Auftritt vor der Kommission gewährt haben. Der Tech-Unternehmer Daniel Gasteiger habe vor dem Gremium ein Referat zur "Einführung in die Blockchain" gehalten. Mit seiner Firma Procivis bietet Gasteiger aber auch IT-Lösungen im Bereich E-Government an und die Präsidentin der GPK sitze seit vergangenem Herbst im Verwaltungsrat von Gasteigers Firma. Dass sie ihre Position missbraucht habe, verneint sie gegenüber der Zeitung vehement. Es habe sich lediglich um einen reinen Informationsanlass der GPK handelt und man könne von einer Weiterbildung sprechen. Es seien zwar mehrere Experten im Gespräch gewesen. Da Gasteiger einer der renommiertesten überhaupt auf seinem Gebiet sei, sei die Wahl letztlich auf ihn gefallen, betonte Fiala gegenüber der Zeitung.

"Le Matin Dimanche":

Der Nationalrat Samuel Bendahan (SP/VD) will laut der Westschweizer Zeitung "Le Matin Dimanche" eine Plattform für Verbraucher zur Verfügung stellen. Dort können sie ihre Probleme mit Grossunternehmen adressieren. Laut dem Politiker würde die Kundschaft gerade bei Grossunternehmen manchmal regelrecht misshandelt. Mit der Plattform will er nunmehr Details unzufriedener Kunden sammeln. Die Verbraucherschutzorganisation der Romandie applaudiere für das Vorgehen und auch Preisüberwacher Stefan Meierhans fände die Vorgehensweise interessant.

(sda)

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