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Der Haussegen bei der Unia Waadt hängt schief. Im Bild die Büros in Lausanne. (Archiv)
Politik
Schweiz|14.03.2019

Knatsch bei Unia Waadt nach Entlassung von Gewerkschaftssekretär

LAUSANNE - In der Unia Waadt rumort es, seit die Gewerkschaft am Montag einen ihrer Sekretäre entlassen und freigestellt hat. Zusammen mit weiteren Kollegen hatte dieser seine Gehaltseinstufung angefochten.

Der Haussegen bei der Unia Waadt hängt schief. Im Bild die Büros in Lausanne. (Archiv)

LAUSANNE - In der Unia Waadt rumort es, seit die Gewerkschaft am Montag einen ihrer Sekretäre entlassen und freigestellt hat. Zusammen mit weiteren Kollegen hatte dieser seine Gehaltseinstufung angefochten.

Der für die Elektrobranche zuständige Laurent Tettamanti hatte er festgestellt, dass sie in den Lohnklassen 6 bis 8 angestellt waren, während sie einige Aufgaben der Klasse 9 wahrnahmen. Dies betraf insbesondere die Mitarbeit in den gemischten Kommissionen, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Der Lohnklassenunterschied kann einige Hundert von Franken Differenz pro Monat ausmachen.

Mit fünf seiner Kollegen reklamierte er bei der Unia-Geschäftsleitung. Sie drohten, ihre Mitarbeit in den gemischten Kommission auszusetzen. Die Situation eskalierte, sodass Tettamanti am Montag schliesslich seinen Posten räumen musste.

"Sie haben mich wie einen Verräter herausgeworfen. Ich hatte zehn Minuten Zeit, um meine Sachen in einer Kiste abzuholen", bestätigte er am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA Berichte der Zeitungen "Le Courrier" und "24 heures".

Mehrmals verwarnt

Er könne aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Details zu diesem Konflikt bekannt geben, sagte Yves Defferrard, Regionalsekretär der Unia Waadt auf Anfrage. Er wies jedoch darauf hin, dass 2016 auf nationaler Ebene ein neues Lohnsystem mit sehr klaren Pflichtenheften eingeführt worden sei. Jeder Mitarbeiter habe die Möglichkeit gehabt, gegen seine Lohnklasseneinteilung Einsprache zu erheben. Niemand bei der Unia Waadt hab dies getan, sagte Defferrard.

Die Geschäftsleitung anerkenne die Leistungen des betroffenen Mitarbeiters, es habe jedoch "in der Vergangenheit mehrere Verwarnungen" gegeben. "Ein letzter unglücklicher Vorfall hat gezeigt, dass es keine Alternative zur Entlassung gab", erklärte Defferrard.

Rücktritt gefordert

Unterstützung enthält der Entlassene vom Aktionskomitee der Waadtländer Elektriker (CAEV). Es veröffentlichte eine geharnischte Medienmitteilung, warf der Geschäftsleitung "Vetternwirtschaft und "inakzeptable Mafia-Machenschaften" vor. Tettamanti habe nur "die strikte Anwendung des Lohnreglements" gefordert, verteidigt das Komitee den Entlassenen.

Zugleich forderte es Defferrard zum Rücktritt auf. Dies kommt für den Regionalsekretär nicht in Frage. Er habe zahlreiche Unterstützungsbotschaften erhalten und er wisse, dass die Region hinter ihm stehe, sagte er.

(sda)

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