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Mit etwas über 1000 Fällen ist die Anzahl Fälle von häuslicher Gewalt zwar nicht gesunken aber auch nicht angestiegen. (Symbolfoto: Shutterstock)
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Region|13.05.2020 (Aktualisiert am 13.05.20 10:54)

Polizei rückte 2019 rund 1000 Mal wegen häuslicher Gewalt aus

GALLEN - Die Anzahl der Fälle von häuslicher Gewalt im Kanton St. Gallen sei im vergangenen Jahr unverändert geblieben - auch während der Coronakrise, wie die aktuellen Zahlen zeigten. Wie die Staatskanzlei in einer Aussendung schreibt, habe sich die Kantonspolizei um 1044 Fälle kümmern müssen.

Mit etwas über 1000 Fällen ist die Anzahl Fälle von häuslicher Gewalt zwar nicht gesunken aber auch nicht angestiegen. (Symbolfoto: Shutterstock)

GALLEN - Die Anzahl der Fälle von häuslicher Gewalt im Kanton St. Gallen sei im vergangenen Jahr unverändert geblieben - auch während der Coronakrise, wie die aktuellen Zahlen zeigten. Wie die Staatskanzlei in einer Aussendung schreibt, habe sich die Kantonspolizei um 1044 Fälle kümmern müssen.

Rund 1000 Polizeieinsätze im häuslichen Bereich, davon in 467 Fällen bei Familien mit Kindern, in rund 40 Prozent der Fälle mit Gewalttätigkeiten - Dies sind die Eckdaten der Jahresstatistik 2019 der Koordinationsstelle Häusliche Gewalt. Die Zahlen lägen weitgehend auf gleichem Niveau wie in den Vorjahren. Auch nach dem Aufruf «Bleiben Sie zuhause» sei kein Anstieg der Vorfälle zu verzeichnen.

Vergangenes Jahr musste die Polizei gemäss Staatskanzlei 1044 Mal zu Familien ausrücken. 511 dieser Einsätze seien aufgrund eskalierender Konflikte erfolgt, die verbal mit Beleidigungen, Anschreien und leichter psychischer Gewalt begonnen hatten. In 128 Fällen waren gegenseitige Tätlichkeiten der Grund. Und bei 405 Interventionen habe die Polizei gegen die Gewalttat eines Familienmitglieds vorgehen müssen. Von diesen 405 Fällen handelte es sich 129 Mal um Gewalt gegenüber getrennten oder geschiedenen Partnerinnen oder Partnern. 40 Fälle betrafen Stalking.

Seit mehreren Jahren würden Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen durchgeführt, um aufzuzeigen, dass häusliche Gewalt nicht toleriert wird. Die Polizei, das Frauenhaus, die Opferhilfe und die Beratungsstelle für gewaltausübende Personen unterstützten Betroffene dabei, die Gewalt zu stoppen.

Keine wesentliche Veränderung während Coronakrise

Aufgrund der Erfahrungen von Ländern, in denen weitgehende Ausgangssperren angeordnet worden waren, habe auch die Schweiz befürchtet, dass die Zahlen der Vorfälle und Gewalttätigkeiten im häuslichen Bereich während der Coronakrise ansteigen würden. Um Betroffene darauf aufmerksam zu machen, wo sie Hilfe erhalten, habe die Task-Force «Häusliche Gewalt» von Bund und Kantonen das Plakat «Hilfe bei Spannungen zuhause» zum schweizweiten Aushang lanciert. Die bisherigen Erfahrungen von Polizei und Opferhilfestellen zeigten aber, dass keine wesentlichen Veränderungen gegenüber den Vorjahreszahlen feststellbar sind.

Erweitertes Gesetz tritt in Kraft

In der Februarsession 2020 habe der Kantonsrat den 13. Nachtrag zum Polizeigesetz verabschiedet, am 1. Juli trete dieser in Kraft. Mit dem Nachtrag wird das Instrumentarium zur Bekämpfung der häuslichen Gewalt um einige wichtige Elemente erweitert. Dazu gehören gemäss Aussendung neu Annäherungs-, Kontakt- und Rayonverbote, die zusätzlich zur bereits bisher möglichen Wegweisung aus der gemeinsamen Wohnung verfügt werden können. Diese Massnahmen könnten künftig auch bei Stalking angewendet werden. Parallel dazu seien im Bundesrecht ebenfalls ab 1. Juli zusätzliche Regelungen zum besseren Schutz von häuslicher Gewalt und Stalking vorgesehen.

(red / pd)

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