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Von links nach rechts: Hansjörg Hunziker (Stiftungsratspräsident), Elisabeth Sommerauer (Projektleiterin von «Richtig Wichtig»), Kurt Salzgeber (Leiter Fachbereich Pflege und Betreuung LAK), Thomas Riegger (Vorsitzender der Geschäftsleitung LAK), Michael Rogner (Leiter Pflegeentwicklung LAK), Heidi Zeller (Projektverantwortliche St.Galler Demenz-Kongress und Leiterin Fachstelle Demenz der FHS St.Gallen). (Foto: ZVG)
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Region|13.11.2019 (Aktualisiert am 13.11.19 13:55)

Spiel zu Zukunftsfragen für Menschen mit Demenz: LAK ausgezeichnet

VADUZ / ST. GALLEN - Die Fachstelle Demenz der Fachhochschule St.Gallen und die Viventis Stiftung haben heute am St.Galler Demenz-Kongress das beste Praxisprojekt in der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz in der Schweiz gekürt. Den Anerkennungspreis und damit 5000 Franken hat die Liechtensteinische Alters- und Krankenhilfe erhalten. Dies teilt die FHS St. Gallen in einem Schreiben mit.

Von links nach rechts: Hansjörg Hunziker (Stiftungsratspräsident), Elisabeth Sommerauer (Projektleiterin von «Richtig Wichtig»), Kurt Salzgeber (Leiter Fachbereich Pflege und Betreuung LAK), Thomas Riegger (Vorsitzender der Geschäftsleitung LAK), Michael Rogner (Leiter Pflegeentwicklung LAK), Heidi Zeller (Projektverantwortliche St.Galler Demenz-Kongress und Leiterin Fachstelle Demenz der FHS St.Gallen). (Foto: ZVG)

VADUZ / ST. GALLEN - Die Fachstelle Demenz der Fachhochschule St.Gallen und die Viventis Stiftung haben heute am St.Galler Demenz-Kongress das beste Praxisprojekt in der Pflege und Begleitung von Menschen mit Demenz in der Schweiz gekürt. Den Anerkennungspreis und damit 5000 Franken hat die Liechtensteinische Alters- und Krankenhilfe erhalten. Dies teilt die FHS St. Gallen in einem Schreiben mit.

Gedanken zum Lebensende sind herausfordernd. Gerade für an Demenz erkrankte Menschen, die früher oder später nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu sprechen und Entscheidungen zu treffen. Dafür führt die Liechtensteinische Alters- und Krankenhilfe (LAK) schon länger «vorausschauende Gespräche» mit Betroffenen. Diese dienten der Klärung offener Zukunftsfragen rund um ihre Wünsche und Anliegen am Lebensende. Da der Einstieg in diese Gespräche nicht immer einfach ist, habe die Organisation nun ein Kartenspiel entwickelt: «Richtig Wichtig – mein Leben, meine Wünsche, mein Weg». Das Spiel sei ein Hilfsmittel und wird als Brücke oder Türöffner für diese Gespräche eingesetzt – wenn es darum geht, die letzten Dinge zu regeln und das kundzutun, was einem in dieser Lebensphase wichtig ist. Dafür wurde die LAK am St.Galler Demenz-Kongress mit dem 5000 Franken dotierten Anerkennungspreis der Viventis-Stiftung ausgezeichnet.

Einfacher in schwierige Gespräche einsteigen

«Das Kartenset unterstützt Menschen, egal ob jung oder alt, gesund oder krank, sich über die eigenen Vorstellungen, Werte und Bedürfnisse Gedanken zu machen», sagt Projektleiterin Elisabeth Sommerauer. Die Praxis in der LAK zeige, dass die Einfachheit des Kartenspiels den Gesprächseinstieg tatsächlich erleichtert. «Schon der Name
macht neugierig, manche Bewohnende beginnen zu erzählen, andere greifen ein Thema auf, das sie aktuell beschäftigt und auch An- und Zugehörige sind häufig bereit, sich auf das Gespräch einzulassen», so Sommerauer.

So funktioniert das Spiel

Das Spiel besteht aus einem Set mit 28 Karten (plus 1 Joker) und einem doppelseitigen Spielplan. Auf jeder Karte steht eine Aussage zur Gestaltung oder Planung der letzten Lebensphase, zum Beispiel «In meiner gewohnten Umgebung zu sterben» oder «Zu wissen, wie es um mich steht». Im ersten Schritt werden die Karten anhand dreier Kategorien beurteilt, wie wichtig die Themen sind. In einem zweiten Schritt kann ausgewählt werden, ob die «sehr wichtigen» Themen noch zu «besprechen» oder zu «dokumentieren» sind bzw. ob diese zwar sehr wichtig, aber «bereits erledigt» sind. Somit findet eine erste Auseinandersetzung mit wichtigen Themen der Vorsorge statt. Die zusätzlich enthaltenen Dokumentationsblätter helfen dabei, die als «sehr wichtig» identifizierten Themen weiter zu vertiefen und die Momentaufnahme zu dokumentieren.

Auf neuen Wegen zu mehr Lebensqualität

«Der lebendige Austausch zwischen Pflegepraxis und Wissenschaft ist ein wichtiges Anliegen des St.Galler Demenz-Kongresses», sagt Heidi Zeller. Aus diesem Grund hätten die Fachstelle Demenz und die Viventis Stiftung die Ausschreibung für herausragende Praxisprojekte lanciert. Gesucht waren dieses Jahr innovative Pflegeansätze zur Förderung des Wohlbefindens von Menschen mit Demenz, der pflegenden Angehörigen oder der professionellen Pflegenden zum übergeordneten Thema «End-of-life Care bei Personen mit Demenz». Um den Viventis-Pflegepreis konnten sich Praxisorganisationen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich bewerben. Die Bewertung sei durch eine Jury erfolgt, bestehend aus Fachexpertinnen und -experten aus Praxis und Wissenschaft mit Erfahrung und Fachkompetenz im Bereich Demenz. Zur Evaluation seien die Projekte anonymisiert worden. Die Jury wählte in drei Evaluationsschritten das beste Projekt aus, das zusätzlich von zwei Vertreterinnen von Praxis und Wissenschaft vor Ort begutachtet wurde.

Der Viventis-Pflegepreis wurde heute am St.Galler Demenz-Kongress vergeben. Am nationalen Kongress – organisiert von der Fachhochschule St.Gallen und den Olma Messen St.Gallen – nehmen rund 1000 Pflegefachpersonen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich teil.

Zum St.Galler Demenz-Kongress:

Der St.Galler Demenz-Kongress wird von der Fachstelle Demenz in Kooperation mit den Olma Messen St.Gallen organisiert. Die Fachstelle ist Teil des Fachbereichs Gesundheit der Fachhochschule St.Gallen. Das Thema des diesjährigen Kongresses lautete: «End-of-life Care bei Personen mit Demenz: Vergessene Anforderungen?».
Der nächste St.Galler Demenz-Kongress findet am 11. November 2020 unter folgendem Thema statt: «(Un)mögliche Möglichkeiten: Personen mit Demenz im digitalen Zeitalter»

Mehr Informationen finden Sie unter www.demenzkongress.ch.

(red / pd)

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