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Region|24.12.2019

24. Dezember: Die Bibel und die Weihnachtsgeschichte

Es gibt zwei Berichte über Jesus‘ Geburt im Neuen Testament. Eine ist Teil des
Matthäus-Evangeliums und eine des Lukas-Evangeliums. Das ist die bekanntere, deren Wortlaut ist der Text der meisten Krippenspiele, die am Heiligen Abend in den Kirchen aufgeführt werden. Nur: Was stimmt?

Es gibt zwei Berichte über Jesus‘ Geburt im Neuen Testament. Eine ist Teil des
Matthäus-Evangeliums und eine des Lukas-Evangeliums. Das ist die bekanntere, deren Wortlaut ist der Text der meisten Krippenspiele, die am Heiligen Abend in den Kirchen aufgeführt werden. Nur: Was stimmt?

Es gibt viele Sachen, die nicht stimmen. Das, was stimmt, ist eher auf der Ebene des Glaubens als bei den Fakten zu suchen. Das liegt auch daran, dass keines der Evangelien von Zeitzeugen verfasst wurde und daran, dass sich in den Übersetzungen der Urtexte so manche Falschinterpretation eingeschlichen hat.

Der Geburtstag

Der Zeitpunkt der Geburt, im Jahre Null unserer heutigen Zeitrechnung ist schon deshalb falsch, weil das Jahr 1 n. Chr. direkt auf das Jahr 1 v. Chr. folgt. Im Jahr 1582 ersetzte der gregorianische Kalender langsam weltweit den julianischen, zehn Tage wurden einfach ausgelassen. Die Daten der Vergangenheit wurden nicht korrigiert.
Ungeachtet der Kalenderreform und dem nicht existenten Jahr Null sprechen auch andere Hinweise gegen das Geburtsjahr. Historiker konnten dem römischen Mönch, der die christliche Zeitrechnung begründete, einen Rechenfehler nachweisen.
Kaiser Augustus, das war der, der die Volkszählung anordnete, regierte von 31 v. Chr. bis 14 n. Chr. Passt!
Quirinius, der Statthalter von Syrien, der für die Zählung in Judäa verantwortlich war, hat wohl erst 6 n. Chr. sein Amt angetreten. Doch eine Korrektur von Übersetzungsfehlern lässt auch eine Amtszeit ab 7 v. Chr. zu. Könnte passen!
Das Matthäus-Evangelium berichtet vom Kindermord in Bethlehem. König Herodes liess alle männlichen Kleinkinder ermorden, um den angebeteten Jesus von Nazareth zu vernichten. Die Heiligen drei Könige hatte Herodes geschickt, um den Aufenthaltsort zu finden. Die wiederum legten der Familie nah, nach Ägypten zu fliehen. Bei Lukas gibt es keinen Kindermord und auch keine Flucht. Herodes starb im Jahr 4 v. Christus. Der Kindermord ist nicht zu belegen. Passt nicht!

Der Stammbaum

Josef und somit Jesus geht auf den Urahnen König David zurück. Doch schon beim Vater Josefs gibt es Unterschiede. Bei Lukas ist es Nathan, bei Matthäus ist es Salomon. Am Ende treffen beide auf David, aber es handelt sich um zwei völlig voneinander getrennte Familienzweige. Laut Matthäus’ Stammbaum hat Jesus sogar einen Vorfahren, der von Gott verflucht wurde. Deswegen kann Jesus unmöglich der Thronerbe sein.

Der Stern von Bethlehem

Einzig Matthäus beschreibt den Stern von Bethlehem. Ein Komet war es wohl nicht, denn als jener Stern leuchtete, wies er den Heiligen Drei Königen den Weg. Das kann nur ein Stern, der deutlich länger als ein Komet zu sehen ist. Als der Astronom Johannes Keppler 1603 erstmals eine Supernova, einen sterbenden Stern, beobachtete, rechnete er zurück und kam zu dem Schluss, dass im Jahr 7 v. Chr. die gleiche Planetenkonstellation vorlag. Doch eine Supernova geschieht unabhängig von Planetenkonstellationen. Trotzdem ist die damalige Planetenkonstella­tion aussergewöhnlich, weil Jupiter und Saturn von der Erde aus betrachtet sehr nah beieinander zu stehen scheinen und dadurch gemeinsam heller strahlen. Im kommenden Jahr wird es diese Konstellation, die nur alle 250 Jahre auftritt, erneut geben.

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