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Wirtschaft
Liechtenstein|24.11.2021 (Aktualisiert am 24.11.21 16:27)

Aussichten verbessert: Finanzsektor in stabilem Zustand

VADUZ - Die FMA hat am Mittwoch die Ausgabe 2021 des Finanzstabilitätsberichts zum Liechtensteiner Finanzsektor veröffentlicht. Der Bericht legt dabei einen speziellen Fokus auf die Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen. Diese ist trotz aufhellenden Wirtschaftsaussichten mit höheren längerfristigen Risiken verbunden.
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VADUZ - Die FMA hat am Mittwoch die Ausgabe 2021 des Finanzstabilitätsberichts zum Liechtensteiner Finanzsektor veröffentlicht. Der Bericht legt dabei einen speziellen Fokus auf die Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen. Diese ist trotz aufhellenden Wirtschaftsaussichten mit höheren längerfristigen Risiken verbunden.

Da Liechtenstein über keine eigene Zentralbank verfügt, liegt die rechtliche Verantwortung, zur Finanzmarktstabilität in Liechtenstein beizutragen, bei der FMA. Diese hat nun den diesjährigen Bericht zur Stabilität des Liechtensteiner Finanzsektors veröffentlicht. Insgesamt zeige sich der Liechtensteiner Finanzsektor stabil und die Aussichten hätten sich seit letztem Jahr verbessert.

Erholung in der Realwirtschaft

Das liechtensteinische Bruttoinlandsprodukt (BIP) brach zu Beginn der Krise zwar stark ein. Die Wirtschaft hat sich im Vergleich zu anderen Ländern jedoch schneller und stärker erholt, wie die FMA schreibt. "Die rasche Erholung des Welthandels ab der zweiten Jahreshälfte 2020 war für Liechtenstein besonders wichtig, nicht nur wegen der geringen Rolle der Binnennachfrage, sondern auch, weil der Industriesektor der mit Abstand grösste Sektor der Volkswirtschaft ist", wie die FMA schreibt. "Auch dank eines bemerkenswert stabilen Arbeitsmarktes konnte das liechtensteinische BIP – im Gegensatz zu den meisten europäischen Volkswirtschaften – bereits im ersten Quartal 2021 das Vorkrisenniveau übertreffen." Einmal mehr habe Liechtensteins Volkswirtschaft damit seine hohe Widerstandsfähigkeit in dieser globalen Krise bewiesen.

Die schnelle wirtschaftliche Erholung in den letzten Monaten, die auch auf europäischer Ebene von einem stabilen Finanzsektor unterstützt wurde, sei mit einem sinkenden Risiko von Zahlungsausfällen verbunden. Ein Überschwappen des realwirtschaftlichen Schocks auf den Finanzsektor konnte damit erfolgreich verhindert werden. Dennoch sind die Aussichten für die Finanzstabilität gemäss FMA-Bericht nach wie vor unsicher, da sie in hohem Masse von der künftigen Entwicklung der Covid-19-Pandemie abhängen und die Indikatoren in letzter Zeit auf eine Abschwächung der globalen Erholung hindeuten.

Neue Risiken durch verändertes Umfeld

Risikofaktoren für den Finanzplatz bleiben auch in Zukunft bestehen, so die FMA. Neben der ungewissen Entwicklung der Pandemie sorge vor allem die hohe Verschuldungsquote der privaten Haushalte in Liechtenstein für eine erhöhte Verwundbarkeit. Auf globaler Ebene könnten das niedrige Zinsumfeld, steigende Inflationsraten und hohe Bewertungen an Aktien- und Anleihenmärkten in naher Zukunft auch mit steigenden Herausforderungen für die inländischen Finanzintermediäre verbunden sein.

Auch Klima- und Cyberrisiken würden den Finanzplatz vor neue Herausforderungen stellen. "Physische Risiken und Übergangsrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden bei der Bewertung der Finanzstabilität sowohl für den Banken- als auch für den Nichtbankensektor zunehmend an Bedeutung gewinnen", heisst es. "Vor dem Hintergrund eines Anstiegs von erheblichen Cybervorfällen bei europäischen Banken muss sich der Finanzplatz auch hierzulande auf Cybervorfälle vorbereiten und sicherstellen, dass die Geschäftskontinuität auch im Falle eines Cyberangriffs gewährleistet ist."

Das makroprudenzielle Rahmenwerk in Liechtenstein habe sich in den letzten Jahren indes sehr bewährt und die Kooperation und den Austausch zwischen den verantwortlichen Institutionen erleichtert. "Vor dem Hintergrund des grossen Finanzsektors und seiner Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft ist eine laufende und sorgfältige Analyse der verschiedenen Risikofaktoren unabdingbar, um bei steigenden Risiken rechtzeitig reagieren zu können", so die FMA.

(red/pd)

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