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«Wenn wir eine positive Wirkung für Gesellschaft und Umwelt erreichen wollen, muss es uns gelingen, einen grossen Teil der von uns verwalteten Kundenvermögen nachhaltiger auszurichten», sagt Olivier de Perregaux. (Foto: ZVG)
Wirtschaft
Liechtenstein|10.04.2021

Olivier de Perregaux:«Die Fürstliche Familie bleibt stark präsent»

VADUZ - Seit Beginn des Jahres ist Olivier de Perregaux CEO des grössten Finanzinstitutes in Liechtenstein. Im Gespräch verrät der LGT-Chef, was der Wechsel für Änderungen mit sich bringt und weshalb er ein Umdenken in der ganzen Branche ortet.

«Wenn wir eine positive Wirkung für Gesellschaft und Umwelt erreichen wollen, muss es uns gelingen, einen grossen Teil der von uns verwalteten Kundenvermögen nachhaltiger auszurichten», sagt Olivier de Perregaux. (Foto: ZVG)

VADUZ - Seit Beginn des Jahres ist Olivier de Perregaux CEO des grössten Finanzinstitutes in Liechtenstein. Im Gespräch verrät der LGT-Chef, was der Wechsel für Änderungen mit sich bringt und weshalb er ein Umdenken in der ganzen Branche ortet.

«Liechtenstein ist und bleibt dabei der Hub aller Aktivitäten und natürlich unser Hauptsitz.»

Olivier de Perregaux, CEO LGT

«Volksblatt»: Herr de Perregaux, Sie sind seit dem 1. Januar in Ihrem neuen Amt. Wie sind die ersten 100 Tage in Ihrer neuen Funktion für Sie verlaufen?

Olivier de Perregaux: Ich habe gut in mein neues Amt starten können. Dabei habe ich natürlich davon profitiert, dass ich und die neue Führungsmannschaft schon lange bei der LGT sind. Wir kennen uns und die LGT somit schon sehr lange. Das macht vieles einfacher.

Bei der LGT ist derzeit vieles in Bewegung. Allem voran stellt sich die Gruppe neu auf: Private Banking, Asset Management und Impact Investing werden künftig als eigenständige Unternehmen auftreten. Was ändert sich dadurch – insbesondere für die Kunden?

Für LGT Private Banking und seine Kunden wird sich praktisch nichts ändern. Die drei eigenständigen Unternehmen aber haben durch die neue Struktur mehr Autonomie und Agilität. Als LGT Private Banking können wir uns noch stärker auf das Privatkundengeschäft fokussieren, während sich unsere Kollegen von LGT Capital Partners auf das Asset Management für institutionelle Kunden und die Kollegen von Lightrock auf das Impact Investing konzentrieren. Damit können wir noch gezielter auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden in den jeweiligen Zielmärkten eingehen. Das langjährige, erfolgreiche Verhältnis und die unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Unternehmen bleibt unverändert bestehen.

Und welchen Einfluss hat das auf die Bank in Liechtenstein und ihre Kunden?

Unsere Fronteinheiten sowie das Back- und Middle-Office werden noch näher zusammenrücken. Das sehe ich als einen grossen Vorteil für die Organisation, aber auch für die Kundinnen und Kunden.

Im Grund also eine Reorganisation, mit dem Ziel die Effizienz zu steigern. Steht dabei auch ein Stellenabbau in Liechtenstein zur Diskussion?

Wir haben Reorganisationen immer primär umgesetzt, um uns für künftiges Wachstum noch besser aufzustellen. Den Effizienzgewinn werden wir dazu nutzen, um noch rascher und agiler auf Kunden- und Regulatorenbedürfnisse zu reagieren. Es scheint mir wichtig, zu erwähnen, dass die Neuausrichtung der LGT nicht von Kostenüberlegungen getrieben wird. Vielmehr sehen wir ein grösseres Entwicklungspotenzial für die neuen Unternehmen, wenn sie unabhängiger voneinander agieren können. Liechtenstein ist und bleibt dabei der Hub aller Aktivitäten und natürlich unser Hauptsitz. Deshalb bauen wir permanent in Liechtenstein aus, wie ja auch der Neubau in Vaduz zeigt. 
Nicht nur in Pandemiezeiten ist der Fachkräftemangel allgegenwärtig.  Inwiefern ist die LGT hierzulande davon betroffen? Es wird generell immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu finden bzw. es hat immer zu wenig. Das gilt in Liechtenstein genauso wie in Zürich, London oder New York. Wir müssen uns deshalb kontinuierlich als attraktiver Arbeitgeber beweisen. Ich bin davon überzeugt, dass uns das auch gelingen wird. Wir haben aufgrund unserer Unternehmenskultur ausgezeichnete Voraussetzungen. Gerade wurden wir als «Great Place to Work» ausgezeichnet. Und nicht zuletzt geben uns Homeoffice und Remote Working mehr Flexibilität für neue Arbeitsmodelle, was sicher auch attraktiv für Arbeitnehmer ist.  

Für Schlagzeilen hat kürzlich der angekündigte Wechsel von Roland Matt zur LGT gesorgt. Dieser Wechsel hat den ganzen Bankenplatz überrascht.

Ja, wir sind sehr froh, dass wir mit Roland Matt eine Person gewinnen konnten, die das Land und den Finanzplatz Liechtenstein ausgezeichnet kennt. Er bringt einen grossen Erfahrungsschatz und eine langjährige Expertise mit und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit. Wichtig für uns ist aber auch, dass wir weiterhin auf die Erfahrung von Roland Schubert zählen dürfen. Als Verwaltungsrat der LGT Bank AG wird er den Ausbau unserer Präsenz im deutschen Markt vorantreiben. Er ist mit diesem Markt bestens vertraut und verfügt über ein ausgezeichnetes Netzwerk.

«Wir möchten in
Deutschland wieder vor Ort präsent sein.»

Olivier de Perregaux, CEO LGT
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(hf)

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