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(Archivfoto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|11.03.2021

Rekord beim Geschäftsvolumen - Gewinn sinkt auf 109,8 Mio. Franken

VADUZ - Auch im Coronajahr 2020 ist die LLB-Gruppe gewachsen. Das Geschäftsvolumen lag mit 93 Mia. Franken per Ende des Jahres auf einem neuen Höchststand. Dazu beigetragen haben der weiterhin hohe Netto-Neugeld-Zufluss von 3.3 Mia. Franken sowie ein Plus bei den Hypotheken von rund 410 Mio. Franken. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 2.20 Franken pro Aktie vor.

(Archivfoto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Auch im Coronajahr 2020 ist die LLB-Gruppe gewachsen. Das Geschäftsvolumen lag mit 93 Mia. Franken per Ende des Jahres auf einem neuen Höchststand. Dazu beigetragen haben der weiterhin hohe Netto-Neugeld-Zufluss von 3.3 Mia. Franken sowie ein Plus bei den Hypotheken von rund 410 Mio. Franken. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 2.20 Franken pro Aktie vor.

"2020 hat die Coronapandemie Wirtschaft und Gesellschaft gleichermassen vor grosse Herausforderungen gestellt. Dass unsere strategische Ausrichtung stimmt, hat sich gerade auch im vergangenen Krisenjahr gezeigt", wird Gabriela Nagel-Jungo, Vizepräsidentin des Verwaltungsrates, in einer Aussendung zitiert. "Mit einem Jahresgewinn von CHF 109.8 Mio. haben wir trotz der anspruchsvollen Ausgangslage profitables Wachstum generiert und ein solides Ergebnis erzielt."

Rekordhohes Geschäftsvolumen

Wie die LLB am Donnerstag mitteilte, ist das Das Geschäftsvolumen der LLB-Gruppe im vergangenen Jahr um 4,0 Prozent auf 92,9 Mia. Franken angewachsen und erreichte damit einen Rekordwert. Mit Netto-Neugeld-Zuflüssen in allen drei Marktsegmenten von 3,3 Mia. Franken (2019: 4,1 Mia. Franken) konnte auch in diesem Jahr die Wachstumsdynamik bestätigt werden. Die Kundenvermögen erreichten am Ende des Geschäftsjahres 2020 ein Volumen von 79.7 Mia. Franken. Das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr und ist somit ebenfalls ein neuer Höchststand. Die Kundenausleihungen sind um 2,1 Prozent auf 13.2 Mia. Franken angestiegen. Im Hypothekargeschäft betrug der Zuwachs rund 410 Mio. Franken, was einem Plus von 3,6 Prozent entspricht. Die LLB-Gruppe ist damit stärker gewachsen als der Markt.

 COVID-Überbrückungskredite

"Die LLB-Gruppe ist sich ihrer besonderen volkswirtschaftlichen Stellung und Verantwortung bewusst", schreibt die LLB. Daher hat sie während der Coronapandemie ihren Firmenkunden in Liechtenstein und in der Schweiz schnell und unbürokratisch Liquidität in Form von Covid-Überbrückungskrediten zur Verfügung gestellt. Für insgesamt rund 750 Unternehmen konnten die entsprechenden Anträge bewilligt werden. Das Gesamtvolumen der geleisteten Hilfen beläuft sich auf 71 Mio. Franken. Darüber hinaus wurden Firmenkunden gezielt mit Zins- oder Amortisationsaufschüben unterstützt, falls trotz eines nachhaltigen Geschäftsmodells die Liquiditätssituation angespannt war. "Die zahlreichen positiven Kundenfeedbacks bezeugen, dass die LLB-Gruppe damit für die Volkswirtschaft und ihre Firmenkunden einen wichtigen Beitrag als Partner in dieser Krise leisten konnte", teilt die Bank mit.

Ausgewogene und stabile Ertragslage

Nachdem im Geschäftsjahr 2019 ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt werden konnte, sinkt der Konzerngewinn in einem äusserst anspruchsvollen Berichtsjahr auf 109.8 Mio. Franken (minus 11 %). Der Geschäftsertrag nahm um 5.0 Prozent auf 430,3 Mio.Franken (2019: 452,7 Mio. Franken) ab. Belastend auf die Erträge wirkten der deutliche Rückgang der US-Dollar-Zinsen, das Negativzinsumfeld in der Schweiz und in Europa sowie die erhöhte Risikovorsorge für Kredite. Deshalb verzeichnete die LLB-Gruppe im übrigen Zinsgeschäft einen Ertragsrückgang auf ihren US-Dollar-Veranlagungen. Das Kundenzinsgeschäft profitierte von gezieltem Wachstum bei den Hypotheken und niedrigeren Refinanzierungskosten. Damit konnten der anhaltende Margendruck im Hypothekargeschäft sowie die tieferen Konditionen bei der Verlängerung von Festzinskrediten kompensiert werden. Insgesamt konnte der Erfolg aus dem Zinsengeschäft gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent beziehungsweise um 2,8 Mio. auf 154,1 Mio. Franken gesteigert werden.

"Die LLB-Gruppe hat aufgrund der Coronapandemie ihre Kreditpositionen einer systematischen, risikobasierten Analyse unterzogen. Insgesamt zeigte sich das Kreditportfolio in einem sehr robusten Zustand", teilte die Bank weiter mit. Dennoch wurde demnach die Risikovorsorge leicht erhöht. Es wurden Rückstellungen für Kreditverluste im Umfang von netto 11.6 Mio. Franken gebildet (2019: Auflösung von 1,0 Mio.Franken). Dies entspricht 9 Basispunkten des gesamten Kreditbuchs von rund 13.2 Mia. Franken.

Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft blieb mit 199.1 Mio. Franken unter dem Vorjahr (2019:  209,2 Mio. Franken). Die Nettocourtagen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 21,0 Prozent auf 42,1 Mio. Franken (2019: 34,8 Mio. Franken). Die höheren transaktionsabhängigen Erträge konnten die tieferen bestandsabhängigen Erträge sowie die geringeren performanceabhängigen Gebühren nur teilweise kompensieren.

Der Geschäftsaufwand lag im Geschäftsjahr 2020 mit 306,7 Mio. Franken um 1,5 Prozent unter jenem des Vorjahres (2019: 311,3 Mio. Franken). Das sei zum grössten Teil auf einen Rückgang im Personalaufwand aufgrund der Anpassung des Umwandlungssatzes der Pensionskasse der LLB im Geschäftsjahr 2020 zurückzuführen. Der Sachaufwand war mit 83,4 Mio. Franken höher als im Vorjahr (2019: 76.5 Mio. Franken). Mehrkosten fielen insbesondere im IT-Bereich an, weil unter anderem die Homeoffice-Infrastruktur im Zusammenhang mit der Coronapandemie ausgebaut wurde. Zudem wurde weiterhin in zukunftsträchtige Projekte investiert. Einsparungen konnten hingegen im Marketing- und im Raumaufwand erzielt werden.

Mit einer Tier-1-Ratio von 21,6 Prozent und einem Aa2 Rating von Moody's steht die LLB-Gruppe auch weiterhin für Sicherheit und Stabilität.

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(pd/hf)

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