(Foto: ZVG)
Wirtschaft
Liechtenstein|01.09.2020 (Aktualisiert am 01.09.20 20:41)

«Das wird unsere Gesellschaft und auch die Wirtschaft verändern»

VADUZ - Die sechste Ausgabe des Finance Forum Liechtenstein am Dienstag stand unter besonderen Vorzeichen. Das Coronavirus hatte die Durchführung erschwert. Auch auf der Bühne standen die Auswirkungen im Fokus der Redner.

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VADUZ - Die sechste Ausgabe des Finance Forum Liechtenstein am Dienstag stand unter besonderen Vorzeichen. Das Coronavirus hatte die Durchführung erschwert. Auch auf der Bühne standen die Auswirkungen im Fokus der Redner.

«Was lehren uns die letzten Monate? Dass unsere Gesellschaft, unsere Systeme fragiler sind, als wir geglaubt haben», verdeutlichte Regierungschef Adrian Hasler gestern beim sechsten Finance Forum Liechtenstein. Hasler hob die enorme Solidarität der vergangenen Monate hervor und äusserte die Hoffnung, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt, der «einem gewaltigen Stress-Test» unterliegt, behalten und fruchtbar entwickelt werden  kann. «Es zeigt sich, dass vieles, das wir als selbstverständlich betrachtet haben, eben nicht selbstverständlich ist. Es lohnt sich aber dafür zu kämpfen. Und zwar gemeinsam: national, regional, europäisch und global. Risse, die heute erkennbar sind, sind nicht durch Corona entstanden. Corona hat diese Risse nur deutlicher gemacht und uns vor Augen geführt», sagte Hasler.

Zeit, den Krisenmodus zu verlassen

Liechtensteins Regierungschef rief dazu auf, die Zukunft mit viel Innovationsgeist, Offenheit und Solidarität anzugehen – nicht zögerlich und voller Bedenken, sondern zuversichtlich und mit Optimismus. Liechtenstein sei bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Nun sei wichtig, diesen Krisenmodus hinter uns zu lassen. «Die Herausforderungen, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich, bleiben gross – mit Blick auf die internationale Entwicklung gar riesig. Trotzdem: «Auch hier gehen wir mit Zuversicht, aber der gebotenen Vorsicht in die Zukunft», sagte Adrian Hasler. Die Coronakrise war und ist disruptiv. Sie war disruptiv, weil sie die Welt in weiten Teilen unvorbereitet getroffen hat. «Das darf uns national, regional, aber auch europäisch nicht noch einmal passieren. Europa muss sich auf seine Stärken und Werte besinnen, diese selbstbewusst verteidigen und sich damit unabhängiger machen.» Eine Anregung, die der frühere deutsche Vizekanzler und Aussenminister Joschka Fischer später noch verdeutlichen sollte.

«Der Kern der Disruption ist eben nicht die Zerstörung des Alten, sondern die Suche nach neuen Lösungen mit höherem Nutzen.»

Regierungschef Adrian Hasler
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(hf)

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