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«Vernünftig sein, vorsichtig sein» – nach diesem Credo führte S.D. Prinz Philipp die LGT. Dem Ruhestand blickt er gelassen entgegen. (Foto: ZVG/Adrian Moser)
Wirtschaft
Liechtenstein|16.07.2020 (Aktualisiert am 17.07.20 15:05)

S.D. Prinz Philipp: «Wir müssen nicht überall die Grössten sein»

VADUZ - S.D. Prinz Philipp wird per Ende Jahr seinen Posten als Chairman der LGT an S.D. Prinz Max übergeben. Im Gespräch mit dem «Volksblatt» blickt der Bruder des Fürsten auf sein 40-jähriges Wirken bei der LGT zurück und erklärt, wie aus der ehemaligen Bank in Liechtenstein (BiL) die inzwischen weltweit grösste Private Banking und Asset Management Gruppe im Besitz einer Unternehmerfamilie geworden ist.

«Vernünftig sein, vorsichtig sein» – nach diesem Credo führte S.D. Prinz Philipp die LGT. Dem Ruhestand blickt er gelassen entgegen. (Foto: ZVG/Adrian Moser)

VADUZ - S.D. Prinz Philipp wird per Ende Jahr seinen Posten als Chairman der LGT an S.D. Prinz Max übergeben. Im Gespräch mit dem «Volksblatt» blickt der Bruder des Fürsten auf sein 40-jähriges Wirken bei der LGT zurück und erklärt, wie aus der ehemaligen Bank in Liechtenstein (BiL) die inzwischen weltweit grösste Private Banking und Asset Management Gruppe im Besitz einer Unternehmerfamilie geworden ist.

«Gleichzeitig habe ich sehr früh – im Teenageralter – die Erklärung von wirtschaftlichen Vorgängen durch rein mathematische Modelle als Blödsinn erachtet.»

S.D. Prinz Philipp

«Volksblatt»: Durchlaucht, nächstes Jahr werden Sie das Präsidium des Stiftungsrates der LGT Group abgeben. Schauen Sie dem Ruhestand mit Freude oder mit Wehmut entgegen? 

S.D. Prinz Philipp: Weder noch. Nach einer so langen Zeit im Geschäft werde ich sicher gewisse Dinge vermissen. Aber solche Veränderungen sind Teil des Lebens und daher ein natürlicher Vorgang. Deshalb bin ich ganz gelassen, was meine Pensionierung angeht.


Wenn wir auf Ihre ersten beruflichen Stationen zurückblicken, so deutete eigentlich nichts auf eine Karriere in der Finanzwelt hin. Sie haben Sozialwissenschaften und Geschichte studiert. Hatten Sie als junger Student andere Pläne?

Nein, im Gegenteil. Die Ökonomie hat mich immer interessiert. Gleichzeitig habe ich sehr früh – im Teenageralter – die Erklärung von wirtschaftlichen Vorgängen durch rein mathematische Modelle als Blödsinn erachtet. Für mich war und ist sie eine Beobachtung des menschlichen Tuns und Seins. Jeder Mensch handelt – aber sein Handeln ist oft nicht vorhersehbar. 


Hat dieser sozialwissenschaftliche Hintergrund auch einen Einfluss darauf, wie Sie später Ihre Geschäfte angingen?

Es ist wohl mehr eine Grundhaltung. Die Beschäftigung mit der Geschichte kann helfen, sich immer wieder selbst zu hinterfragen. Man ist sich bewusst, dass nicht alles läuft wie geplant oder prognostiziert. Das macht einen vorsichtiger.

«Das Bankgeschäft war eine Gewissensfrage. Heute ist das ja nicht mehr der Fall, sondern mehr ein Abhaken von Checklisten.»

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(hf)

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