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«Ich kann Ihnen versichern, dass wir mittlerweile in einem ruhigeren Fahrwasser sind», sagt Norbert Pustlauk im Interview gegenüber dem «Volksblatt». (Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|28.09.2019

Pustlauk: «Jetzt greifen die – auch teils unpopulären - Massnahmen»

SCHAAN - Norbert Pustlauk ist seit fast drei Monaten neuer Geschäftsführer der Milchhof AG. Nach den nicht einfachen vergangenen Monaten, weht nun ein neuer Wind. Auch mit neuen Produkten soll es aufwärts gehen – das erste wird sogar schon bald erhältlich sein.

«Ich kann Ihnen versichern, dass wir mittlerweile in einem ruhigeren Fahrwasser sind», sagt Norbert Pustlauk im Interview gegenüber dem «Volksblatt». (Foto: Michael Zanghellini)

SCHAAN - Norbert Pustlauk ist seit fast drei Monaten neuer Geschäftsführer der Milchhof AG. Nach den nicht einfachen vergangenen Monaten, weht nun ein neuer Wind. Auch mit neuen Produkten soll es aufwärts gehen – das erste wird sogar schon bald erhältlich sein.

«Volksblatt»: Herr Pustlauk, Sie haben am 1. Juli die Geschäftsführung der Milchhof AG in Schaan übernommen. Ursprünglich stammen Sie aus Deutschland und waren zuvor in einem Unternehmen für Fruchtsäfte und für eine Brauerei tätig. Sind das ideale Voraussetzungen für den Milchhof in Liechtenstein?
Norbert Pustlauk: Ich komme in der Tat aus der Getränkebranche und habe mich hier in über 25 Jahren kontinuierlich in Vertrieb, Marketing und Führung mittelständischer Unternehmen beruflich weiterentwickelt. Das waren sowohl Produktions- wie auch Handelsbetriebe. Der Verwaltungsrat der Milchhof AG hat jemanden gesucht, der genau diese Erfahrung und das Gespür für die Funktionen und Handlungsweisen in einem Unternehmen dieser Grössenordnung mitbringt. Ich betone aber auch, dass ich mich bewusst für den Milchhof entschieden habe. Es passt für beide Seiten ideal.

Vor der Herausforderung, mittelständische Unternehmen in einem internationalen Umfeld bewegen zu müssen, stehen hierzulande einige Unternehmen. Was sind Ihrer Ansicht nach dabei die wichtigsten Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt?
Grundsätzlich gilt, die Märkte, auf denen man sich bewegen will, zu kennen und genau zu sondieren. Entscheidend für den Erfolg ist die Kenntnis von den Bedürfnissen der Kunden. Unser Ziel muss sein, die Vorstellungen und Wünsche unserer Kunden nicht nur zu kennen, sondern diese zu übertreffen. Wir differenzieren unsere momentanen Handlungsfelder nach dem lokalen, regionalen und internationalen Markt. Je weiter wir uns vom Heimatmarkt entfernen, desto grösser werden natürlich die Herausforderungen. Bei unserer internationalen Strategie, oder sagen wir besser europäischen Strategie, steht derzeit klar Deutschland im Fokus. Momentan ist der internationale Absatz zu 95 Prozent in Deutschland angesiedelt. Wir meinen schon, relativ gut die Bedürfnisse der deutschen Kunden, seien es Grossabnehmer oder Endverbraucher, einschätzen zu können. Dabei dürfen wir aber natürlich nicht zu sehr von uns überzeugt sein. Das schaffen wir gar nicht alleine. Eine erfolgreiche Marktbearbeitung gelingt uns nur im vertrauensvollen Austausch mit unseren zum Teil langjährigen Geschäftspartnern.

(Foto: MZ)

Haben Sie in Deutschland schon einmal Käse aus Liechtenstein im Laden gesehen und idealerweise dann auch gekauft?
In einer Projektarbeit für ein Bio-Handelsunternehmen habe ich mich zuletzt auch sehr intensiv mit der Vermarktung von Käse in Deutschland auseinandergesetzt. Aber Käse aus Liechtenstein habe ich da noch nicht wahrgenommen (lacht). Überhaupt kannte ich das Fürstentum nur vom Vorbeifahren über die Rheintalautobahn. Und jetzt bin ich mittendrin gelandet und verantworte die Verarbeitung und die Vermarktung fast der gesamten im Land produzierten Milch. Intensiver kann man im «Ländle» als vorher Aussenstehender gar nicht ankommen, oder? Aber zurück zu Ihrer Frage: Nein, ich hatte bisher noch keinen Käse aus Liechtenstein in Deutschland gesehen. Während ich früher die Regale und Verkaufszonen für Getränke aller Art auch beim privaten Einkauf im Supermarkt mit geschultem Auge gescannt habe, stehe ich inzwischen vor den Käsetheken und Selbstbedienungsregalen der Frischeabteilungen wie ein Kind vor der Spielzeugeisenbahn. Meine Frau muss mich dann immer da wegziehen (lacht). Jetzt bekomme ich aber schon Feedback von meinen Freunden und Bekannten in der alten Heimat, die mir erzählen, dass sie Liechtensteiner Käse gesehen oder sogar – was noch besser ist – gekauft haben. Das freut mich natürlich sehr und macht mich auch ein wenig stolz. Da sehen Sie schon, bei uns ist die Identifikation mit dem Unternehmen sehr hoch.

"Da ist auf einmal eine neue Länderfahne im Käseregal sichtbar geworden. Das fällt schon auf unter vielen Schweizer Käsesorten."

Norbert Pustlauk, Geschäftsführer Milchhof AG

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(hf)

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