Steuerfachleute unter sich, von links: Martin A. Meyer, Marcel Widrig, Daniel Blöchle, Vanessa Englmair, Bernhard Canete und Martin Wenz. (Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|07.06.2019

BEPS weiterhin ein grosses Thema

SCHAAN -  Beim Fachsymposium der Liechtensteinischen Vereinigung für Steuerrecht (IFA) informierten Bernhard Canete und Martin Wenz am Donnerstag über aktuelle Entwicklungen im nationalen und internationalen Steuerrecht.

Steuerfachleute unter sich, von links: Martin A. Meyer, Marcel Widrig, Daniel Blöchle, Vanessa Englmair, Bernhard Canete und Martin Wenz. (Foto: Michael Zanghellini)

SCHAAN -  Beim Fachsymposium der Liechtensteinischen Vereinigung für Steuerrecht (IFA) informierten Bernhard Canete und Martin Wenz am Donnerstag über aktuelle Entwicklungen im nationalen und internationalen Steuerrecht.

«Der Zug fährt einfach weiter, und wer nicht mitfährt, befindet sich eventuell plötzlich auf einer Liste», betonte Martin Wenz, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Internationales und Liechtensteinisches Steuerrecht und Leiter des Instituts für Finance, Universität Liechtenstein, in seinem Referat, anlässlich des Fachsymposiums der IFA, das gestern im SAL in Schaan stattfand.

Nach der Begrüssung und Einführung ins Veranstaltungsthema durch Marco Felder (Präsident IFA-Liechtenstein), referierte Bernhard Canete, Leiter Abteilung Internationales, Steuerverwaltung Liechtenstein, zum Thema «Update zum internationalen Steuerrecht». Er zeigte auf, dass heute 129 Länder sich weltweit verpflichten, die BEPS-Massnahmen (BEPS = Base Erosion and Profit Shifting) umzusetzen. Eine grosse Rolle spielen innerhalb der 15 BEPS-Aktionspunkte «Action 5» (Schädliche Steuerregime und Transparenz), «Action 6» (Abkommensmissbrauch), «Action 13» (Verrechnungspreisdokumentation und «Action 14» (Streitbeilegungsmechanismen) für unser Land. Im Bereich der «schädlichen Steuerregimes» musste auch das Fürstentum Liechtenstein gesetzliche Anpassungen vornehmen. Der Abschaffung der Sitzgesellschaften, Holdinggesellschaften, sowie der Abschaffung der IP-Box Regime (mit einer Übergangsregelung bis 2020) folgte die Einführung von Anti-Missbrauchsbestimmungen (Dividenden, Kapitalgewinne, EK-Zinsabzug). Schädliche Steuerregime werden weiterhin laufend analysiert und Gegenmassnahmen getroffen.

Ein grosses Thema sind auch die Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), die das Land Liechtenstein mit anderen Ländern unterhält. Diese werden durch Multilaterale Instrumente (MLI) abgedeckt.

Herausforderung «Digital Economy»

Darin, dass das Thema BEPS noch lange nicht abgeschlossen sein wird, sind sich Martin Wenz und Bernhard Canete einig. Da der BEPS-Punkt «Action 1» (Besteuerung der digitalen Wirtschaft) für die Zukunft von enormer Bedeutung ist, richten sich alle Anstrengungen auf die Regulierung dieses Punktes. Dabei stehen verschiedene Vorschläge zur Besteuerung digitalisierter Geschäftsmodelle im Vordergrund. Im Fokus stehen soziale Plattformen, Suchmaschinen oder Online-Marktplätze. Welcher Vorschlag sich dann durchsetzt, wird sich zeigen.

Im zweiten Teil der IFA-Veranstaltung diskutierten Daniel Blöchle (PwC-Deutschland), Vanessa Englmair (Metzler & Partner, Steuer- und Wirtschaftsberatung GmbH, Bregenz), Marcel Widrig (Freemont SA, Schweiz), Martin Wenz und Bernhard Canete unter der Moderation von Martin A. Meyer (PwC Liechtenstein) zum Thema «Chancen für Liechtenstein durch Onshoring aus Vier-Länder-Perspektive (Österreich, Schweiz, Deutschland, Liechtenstein)».

(hn/red)

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