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Lukas Müller (Kommunikation) und Roland Müller, (Präsident des Aufsichtsrates) und Mario Gassner (Vorsitzender der Geschäftsleitung). (Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|17.04.2019 (Aktualisiert am 17.04.19 11:37)

FMA stärkt ihre Geldwäschereibekämpfung

VADUZ - Der Finanzplatz Liechtenstein verzeichnet im Jahr 2018 erneut einen Anstieg der verwalteten Kundenvermögen. Dies rücke die Geldwäschereibekämpfung in den Fokus. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat ihre Methoden überprüft und auf ein risikobasiertes System umgestellt. 

Lukas Müller (Kommunikation) und Roland Müller, (Präsident des Aufsichtsrates) und Mario Gassner (Vorsitzender der Geschäftsleitung). (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Der Finanzplatz Liechtenstein verzeichnet im Jahr 2018 erneut einen Anstieg der verwalteten Kundenvermögen. Dies rücke die Geldwäschereibekämpfung in den Fokus. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat ihre Methoden überprüft und auf ein risikobasiertes System umgestellt. 

Der international stark vernetzte Finanzplatz Liechtenstein habe sich im Jahr 2018 in einem schwierigen Umfeld mit reduziertem globalen Wachstum und nach wie vor hohem Regulierungsdruck gut entwickelt, schreibt die FMA in ihrer Aussendung. Die verwalteten Kundenvermögen der Banken sei trotz negativer Marktentwicklungen um 4 Prozent gestiegen und habe sich Ende 2018 auf 305,2 Mrd. Franken belaufen. Die Netto-Neugeldzuflüsse inklusive Akquisitionen betrugen laut FMA 33,4 Mrd. Franken. Der erwirtschaftete Ertrag der Banken habesich auf insgesamt 579 Mio. Franken (Vorjahr: 575 Mio.) belaufen.

2018 seien zudem nach über sechs Jahren rückläufiger Tendenz erstmals wieder mehr Fonds zugelassen gewesen als im Vorjahr. Dennoch habe der Fondssektor aufgrund von Marktentwicklungen Rückgänge beim Fondsvolumen verzeichnet. Die verwalteten Nettovermögen sanken auf 50,4 Mrd. Franken (Vorjahr: 53 Mrd.). Einen marktbedingten Rückgang verzeichneten ebenfalls die verwalteten Kundenvermögen der Vermögensverwaltungsgesellschaften, so die FMA weiter. Diese seinen um 5 Prozent auf 38,7 Mrd. Franken gesunken.

Die gesamten Prämieneinnahmen der Versicherungsunternehmen im Jahr 2018 betrugen laut FMA 5,42 Mrd. Franken (Vorjahr: 5,12 Mrd.). Von den gebuchten Prämien seien  3,02 Mrd. Franken auf Schadenversicherungen,  2,34 Mrd. auf Lebensversicherungen und  0,06 Mrd. auf Rückversicherungen entfallen. Einen deutlichen Prämienanstieg von 12,3 Prozent hätten die Schadenversicherungen verzeichnet.

Durchgreifen im Versicherungsbereich

Die FMA hat zum Schutz der Versicherten die zwangsweise Übertragung der Versicherungsbestände (das "Volksblatt" berichtete") der Wealth-Assurance AG und der Valorlife Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft auf die Skandia Leben (FL) AG verfügt.  Der Schritt sei nötig geworden, weil das Aktionariat Verbindungen zu kriminellen Personen aufgewiesen habe und keine Gewähr für eine solide und umsichtige Führung der Unternehmen mehr bieten konnte. Von der Übertragung betroffen waren rund 2800 Policen mit einem Gesamtvolumen von 3,8 Mrd Franken. Die FMA überwache die Bestandesübertragung, auch weiterhin.

Geldwäschereibekämpfung stärken

Jüngste Fälle in europäischen Ländern hätten gezeigt, dass eine wirksame Geldwäschereibekämpfung für die Reputation und somit den Marktzugang von grundlegender Bedeutung sei. Geldwäschereivorfälle würden laut FMA grosse mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen und gingen mit einem Vertrauensverlust bei Kunden und Partnern einher.

Die FMA hat ihre Geldwäschereiaufsicht überprüft und per 1. April 2019 neu organisiert (das "Volksblatt" berichtete). Das bisher den vier Aufsichtsbereichen angegliederte Dispositiv zur Bekämpfung der Geldwäscherei seien im Bereich Geldwäschereiprävention und Andere Finanzintermediäre (GWP/AFI) konzentriert worden. Der Bereich wurde personell verstärkt und nimmt die Geldwäschereiaufsicht risikobasiert in allen Finanzsektoren wahr, so die FMA weiter

Durch die Konzentration der Geldwäschereibekämpfung im Bereich GWP/AFI und die personelle Stärkung werdedie Wirksamkeit und Effizienz der Geldwäschereiaufsicht der FMA erhöht. Die FMA prüfe die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften in der Bekämpfung der Geldwäscherei durch die Finanzintermediäre und gehe konsequent gegen Verstösse vor. Sie werdezudem verstärkt eigene Sorgfaltspflichkontrollen bei den Finanzintermediären durchführen.

Geldwäschereibekämpfung fordere aber auch die Marktteilnehmer und könne nur gemeinsam gelingen: "Fi-nanzmarktakteure haben die Verantwortung, insbesondere auch vor dem Hintergrund der bedeutenden Neugeldzuflüsse und der internationalen Sanktionen, Sorgfaltspflichten strikte zu befolgen, um Geldwäschereirisiken und Reputationsschäden vorzubeugen", so die FMA

(pd/red)

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