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(Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|23.08.2018 (Aktualisiert am 23.08.18 08:55)

LLB und Regierung für Aufhebung der Staatsgarantie

VADUZ - Das Land haftet  für Sparguthaben und Kassenobligationen, sollten die Mittel der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) nicht reichen. Dies ist in einer Vereinbarung geregelt, welche Ende Juli 2020 ausläuft. Die Regierung und die LLB wollen diese nicht fortsetzen.

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VADUZ - Das Land haftet  für Sparguthaben und Kassenobligationen, sollten die Mittel der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) nicht reichen. Dies ist in einer Vereinbarung geregelt, welche Ende Juli 2020 ausläuft. Die Regierung und die LLB wollen diese nicht fortsetzen.

Die LLB verfügt über eine beschränkte Staatsgarantie des Landes Liechtenstein. In Artikel 5 des Gesetzes über die Liechtensteinische Landesbank (LLBG) vom 21. Oktober 1992 ist geregelt, dass das Land für Sparguthaben und Kassenobligationen haftet, sollten die Mittel der LLB nicht ausreichen. Um die Konformität mit den staatlichen Beihilfen gemäss Artikel 61 des EWR-Abkommens sicherzustellen, trafen das Land und die LLB am 13. September 2005 eine Vereinbarung. Diese regelt die Abgeltung der Staatsgarantie und ist bis 31. Juli 2020 befristet. Wie die LLB-Gruppe am Donnerstag mitteilte, unterstützt die Bank den Vorstoss der Regierung, angesichts des Ablaufens der Frist keine neue Vereinbarung mehr anzustreben und dem Landtag einen Bericht und Antrag vorzulegen, um Artikel 5 LLBG zu streichen.  

"Die LLB unterliegt als systemrelevante Bank einer speziell strengen Finanzmarktregulierung. Mit der Umsetzung von CRD IV und der Einlagensicherungs- und Anlegerschutzstiftung (EAS) verfügt Liechtenstein zudem über ein modernes Sicherungssystem, das eine angemessene Eigenkapitalausstattung sowie Schutz der Kundeneinlagen gewährleistet", teilte die Regierung dazu ebenfalls am Donnerstag mit.  Die LLB sei eine höchst stabile Bank, die sich im mehrheitlichen Besitz des Landes Liechtenstein befindet. Die Aufhebung der Staatsgarantie sei ein weiterer, logischer Schritt in der Entwicklung der LLB. Die Mehrheitsbeteiligung des Landes Liechtenstein an der LLB bleibt jedoch bestehen.

Ergebnis sinkt auf 45,8 Millionen Franken

Wie die LLB-Gruppe weiter mitteilte, setzte sie ihr Wachstum im ersten Halbjahr fort. "Das Geschäftsjahr 2018 steht bei der LLB-Gruppe unter einer grossen Überschrift: Wir wachsen nachhaltig. Sowohl organisch aus eigener Kraft als auch durch Übernahmen. Im ersten Halbjahr 2018 konnten wir in allen Marktdivisionen und Buchungszentren Netto-Neugeld-Zuflüsse erzielen. Die beiden Akquisitionen der LB(Swiss) Investment in Zürich und der Semper Constantia Privatbank in Wien haben wir rasch und planmässig abgeschlossen", wird Group CEO Roland Matt zitiert. Die wichtigsten Daten im Überblick: 

  • Der Netto-Neugeld-Zufluss erhöhte sich auf 1,1 Milliarden Franken.
  • Das Konzernergebnis belief sich auf 45,8 Millionen Franken. Aufgrund der Markteffekte lag es 23,7 Prozent unter dem Vorjahr.
  • Das Geschäftsvolumen stieg um 1 Prozent auf 62,9 Milliarden Franken.
  • Das Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft nahm um 4,3 Prozent auf 77,6 Millionen Franken zu.
  • Der Geschäftsertrag reduzierte sich aufgrund von Markteffekten um 3,2 Prozent auf 183,5 Millionen Franken.
  • Die Tier 1 Ratio betrug 21,6 Prozent.


Öffentliches Aktienrückkaufprogramm

Die LLB lanciert gemäss Mitteilung zudem ein öffentliches Aktienrückkaufprogramm und wird über die ordentliche Handelslinie der SIX Swiss Exchange bis zu 400 000 eigene Namenaktien zurückkaufen. Dies entspricht 1,3 Prozent des Aktienkapitals. Der Rückkauf erfolgt im Rahmen der Ermächtigung der Generalversammlung vom 12. Mai 2017, eigene Aktien im Umfang von maximal 10 Prozent des Aktienkapitals zu erwerben. Die zurückgekauften Aktien sollen für zukünftige Akquisitionen oder Treasury-Management-Zwecke verwendet werden. Das Rückkaufprogramm startet am 24. August 2018 und dauert längstens bis 31. Dezember 2020. Es findet keine Vernichtung der Aktien statt. Alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen seien eingeholt worden. Die LLB hat die Zürcher Kantonalbank mit der Durchführung des Rückkaufs der Namenaktien beauftragt. Weitere Informationen zum Aktienrückkauf sind unter www.llb.li/aktienrueckkauf verfügbar.

(red/pd)

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