Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
(Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|03.07.2018 (Aktualisiert am 23.07.18 16:55)

Verluste kaschiert: Steigt PostAuto in Liechtenstein aus?

BERN/VADUZ - Die Schweizerische Post gibt in einer Mitteilung vom Dienstag zu, dass PostAuto Liechtenstein ohne Unterstützung der Schweizer Mutter den Betrieb nicht hätte aufrecht erhalten können. Das künftige Engagement in Liechtenstein wird nun geprüft.

(Foto: Michael Zanghellini)

BERN/VADUZ - Die Schweizerische Post gibt in einer Mitteilung vom Dienstag zu, dass PostAuto Liechtenstein ohne Unterstützung der Schweizer Mutter den Betrieb nicht hätte aufrecht erhalten können. Das künftige Engagement in Liechtenstein wird nun geprüft.

Wie volksblatt.li bereits berichtete, zeigt der jüngst veröffentlichte Untersuchungsbericht von Kellerhals Carrard, dass PostAuto Schweiz verdeckt Gewinne ausgeschüttet und zu Unrecht Subventionen des Schweizer Staates erschlichen hat. Zwischen 2007 und 2012 flossen insgesamt 67 Millionen Franken an die Schweizer Post. Im selben Zeitraum investierte der Konzern Gelder in ähnlichem Umfang in das Auslandgeschäft in Liechtenstein und Frankreich.

Dies bestätigt nun auch die Post, in einer Medienmitteilung vom Dienstag und schreibt, damit liege der Verdacht nahe, dass die unrechtmässig erwirtschafteten Gewinne dazu gedient haben, das Auslandsgeschäft aufzubauen.

Leistungen nicht verrechnet

So seien gegenüber PostAuto Liechtenstein wie auch gegenüber CarPostal France über Jahre nicht alle Leistungen belastet worden. "Damit ist das Gesamtbild der Wirtschaftlichkeit des Ausland-Engagements von PostAuto in der Vergangenheit unvollständig dargestellt worden", so die Post. Die damaligen strategischen Entscheide dazu seien rechtens, "aus heutiger Sicht jedoch kritisch zu beurteilen".  Man habe nun Massnahmen beschlossen, damit sich solche Vorgänge nicht wiederholen können. Jetzt werde auch das künftige Engagement in Liechtenstein geprüft.

Die Ausschreibung für den Busbetrieb in Liechtenstein ab 2021 startet bald. Ob sich PostAuto daran nochmals beteiligen wird, war in den vergangenen Wochen zunehmend unwahrscheinlich geworden. Erst vergangene Woche forderte SVP-Nationalrat Roland Büchel öffnentlich, PostAuto soll sich aus Liechtenstein zurückziehen.

PostAuto Liechtenstein hat nicht rentiert

Kein Wunder: Durch die Unterstützung der in der Schweiz subventionierten Muttergesellschaft, hatte PostAuto Liechtenstein bessere Bedingungen als die Mitbewerber. Das Unternehmen erhielt folglich den Auftrag, weil es ein Angebot machte, das Liechtenstein nicht ablehnen konnte. PostAuto offerierte nicht nur den günstigsten Preis, sondern auch die höchste Qualität. PostAuto Liechtenstein ist daher mit dem Vorwurf konfrontiert, sich einen unlauteren Wettbewerbsvorteil verschafft zu haben. Darüber müsste jedoch ein Gericht befinden.

Fest steht seit Dienstag jedenfalls: PostAuto Liechtenstein hätte in den letzten Jahren kein positives Finanzergebnis erzielt. "Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse kommt nun auch das künftige Engagement in Liechtenstein auf den Prüfstand", schreibt die Post.


(ds)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Politik
Liechtenstein|28.06.2018 (Aktualisiert am 23.07.18 16:57)
Postauto-Fall: Kein Geldwäscherei-Verfahren eröffnet
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung