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Klarere Regeln beim Mandatswechsel sollen Konfliktsituationen vermeiden und den Stiftungsstandort und Finanzplatz Liechtenstein stärken. (Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|29.05.2018 (Aktualisiert am 29.05.18 14:30)

Treuhandkammer erleichtert Mandatswechsel

VADUZ - Die Liechtensteiner Treuhänder erleichtern die Übertragung der Verwaltung von Mandaten an andere Berufsangehörige und richten dazu eine Schlichtungskommission ein, wie es in einer Mitteilung der Treuhandkammer vom Dienstag heisst.

Klarere Regeln beim Mandatswechsel sollen Konfliktsituationen vermeiden und den Stiftungsstandort und Finanzplatz Liechtenstein stärken. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Die Liechtensteiner Treuhänder erleichtern die Übertragung der Verwaltung von Mandaten an andere Berufsangehörige und richten dazu eine Schlichtungskommission ein, wie es in einer Mitteilung der Treuhandkammer vom Dienstag heisst.

Es gehöre zu den wichtigsten Aufgaben der Liechtensteinischen Treuhandkammer und ihrer Mitglieder, dem Ansehen des Stiftungsstandortes Sorge zu tragen. "In letzter Zeit sind hinsichtlich der Übertragung von Mandatsverhältnissen an einen anderen Treuhänder vermehrt offene Fragen aufgetaucht, die zu Diskussionen und damit verbunden zu Unsicherheiten geführt haben", heisst es in der Mitteilung. Um dem zu entgegnen, wurde an der Plenarversammlung der Mitglieder der Liechtensteinischen Treuhandkammer vom 28. Mai eine Lösung beschlossen, welche die zeitnahe Übertragung von Mandaten an andere Berufsangehörige wesentlich erleichtern soll.

Missachtung der Schlichtungskommission kann disziplinarrechtliche Folgen haben

Kern dieser Lösung sei eine Anpassung der Standesrichtlinien, wonach künftig streitige Fälle bezüglich angestrebter Wechsel der Verwaltung von Mandaten zu einem anderen Treuhänder von einer neugeschaffenen, dreiköpfigen Schlichtungskommission beurteilt werden. Diese soll die "best practice" für den vorgelegten Fall bestimmen und eine entsprechende Empfehlung abgeben. "Die Missachtung einer solchen Empfehlung kann disziplinarrechtliche Folgen nach sich ziehen. Dies gewährleistet, dass die in der Praxis bestehenden Unsicherheiten beseitigt werden können, und der Weg freigemacht wird für eine zeitnahe Übertragung von Verwaltungsmandaten in berechtigten Fällen", schreibt die Treuhandkammer. Gleichzeitig könnten mit dieser Lösung die Bedenken allfälliger Nachteile bei der Anerkennung der Rechtsträger, wie z.B. der Stiftung, Rechnung getragen werden. Eine Übertragung der Verwaltung von Mandaten ist in der Praxis in vielen, aber nicht allen Fällen gerechtfertigt.

Die Delegation der Schlichtung von Streitigkeiten, welche gemäss Treuhändergesetz bisher Aufgabe des Vorstandes war, an die neugeschaffene Schlichtungskommission machte auch eine entsprechende Anpassung der Geschäftsordnung notwendig.

Anpassung werde zu mehr Klarheit bei Mandatswechsel führen

Das Instrument der Stiftung erlaubt es, ein Vermögen über und für Generationen nach den Vorgaben des Stifters zu sichern, im Interesse aller Beteiligten zu verwalten und zweckgerichtete Ausschüttungen vorzunehmen. Bei der Verwirklichung des Stifterwillens und der Verwaltung der Stiftung zugunsten der Beteiligten, kommt dem Treuhänder eine zentrale Rolle zu. Ist das Vertrauen aller Beteiligten in den Treuhänder nicht mehr gegeben, stellt in aller Regel – unter Beachtung der geltenden Rechtsvorschriften – die Übertragung des Mandatsverhältnisses an einen anderen Treuhänder die adäquate Lösung dar. "Die Anpassung der Standesrichtlinien wird im Hinblick auf Mandatswechsel zu mehr Klarheit führen. Damit werden Konfliktsituationen vermieden und der Stiftungsstandort und Finanzplatz Liechtenstein gestärkt", ist die Treuhandkammer überzeugt.

Anlässlich der Plenarversammlung vom 28. Mai wurden zudem die Disziplinarorgane der Treuhandkammer, das sind die Untersuchungsperson und die Standeskommission, neu gewählt. Deren zweijährige Amtsperiode wird am 1. Januar 2019 beginnen. Infolge eines Vorstandsbeschlusses soll nur noch ein Mitglied des Vorstandes in der Standeskommission vertreten sein. Als Vorsitzender wurde Peter Prast wiedergewählt, und als ordentliche Mitglieder neu Alexander Lins und Nicolas Reithner gewählt. Mit der Wahl von Stephan Ochsner als Untersuchungsperson soll die Unabhängigkeit der Disziplinarorgane weiter gestärkt werden. Schliesslich standen auch Neuwahlen des Vorstandes an. Mit Ausnahme von Johannes Gasser, der auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat und dessen Tätigkeit verdankt wurde, wurden alle bisherigen Mitglieder wiedergewählt.

(red/pd)

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