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«Wir stellen Jungunternehmern Geld zur Verfügung und setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass aus dem Unternehmen eine nächste Hilti, Ivoclar, LGT oder Neutrik wird», erklärt Mathias Jaeggi. (Foto: Michael Zanghellini)
Wirtschaft
Liechtenstein|24.05.2018 (Aktualisiert am 24.05.18 09:13)

Jaeggi: «Die Arbeitsplätze von morgen sind die Start-ups von heute»

VADUZ - Liechtenstein «auf die Karte der Start-up-Welt» setzen, ist das Ziel von SeedX und Mathias Jaeggi, der dort seit April Geschäftsführer ist. Er will sich vor allem auf Unternehmen mit Wachstumspotenzial konzentrieren, die später viele Arbeitsplätze generieren.

«Wir stellen Jungunternehmern Geld zur Verfügung und setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dass aus dem Unternehmen eine nächste Hilti, Ivoclar, LGT oder Neutrik wird», erklärt Mathias Jaeggi. (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Liechtenstein «auf die Karte der Start-up-Welt» setzen, ist das Ziel von SeedX und Mathias Jaeggi, der dort seit April Geschäftsführer ist. Er will sich vor allem auf Unternehmen mit Wachstumspotenzial konzentrieren, die später viele Arbeitsplätze generieren.

«Volksblatt»: Vor rund eineinhalb Jahren ist SeedX sehr prominent aus der Taufe gehoben worden. Lange hat man dann nichts mehr von  SeedX gehört. Nun wurde in Ihrer Person ein Geschäftsführer gefunden und Sie haben Ihre Arbeit aufgenommen. Wie kann man sich Ihren Job vorstellen, suchen Sie aktiv nach förderwürdigen Start-ups oder melden sich Start-ups bei Ihnen?

Mathias Jaeggi: Unser Ziel ist es, den Start-ups die bestmöglichen Wachstumschancen zu geben. Dazu bauen wir zurzeit ein Netz an Mentoren, Investoren, Partnerunternehmen und Experten sowie ein schlagkräftiges eigenes Team auf. Start-ups können sich gerne bereits jetzt bei mir melden, wir werden aber frühestens im August mit der Finanzierung von Jungunternehmen beginnen.


Als SeedX aus der Taufe gehoben wurde, hiess es, dass jetzt erst Kapital eingesammelt werden müsse. Ist mittlerweile Kapital vorhanden?

Die Finanzierung von SeedX ist erst mal gesichert. Wir haben jedoch grosse Ziele, also suchen wir permanent nach professionellen Investoren für die Start-ups. Auch laden wir die lokalen Industriebetriebe und Dienstleister ein, mit uns und unseren Start-ups zusammenzuarbeiten.


Die Suche nach Investoren ist also in dem Fall nicht abgeschlossen. Können sich potenzielle Geldgeber bei Ihnen melden?

Ja, unbedingt. Es können sich sowohl Unternehmen als auch qualifizierte Privatpersonen bei uns melden. Unternehmen können mit uns gemeinsam in spezifische Start-ups investieren, wodurch sie Zugang zu Innovation und Technologie erhalten. Kriterium bei Privaten ist, dass sie über genügend liquides Kapital und Vermögen verfügen, da wir bei der Start-up-Förderung von Hochrisikoinvestitionen sprechen. SeedX wird kein klassischer Inkubator sein, wir gehen mehr in Richtung «Venture Capital», sind also ein Investor. Während ein Inkubator zentralisiert arbeitet und entsprechende Start-ups an einem Standort ansiedelt, arbeiten wir eher dezentral. Wir werden die besten Start-ups im deutschsprachigen Raum finanzieren und unterstützen, unabhängig von deren Standort.


Ursprünglich hiess es aber, dass fünf bis zehn erfolgversprechende Start-ups in Liechtenstein angesiedelt werden sollen.

Klar, unser Ziel ist es, auch Start-ups nach Liechtenstein zu bringen und hier weiterzuentwickeln oder lokale Start-ups zu finanzieren, aber es ist nicht unsere zentrale Aufgabe. Wir sind nicht für «Wirtschaftsförderung» zuständig – sprich, uns geht es primär darum, Liechtenstein auf die Karte der Start-up-Welt zu setzen. Es gibt zudem bereits bestehende lokale Initiativen, wie Business Angel Clubs, Coworking Spaces oder den Investor Summit, wir sehen uns als ein Puzzleteil davon.


Wie kann man sich die Auswahl der Start-ups vorstellen? So wie in der Fernsehsendung «Höhle der Löwen», in der ja das Boardmitglied von SeedX, Frank Thelen, regelmässig zu sehen ist?

Ähnlich, aber nicht identisch, es ist vielmehr ein stetiger Prozess und unsere Entscheide werden im Kollektiv gefällt. Wir sind in ständigem Austausch mit Start-ups, mit Acceleratoren, Inkubatoren, mit Business Angel Clubs – man arbeitet da wirklich eng zusammen und hilft sich gegenseitig. Wir nehmen dann an sogenannten Finanzierungsrunden teil, die mit zunehmendem Wachstum der Start-ups grösser werden. Da sind wir eher im frühen Stadium, bei sogenannten Seed und Series A Investments angesiedelt. Und Frank ist mit seinem Wissen und Netzwerk sehr wertvoll für SeedX.


Auf welche Start-ups fokussieren Sie sich?

Wir haben vor allem ein Auge auf Start-ups, die im Business-to-business-Bereich tätig sind, also nur indirekt mit den Endkunden zusammenarbeiten. Wir achten auch darauf, dass diese Unternehmen in Märkten tätig sind, die Wachstums-potenzial haben und in denen SeedX beziehungsweise unsere Mentoren oder Verwaltungsräte einen Mehrwert bieten können. Bei der Auswahl eine gewichtige Rolle spielt auch das Team, das hinter einem Start-up steht: Funktionieren diese Leute zusammen, ist das Team ausgeglichen? Diese Fragen sind sehr wichtig. Erst danach kommt das Businessmodell zu tragen. Das muss solide sein, aber üblicherweise ändert sich das Businessmodell ein paar Mal in der Frühphase eines Start-ups. In der Regel werden wir jedoch mehrere Hundert Start-ups anschauen, bevor wir eine Investition tätigen. Wir wollen wirklich die Besten daraus selektionieren. Aber das sagt natürlich jeder von sich (lacht).

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