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Liechtenstein|11.04.2018 (Aktualisiert am 12.04.18 11:19)

Der Anatolia Dorfimbiss muss um seine Existenz bangen

ESCHEN - Die Pläne zum Abriss und Neubau des Kreuz-Areals wurden in den Medien ausführlich beschrieben. Eine Frage blieb offen: Was passiert mit dem Dönerladen? Wir fuhren nach Eschen und sind auf eine Situation gestossen, die verzwickter kaum sein könnte.

ESCHEN - Die Pläne zum Abriss und Neubau des Kreuz-Areals wurden in den Medien ausführlich beschrieben. Eine Frage blieb offen: Was passiert mit dem Dönerladen? Wir fuhren nach Eschen und sind auf eine Situation gestossen, die verzwickter kaum sein könnte.

Vor 16 Jahren eröffnete Ayhan Gündogdu im Kreuz-Areal in Eschen, direkt beim Dorfplatz, einen Dönerladen. Auf die Idee hatte ihn die Vermieterin seiner damaligen Wohnung, der damals auch das Kreuz-Areal gehörte, gebracht.

Ein eigenes Kebab-Bistro? Neuland für Ayhan Gündogdu – doch er sagte zu und baute seinen Familienbetrieb auf. Im «Anatolia Dorfimbiss» arbeiten heute vier Personen: Ayhan Gündogdu selbst, seine Frau, seine Tochter sowie ein Pizzabäcker.

Der Geschäftsgang ist gut. Der Imbiss hat sich längst zum Stammlokal einiger Eschner entwickelt. Nicht zuletzt die Nähe zu den weiterführenden Schulen des Unterlandes machte den Anatolia über die Jahre zu der Gastronomiegrösse im Liechtensteiner Unterland, die er heute darstellt. Und ja, sogar im Oberland ist «dr Anatolia» ein Begriff.

Keine echten Alternativen

Doch seit einigen Monaten plagen Ayhan Gündogdu schlaflose Nächte. Er sieht die Existenz des Anatolia Dorfimbisses und damit die Lebensgrundlage seiner Familie in Gefahr.

So wird das Kreuz-Areal im August dem Erdboden gleichgemacht (das «Volksblatt» berichtete). Dass das irgendwann passieren wird, weiss Gündogdu schon länger. Jedoch hatte seine – mittlerweile verstorbene – Vermieterin die Liegenschaft unter der Bedingung an die Gemeinde verkauft, «dass bei einem Abriss eine alternative Lösung für den Anatolia gefunden wird», wie Gündogdu gegenüber dem «Volksblatt» erklärt.

Die Optionen, die sich nun aber anbieten, sind keine echten Alternativen. Zumindest nicht, wenn unternehmerisch kalkuliert wird.

Dass der Neubau «Kreuz plus» wohl auch ein «Kreuz minus Anatolia» sein wird, scheint bereits festzustehen. Während der Bauzeit käme es für Gündogdu nämlich zu einem Umsatzausfall. Zudem wären bei einem Neueinzug Investitionen für Inventar und Küche im Bereich von mehreren Hunderttausend Franken notwendig. Auch die Miete wäre wohl höher angesetzt als heute.

Die ideale Lösung für den Anatolia Dorfimbiss wäre also ein neuer Standort im Dorfkern von Eschen. Einen solchen haben sie jedoch nicht gefunden. Die Gemeinde sei – so wie es sich die einstige Vermieterin gewünscht hatte – aktiv geworden, versichert Gemeindevorsteher Günther Kranz auf Anfrage. Von den Grundstücken in Gemeindebesitz habe sich jedoch keines geeignet. Daraufhin seien Private angefragt worden – ohne Erfolg. Dabei wolle man den Imbiss im Dorfzentrum halten, die Wertschätzung sei definitiv vorhanden, sagt der Vorsteher. Die Familie Gündogdu hat dies anders erlebt.

Zu wenig Zeit für Amortisierung

Feststeht: Die nun auf den Weg gebrachte Lösung kam nicht von der Gemeinde.

Plus - Artikel

Welche Lösung das ist und weshalb diese dem Anatolia Dorfimbiss auch nur bedingt weiterhilft, erfahren Sie hier.
(ds)

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