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Coronavirus
Liechtenstein|31.03.2020 (Aktualisiert am 25.04.20 09:08)

Finanzsektor geht laut AFMS gut gerüstet in Krise

VADUZ - Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität ist zuversichtlich, dass der liechtensteinische Finanzsektor für die Krise aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus gut gerüstet ist. Der Bankensektor weise eine überdurchschnittliche Solvenz- und Liquidität auf, die sich derzeit als Puffer positiv auf die Widerstandsfähigkeit und die Stabilität auswirken würden. Man beobachte die Situation jedoch aufmerksam.

Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität (AFMS) hat in seiner vierten Sitzung am Montag die aktuelle konjunkturelle Lage sowie die internationalen Finanzmarktentwicklungen der vergangenen Wochen im Lichte der Coronavirus-Krise diskutiert und mögliche Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität in Liechtenstein beurteilt, wie der Ausschuss am Dienstag mitteilte.

Grosses Puffer könnte noch hilfreich sein

Obwohl die erwartete globale Krise die Realwirtschaft in Liechtenstein massiv treffe, befinde sich der Finanzsektor weiterhin in einem stabilen Zustand. Der Bankensektor, der in Liechtenstein im Vergleich mit anderen Ländern sehr gross sei, weist laut der Mitteilung weit überdurchschnittliche Solvenz- und Liquiditätsindikatoren auf, die sich nun in einer Stresssituation als Absorptionspuffer sehr positiv auf die Widerstandsfähigkeit und die Stabilität auswirken würden. Trotzdem beobachten die FMA und die Regierung die Situation weiterhin aufmerksam und bleiben mit den Finanzmarktakteuren in engem und regelmässigem Kontakt.

Beibehaltung des antizyklischen Kapitalpuffers bei 0%

Im Zuge seiner quartalsmässigen Beurteilung hat der AFMS ausserdem empfohlen, den Antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP) - ein Instrument zur Eindämmung eines übermässigen Kreditwachstums - weiterhin bei 0 Protzent der risikogewichteten Aktiva zu belassen. Die Kreditlücke habe in Liechtenstein zwar zuletzt zugenommen und verzeichnete mit Jahresende 2019 einen leicht positiven Wert. Derzeit sei aber noch kein exzessives Kreditwachstum feststellbar ist.

Gleichzeitig unterstreicht die Zunahme der zyklischen Risiken die Notwendigkeit einer vertieften Analyse zu den Ursachen und Treibern der hohen privaten Haushaltsverschuldung in Liechtenstein, welche die FMA noch für dieses Jahr angekündigt hat. Darüber hinaus befasste sich der AFMS mit der weiteren Umsetzung der Empfehlungen des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB).

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(red/Ikr)

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