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Lorenz Risch und der ehemalige Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini stellten die Ergebnisse der Studie vor rund einem Jahr vor. (Foto: ZVG)
Coronavirus
Liechtenstein|22.06.2022 (Aktualisiert am 22.06.22 17:22)

Fachmagazin veröffentlicht liechtensteinische Covid-Studie

VADUZ - Liechtenstein macht Schule: Wie die Covi-Gapp-Studie mit rund 1200 teilnehmenden Liechtensteinern zeigte, kann ein Sensorarmband eine Covid-19-Infektion etwa zwei Tage vor Symptomausbruch erkennen. Die Ergebnisse werden nun auch in dem wissenschaftlichem Magazin BMJ Open publiziert.

Lorenz Risch und der ehemalige Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini stellten die Ergebnisse der Studie vor rund einem Jahr vor. (Foto: ZVG)

VADUZ - Liechtenstein macht Schule: Wie die Covi-Gapp-Studie mit rund 1200 teilnehmenden Liechtensteinern zeigte, kann ein Sensorarmband eine Covid-19-Infektion etwa zwei Tage vor Symptomausbruch erkennen. Die Ergebnisse werden nun auch in dem wissenschaftlichem Magazin BMJ Open publiziert.

Ein wissenschaftliches Konsortium unter der Leitung von Lorenz Risch, David Conen und Martin Risch startete 2020 eine Studie im Wettlauf gegen das Coronavirus. Ein Jahr lang trugen die Probanden aus Liechtenstein über Nacht ein mit drei Sensoren bestücktes Armband, welches alle zehn Sekunden fünf physiologische Parameter erfasste: Hauttemperatur, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Hautperfusion. Während der Studiendauer von April 2020 bis März 2021 hat das sensorische Armband über 915 Milliarden Datenpunkte erfasst, die anschliessend von einem selbstlernenden Algorithmus ausgewertet wurden.

Die Ergebnisse präsentierten Lorenz Risch und der ehemalige Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini bereits im Frühjahr 2021: Zum einen konnte das Armband physiologische Veränderungen während einer Covid-19-Infektion nachweisen - bei 71 Prozent der positiv getesteten Teilnehmer wurde die Infektion sogar zwei Tage vor den ersten Symptomen erkannt. "Eine präsymptomatische Früherkennung ist also möglich", so die Studienverantwortlichen.

Diese Ergebnisse werden nun auch in dem Fachmagazin BMJ Open publiziert, wie die Dr.-Risch-Gruppe am Mittwoch mitteilte. Dies dauert in der Regel länger, weil die Studien vor der Veröffentlichung zunächst einen Review-Prozess durchlaufen.

"Wir sind sehr erfreut über die Publikation unserer Erkenntnisse im Wissenschaftsmagazin BMJ Open, das von der British Medical Association herausgegeben wird. Durch den unschätzbaren Beitrag der Teilnehmenden sowie durch die grosszügige Studienförderung, hauptsächlich durch das Fürstenhaus Liechtenstein, die liechtensteinische Regierung sowie der europäischen Innovative Medicines Iniative (IMI), konnten wir die Studie innert kürzester Zeit lancieren", wird Lorenz Risch, Initiator der Studie, in der Mitteilung zitiert.

Nachfolgestudie in den Niederlanden

Die Ergebnisse aus Liechtenstein inspirierten für weitere wissenschaftliche Arbeiten. Das sensorische Armband soll nun in einer erweiterten, von der EU finanzierten Studie mit über 20'000 Teilnehmern in den Niederlanden zum Einsatz kommen.

(red/pd)

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