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Der Koromoran bedroht - besonders im Liechtensteiner Unterland - gefährdete Fischarten. (Symbolfoto: Shutterstock)
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Liechtenstein|10.12.2020 (Aktualisiert am 10.12.20 18:38)

Amt für Umwelt will Kormorane vergrämen

VADUZ - In Liechtenstein können unter bestimmten Voraussetzungen Vergrämungsmassnahmen gegenüber Kormoranen getroffen werden. Das Amt für Umwelt (AU) informiert in einer Aussendung über die Hintergründe und Massnahmen.

Der Koromoran bedroht - besonders im Liechtensteiner Unterland - gefährdete Fischarten. (Symbolfoto: Shutterstock)

VADUZ - In Liechtenstein können unter bestimmten Voraussetzungen Vergrämungsmassnahmen gegenüber Kormoranen getroffen werden. Das Amt für Umwelt (AU) informiert in einer Aussendung über die Hintergründe und Massnahmen.

Die Bestände des Kormorans in Mitteleuropa haben sich, nachdem die Tiere lange Zeit als Fischerei- und Forstschädlinge verfolgt wurden, aufgrund der Schutzbemühungen wieder erholt. In der der Schweiz beispielsweise habe der Kormoran vor 20 Jahren das erste Mal wieder gebrütet. Heute gebe es bereits wieder um die 2100 Brutpaare. Rechnet man die Wintergäste während der Zugzeit dazu, sind es gemäss Aussendung bis 6000 Tiere. In vielen Ländern gebe es aufgrund grosser Populationen mittlerweile ein aktives Kormoranmanagement. Dieses sei nötig geworden, um die Konfliktfelder, hauptsächlich im Artenschutz von gefährdeten Fischarten, aber auch mit der Berufsfischerei, zu minimieren. Auch in Liechtenstein habe es in der Vergangenheit solche Vergrämungen stattgefunden.

Kormorane bedrohen Fischbestände

Derzeit hielten sich insbesondere im Unterland Gruppen von Kormoranen auf. Diese können bei grosser Anzahl die einheimischen Fischbestände und damit geschützte Arten wie beispielsweise die gefährdete Fischart Äsche dezimieren und in ihrem Bestand bedrohen. In der Bodenseeregion stünden durch die Klimaerwärmung und die damit erhöhten Wassertemperaturen zunehmend die letzten Populationen unter hohem Druck.

Vor diesem Hintergrund habe das AU gemeinsam mit dem Fischereiverein, der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz, dem Ornithologischen Verband sowie der Botanisch-Zoologischen Gesellschaft Anfang des Jahres beschlossen, aus Artenschutzgründen und im Anlassfall einzelne Vergrämungsmassnahmen vorzunehmen. Solche Aktionen werden gemäss Mitteilung in allen umliegenden Ländern, insbesondere in der Bodenseeregion, getätigt. Liechtenstein wäre damit keine Ausnahme.

Die geplanten Vergrämungen würden dann ausgeführt, wenn sich Kormorane in Gruppen sammeln. Sie beschränken sich örtlich auf den Binnenkanal zwischen der Abwasserreinigungsanlage Bendern und der Industrie- und Gewerbezone in Ruggell. Bei den Vergrämungsaktionen sollen die Kormoran-Schwärme mit lauten Knallgeräuschen beunruhigt werden, sodass sie den Gewässerabschnitt meiden. Das AU möchte deshalb Freizeitnutzer, die sich während dieser Zeit am beschriebenen Abschnitt aufhalten, auf mögliche Knallgeräusche hinweisen.

Die Vergrämungsaktionen seien kurz- bis mittelfristige Massnahmen, um den im Rheintal einzigartigen Äschenbestand Liechtensteins und die aktuell laichenden und ebenfalls gefährdeten See- und Bachforellen in Liechtenstein zu schützen. Langfristig seien solche Fischarten darauf angewiesen, dass Gewässer in einem guten ökologischen Zustand sind und solche Aktionen nicht mehr nötig sind.

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(red / ikr)

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