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Liechtenstein|19.05.2020 (Aktualisiert am 19.05.20 15:31)

Immunologie: UFL gründet neues Forschungsinstitut

TRIESEN - Die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL) hat mit dem "Institut für Translationale Medizin" ein neues Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Immunologie in Liechtenstein gegründet. Leiter ist der Mikrobiologe Christoph Gassner.

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TRIESEN - Die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL) hat mit dem "Institut für Translationale Medizin" ein neues Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Immunologie in Liechtenstein gegründet. Leiter ist der Mikrobiologe Christoph Gassner.

«Translation» bedeutet die Übersetzung von Forschungsresultaten in Anwendungen, definiert Gesundheit und verbessert Diagnostik und Therapie für Menschen mit Erkrankungen. "Das Institut ist damit gleichzeitig Labor und Innovationsschmiede", wie die UFL am Dienstag mitteilte. Mit der Leitung und dem Aufbau des Instituts sei Prof. Dr. Christoph Gassner beauftragt worden. "Der österreichische Mikrobiologe und Biochemiker ist Experte für erworbene und angeborene Immungenetik sowie menschliche Blutgruppen und deren genetischen Grundlagen", schreibt die Private Universität. "Ihn reize das Erforschen, Erkennen und Verstehen dieser 'biologisch schönen Prozesse' und ihre individuelle Ausprägung zwischen verschiedenen Menschen. Teil eines gleichzeitig professionellen und naiven Forschungs-Teams sein zu dürfen, habe ihn zusätzlich motiviert, die Berufung zum Institutsleiter anzunehmen."

Immunologie und Immungenetik

Das Institut werde sich mit dem Thema Immunologie beschäftigen. Immunologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Reaktion des Organismus auf körperfremde Substanzen befasst. Sie berühre daher sehr viele gesundheitsrelevante Themen, so auch die aktuellen SARS CoV-2-Infektionen. "Darüber hinaus spielt Immunologie in vielen anderen Bereichen wie Impfung, Toleranz einer werdenden Mutter gegenüber dem Ungeborenen, Autoimmunerkrankungen, allergische Reaktionen, Transfusion und Transplantation eine massgebliche Rolle", so die UFL. Das Institut möchte dabei vor allem Gene untersuchen, die individuelle, persönliche Immunreaktionen einzelner Menschen bestimmen - Immungenetik also. Eine typische Frage könnte lauten: Warum, aus genetischer Sicht, spüren bestimmte Menschen eine SARS CoV-2 Infektion kaum, und andere sterben daran? Die Untersuchung individueller immunologischer Variationen sei ein konkreter Forschungs-Schwerpunkt des Instituts.

Forschungskooperation und -finanzierung

Derzeit prüfe Gassner Möglichkeiten der Forschungskooperation mit verschiedenen Institutionen in der Region. Zudem plant er aktuell bereits ein Forschungsprojekt zum Thema Blutgruppen mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wie die UFL schreibt.

Gemeinsam mit Rektorin Barbara Gant arbeite er zudem an der Finanzierungsplanung des Instituts. So sind Privatpersonen, aber auch Stiftungen und Institutionen eingeladen, die Forschungstätigkeit des Instituts zu unterstützen. Wissenschaft dürfe sich nicht in einen "Elfenbeinturm" zurückziehen, "ganz einfach und pragmatisch auch deshalb, weil sie Mittel benötigt, also Finanzierung. Sie muss Bodenhaftung bewahren", so der Wissenschaftler. "Viele Forscher tragen zu einer ständigen graduellen Verbesserung bei, ohne viel öffentliche Anerkennung zu bekommen, aber seriös durchgeführte Wissenschaft führt immer zu einem Resultat: Wissen."

Transfusionsmedizin, Blut und Blutgruppen

Ein zweites konkretes Forschungsthema verbinde das biologische Vorzeigesystem für Vererbung (Blutgruppen) mit klassischer Molekularbiologie («wet-lab») und Bioinformatik (Daten-Nutzung). Zwischen 600 und 1000 Liechtensteiner würden einmal pro Jahr Blut im Zuge einer Transfusion erhalten. "Blutgruppen-Kompatibilität zwischen Spender und Empfänger ist nach wie vor das Hauptkriterium für erfolgreiche Transfusionen", so die UFL. "Erst kürzlich wurde auch wissenschaftlich berichtet, dass Menschen mit der Blutgruppe A offenbar eher von SARS CoV-2 infiziert werden, als Menschen mit Blutgruppe 0. Blutgruppen sind wesentlich vielgestaltiger als allgemein bekannt. Daher werden heute auch in Bereich Blutgruppenbestimmung neu gendiagnostische Methoden eingesetzt. Derartige Methoden erfordern zunehmend Bioinformatik, Maschinelles Lernen und Artifizielle Intelligenz."

Konsequente Strategie

Im Januar 2020 habe die UFL ihre Strategie für die kommenden Jahre im Hochschulentwicklungsplan 2025 festgelegt. "Im Bereich der Forschung ist darin unter anderem der Aufbau von Forschungsinstituten vorgesehen. Forschung ist entscheidend für die weitere Entwicklung der UFL und wird unter anderem in Form von Kooperationsmodellen umgesetzt", so die UFL. Das «Institut für translationale Medizin» habe als UFL-eigenes Institut Modellcharakter.

(red/pd)

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