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Liechtenstein|15.11.2019 (Aktualisiert am 15.11.19 11:21)

Messerstecherei zu Ostern: Zwei Jugendliche angeklagt

VADUZ - Am 21. April, in der Nacht zum Ostermontag, kam es im Mühleholz zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendlichen. Einer der zwei Beteiligten, ein 17-Jähriger, wurde dabei durch einen Messerstich in die Brust schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchungen nun abgeschlossen und erhebt gegen beide Jugendliche Anklage, wie diese am Freitag mitteilte.

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VADUZ - Am 21. April, in der Nacht zum Ostermontag, kam es im Mühleholz zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendlichen. Einer der zwei Beteiligten, ein 17-Jähriger, wurde dabei durch einen Messerstich in die Brust schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchungen nun abgeschlossen und erhebt gegen beide Jugendliche Anklage, wie diese am Freitag mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage davon aus, dass der 16-Jährige im Darknet 1000 Tabletten mit dem verbotenen Wirkstoff Etizolam gekauft hat und davon dem 17-Jährigen 900 Stück beim vereinbarten Treffen in der Tatnacht verkaufen wollte. Weiter wird vermutet, dass der 17-Jährige dem Lieferanten die Tabletten ohne Bezahlung abnehmen wollte. Zu diesem Zweck - so der Vorwurf in der Anklage - schlug der 17-Jährige seinem Gegenüber eine Bierflasche auf den Kopf. Der 16-Jährige zog laut Anklage daraufhin ein Klappmesser und stiess es seinem Kontrahenten in die Brust, wodurch dieser eine erhebliche Stich- und Schnittverletzung mit Durchtrennung einer Schlagader und einer Rippe erlitt.

Schwere Körperverletzung, schwerer Raub und Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz

Dem 16-Jährigen wird das Verbrechen der absichtlich schweren Körperverletzung und ein Verbrechen nach dem Betäubungsmittelgesetz, dem 17-Jährigen das Verbrechen des versuchten schweren Raubes und ebenfalls ein Verbrechen nach dem Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Theoretisch möglich wäre eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.

Teilweise geständig

Die Anklagten sind laut Mitteilung teilweise geständig, machten im Rahmen der Untersuchung jedoch widersprüchliche Angaben. Beide gaben an, in Notwehr gehandelt zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Anklage ist rechtskräftig. Ein Verhandlungstermin vor dem zuständigen Land- als Jugendgericht steht gemäss Mitteilung aber noch nicht fest. Beide Angeklagten befänden sich auf freiem Fuss.

Gefälschte "Xanax"-Tabletten im Umlauf

Die Tabletten konnten von der Polizei sichergestellt werden. Laut Untersuchungsbericht handelt es sich um "Xanax"-Imitate mit dem Wirkstoff Etizolam. Dieser habe ein hohes Suchtpotential und könne bei Überdosierung oder in Kombination mit Alkohol oder Opioiden zu einer lebensgefährlichen Atemdepression führen. Seit einiger Zeit seien auch "Xanax"-Fälschungen in Liechtenstein im Umlauf und bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. "Der Konsum von Designerdrogen ist hoch riskant. Eigentlich weiss man nie, welcher Wirkstoff in welcher Konzentration enthalten ist", warnt der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner.

(red/pd)

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