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Eine der Aufgaben von Malerin Desirée Ackermann war ein sogenannter «Speedtask», eine Zwischenarbeit mit knapp berechneter Zeit. Alles in allem schlug sie sich laut ihrem Experten am zweiten Tag aber sehr gut. (Fotos: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|25.08.2019

Die Feuertaufe für Konzentration und Durchhaltevermögen

KAZAN - Wer an den Berufsweltmeisterschaften mithalten will, muss sowohl schnell, als auch sorgfältig arbeiten. Besonders während den «Speedtasks» wurde das erneut klar. Ansonsten haben sich die sechs jungen Berufsleute allerdings in den Wettbewerb eingelebt.

Eine der Aufgaben von Malerin Desirée Ackermann war ein sogenannter «Speedtask», eine Zwischenarbeit mit knapp berechneter Zeit. Alles in allem schlug sie sich laut ihrem Experten am zweiten Tag aber sehr gut. (Fotos: Michael Zanghellini)

KAZAN - Wer an den Berufsweltmeisterschaften mithalten will, muss sowohl schnell, als auch sorgfältig arbeiten. Besonders während den «Speedtasks» wurde das erneut klar. Ansonsten haben sich die sechs jungen Berufsleute allerdings in den Wettbewerb eingelebt.

Verglichen mit den Arbeitsplätzen der anderen liechtensteinschen «WorldSkills»-Teilnehmern, war es bei den IT-Kandidaten am zweiten Tag vergleichsweise still. Nur einzelne Stimmen der Besucher unterbrachen das Tastaturgeklapper von Dominik Manser (IT Softwareapplikationen für Unternehmen) und Luca Hogge (IT Netzwerk- und Systemadministration). Hogges Experte Stefan Wachter beobachtete stillschweigend den Arbeitsbereich der Kandidaten. «Heute steht der Netzwerkteil auf dem Plan», sagte Wachter. «Luca muss zwei Netzwerkteile an verschiedenen Standorten verknüpfen und daran auch an die erforderliche Internetsicherheit denken, sprich, das Ganze noch verschlüsseln.» Des Weiteren müsse er auch noch mehrere Telefonanlagen miteinander verknüpfen. Auch Manser hatte einen straffen Arbeitsplan. Den zweiten Tag hindurch musste er beispielsweise eine neue Desktopapplikation entwickeln oder das Programm zur Wartung von Maschinen schreiben.

Viel stand auch Sanitär- und Heizungsmonteur Nicola Batliner bevor. Jedoch nicht unbedingt in Bezug auf die Menge der verschiedenen Aufträge, sondern auf die Umstände, unter denen er diese Lösen musste: Zeitdruck. Beim sogenannten «Speedtask», der eineinhalb Stunden dauerte, musste er eine Rohrkonstruktion mit mehreren Biegungen und Verbindungsstücken anfertigen. Anschliessend ging für ihn derselbe Auftrag weiter, wie bereits am Vortag. Viel Zeit um sich von den Strapazen auszuruhen blieb somit nicht. Einen solchen «Speedtask» erwartete auch Malerin Desirée Ackermann. Sie hatte zuvor aber schon mit dem Hauptbild begonnen, das am Schluss ihre Arbeitswand schmücken wird: Ein buntes Abbild des Sujumbike-Turms, einem der vielen Türme des Kazaner Kremls. Zu Ackermanns Fortschritt sagte ihr Experte, Dominik Gruber, am Samstagnachmittag folgendes: «Desirée macht sich bislang sehr gut und arbeitet fleissig. Ich bin stolz auf sie.»

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Sanitär- und Heizungs­monteur Nicola Batliner bei der Arbeit. Auch er musste am Samstag einen «Spe­edtask» über sich ergehen lassen.

Jeder Handgriff muss sitzen

Ein Blick in alle Arbeitsplätze der sechs «WorldSkills»-Kandidaten zeigte, dass sich auch am zweiten Tag alle sehr gut unter Kontrolle hatten. Nach wie vor blieben sie konzentriert bei der Sache. Nichts desto trotz lastet ein enormer Druck auf ihren Schultern. Nicht nur, da die Aufgaben und die Zeit ihnen körperlich und psychisch viel abverlangen, sondern auch, weil sie grösstensteils von der Organisation im Hintergrund abhängig sind. Die Arbeitsplatz- und Wettkampfmanager müssen zu jeder Zeit gewährleisten, dass alles funktioniert, alle Materialien zur Verfügung stehen und der Zeitplan eingehalten wird. Die Experten tragen dazu einen wichtigen Teil bei. Denn nicht nur die jungen Berufsleute müssen ihre Arbeit sorgfältig angehen, sondern auch sie. Besonders auch diejenigen Experten, die für die Beurteilung und Kontrolle der Testprojekte zuständig sind. Ihr Urteil entscheidet über Wohl und Wehe. In den ersten zwei Tagen standen die Experten der liechtensteinischen Delegationen zum Teil weit über 12 Stunden im Einsatz. Die Arbeit der Kandidaten kann ja normalerweise erst nach der regulären Wettbewerbszeit begutachtet werden.

«WorldSkills» in Zahlen

Haben Sie gewusst:

  • 1350 Kandidaten nehmen an den aktuellen «WorldSkills» teil
  • 63 Nationen sind vertreten
  • 56 verschiedene Berufe gehören zum aktuellen Wettbewerb
  • 3500 freiwillige Helfer stehen in Kazan im Einsatz
  • 75 831 m2 gross ist die Gesamtarbeitsfläche in der Expo, das ist fast so gross wie der Rote Platz in Moskau
  • 28 000 km/h schnell und 408 km hoch war die offizielle «WorldSkills»-Flagge, als sie an Bord einer russischen Soyuz zur Internationalen Raumstation geschossen wurde
  • 35 km Kabel sind in der Expo verlegt
  • 14 000 Menschen haben im «Athlete’s Village» Platz
  • 21 412 verschiedene Artikel, Werkzeuge und Zutaten werden insgesamt für den Wettkampf benötigt
  • 150 000 Blatt Papier stehen den Drucktechnologen zur Verfügung
  • 30 400 Schrauben stehen den Sanitär- und Heizungsmonteure zur Verfügung
  • 1000 Cocktailstäbchen stehen den Restaurant-Gastronomen zur Verfügung
  • 24 800 Ziegelsteine stehen den Maurern zur Verfügung
  • 65 verschiedene Schraubenzieher- und Schlüssel verwenden die Luftfahrtmechaniker
(mw)

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