Die Wäschestücke sollen die nicht getätigten Massnahmen in der Gleichstellungspolitik symbolisieren.(Foto: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|14.06.2019 (Aktualisiert am 14.06.19 19:02)

Frauen tragen ungemachte Wäsche durch Vaduz

VADUZ - Es sind Bilder, die Liechtenstein zuletzt vor 28 Jahren gesehen hat. Frauen zogen am Freitagnachmittag durch die Strassen von Vaduz und machten auf den Stillstand in der Gleichstellungspolitik aufmerksam. Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini erntete laute "Buh"-Rufe.

Die Wäschestücke sollen die nicht getätigten Massnahmen in der Gleichstellungspolitik symbolisieren.(Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Es sind Bilder, die Liechtenstein zuletzt vor 28 Jahren gesehen hat. Frauen zogen am Freitagnachmittag durch die Strassen von Vaduz und machten auf den Stillstand in der Gleichstellungspolitik aufmerksam. Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini erntete laute "Buh"-Rufe.

Mit Slogans wie «Frauen sind keine Minderheit», «Gleichstellung beginnt im Kopf», «Ein anderes Jahrhundert – das gleiche Problem», mahnten die Frauen am Freitag einen jahrelangen Stillstand in der Gleichstellungspolitik an. Es geht um Lohnungleichheit. Diskriminierung, sexuelle Belästigung und ungleiche Verteilung der Care-Arbeit. Eingefunden haben sich am Nachmittag rund 200 Frauen und solidarische Männer.

Das Frauenstreikkomitee will Veränderung und hat deshalb ein Manifest mit sieben Forderungen verfasst. Das Papier hätten die Frauen gerne offiziell Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini überreicht, doch der erteilte dem Komitee eine Absage und blieb dem Frauenstreik fern. Dafür erntete er laute «Buh»-Rufe von den Frauen und Unverständnis von Martina Haas: «Unser Gesellschaftsminister hat kein Verständnis für gesellschaftspolitische Anliegen.» An seiner Stelle hat sich Regierungsrätin Aurelia Frick bereit erklärt, das Manifest entgegenzunehmen. Sie hielt vor dem Publikum eine sehr persönliche Rede.

(sb)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Vermischtes
Liechtenstein|gestern 22:44 (Aktualisiert gestern 22:50)
Familie ist immer weniger Privatsache – der Staat hilft mit