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Herbert Batliner ist gestorben. (Archivfoto: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|08.06.2019 (Aktualisiert am 09.06.19 12:00)

Herbert Batliner im 91. Lebensjahr verstorben

VADUZ - Herbert Batliner ist am Samstag verstorben, wie seine Familie am Nachmittag gegenüber Volksblatt.li bestätigte. Der ehemalige FBP-Präsident, Treuhänder, Anwalt, Mäzen und Kunstsammler konnte im Dezember vergangenen Jahres noch seinen 90. Geburtstag feiern.

Herbert Batliner ist gestorben. (Archivfoto: Michael Zanghellini)

VADUZ - Herbert Batliner ist am Samstag verstorben, wie seine Familie am Nachmittag gegenüber Volksblatt.li bestätigte. Der ehemalige FBP-Präsident, Treuhänder, Anwalt, Mäzen und Kunstsammler konnte im Dezember vergangenen Jahres noch seinen 90. Geburtstag feiern.

Herbert Batliner war eine Persönlichkeit, deren Wirken nicht nur in der Politik, sondern auch im Wirtschaftsleben und im kulturellen Bereich tiefe Spuren hinterlassen hat. Ihm war es dank seines hohen Alters vergönnt, auf ein Lebenswerk zurückzublicken, das über Jahrzehnte bedeutende Akzente im politischen und wirtschaftlichen sowie kulturellen Leben in Liechtenstein und weit über die Landesgrenzen hinaus setzte.

Vielfältiges Lebenswerk

Das Lebenswerk von Herbert Batliner war gezeichnet vom Aufbau und der Führung einer renommierten und international vernetzten Anwaltskanzlei, von einem grossen Engagement in Politik und Justiz in Liechtenstein sowie von seiner Tätigkeit als Stifter und Mäzen, der zahlreiche Kultur- und Sozialwerke aufbauen und erhalten half, beispielsweise die Orgel in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan, die Bibliothek im Kloster Einsiedeln oder die Orgel in der Alten Kapelle zu Regensburg. Nicht nur als Parteipräsident der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP, von 1982 bis 1986), sondern auch als erster Generalkonsul für Österreich in Liechtenstein und als Mitbegründer des Instituts für Menschenrechte in Salzburg kam er in Kontakt mit vielen ausländischen Politikern und Wissenschaftlern, die über seine Gastfreundschaft Liechtenstein kennenlernten, wie der frühere deutsche Kanzler Helmut Kohl oder Österreichs Bundespräsident Thomas Klestil.

Im Volksmund "DDR" genannt

Als Präsident des Verwaltungsgerichtes (1965 bis 1970) und des Staatsgerichtshofs (1975 bis 1980) diente Herbert Batliner seinem Heimatland auch im Bereich der Rechtsprechung, wozu ihn die Promotion zum Doktor der Rechte an der Universität in Innsbruck befähigte. Die im Volksmund oft benutzte Bezeichnung "DDR" ist auf das zweite Doktorat in Wirtschaftswissenschaft zurückzuführen, das beim Auf- und Ausbau der Anwaltskanzlei und des Treuhandunternehmens zweifellos von Vorteil war. Zu den akademischen Titeln sind im Laufe der Zeit verschiedene "Ehrendoktoren" dazugekommen, zudem aufgrund seines Mäzenatentums eine Reihe von Verdienstorden und Ehrenzeichen. Fürst Franz Josef II. verlieh ihm 1988 in Anerkennung seiner Verdienste den Titel "Fürstlicher Kommerzienrat". Besondere Verdienste erwarb sich Herbert Batliner beim Weiterausbau der Beziehungen zum Nachbarland Österreich: Als österreichischer Generalkonsul in Liechtenstein nahm er aber nicht nur die konsularische Pflichten wahr, sondern pflegte in besonderem Masse die vielfältigen zwischenstaatlichen Beziehungen in Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung. Zahlreich sind die Ehrungen, die er dafür im Nachbarland Österreich erhielt: Vom Ehrensenator der Universität Innsbruck über das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Salzburg bis zum Montfort-Orden in Gold des Bundeslandes Vorarlberg.

Vater von vier Kindern

Herbert Batliner war mit Rita Batliner-Bühler verheiratet, mit der er im Jahr 2016 das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern durfte, und Vater von Angelika, Thomas, Caroline und Alexander.

(le)

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