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Andreas Kieber starb als letzter Soldat des FL-Militärkontingents am 19. April 1939 im Alter von 95 Jahren. (Foto: Baron Eduard von Falz-Fein/Landesarchiv)
Anno Dazumal
Liechtenstein|19.04.2019 (Aktualisiert am 19.04.19 09:53)

Der letzte Soldat starb im Bett

Andreas Kieber, der letzte Angehörige des früheren Militärs des Fürstentums Liechtenstein, starb am 19. April 1939 – vor 80 Jahren. Er hatte als junger Soldat am letzten Feldzug von 1866 teilgenommen, der die liechtensteinische Truppe auf das Stilfserjoch im Südtirol geführt hatte.

Andreas Kieber starb als letzter Soldat des FL-Militärkontingents am 19. April 1939 im Alter von 95 Jahren. (Foto: Baron Eduard von Falz-Fein/Landesarchiv)

Andreas Kieber, der letzte Angehörige des früheren Militärs des Fürstentums Liechtenstein, starb am 19. April 1939 – vor 80 Jahren. Er hatte als junger Soldat am letzten Feldzug von 1866 teilgenommen, der die liechtensteinische Truppe auf das Stilfserjoch im Südtirol geführt hatte.

Hochbetagt, im Alter von 95 Jahren, schloss Andreas Kieber nach kurzer Krankheit die Augen für immer. Mit ihm sei «ein Stück Alt-Liechtenstein» verschwunden, so das «Liechtensteiner Volksblatt» in einem Nachruf. Den letzten Soldaten, der seinen Dienst im liechtensteinischen Militär absolviert hatte, würdigte Liechtenstein auf besondere Weise. Sowohl Fürst Franz Josef II. als auch die Regierung legten am offenen Grab des Veteranen einen Kranz nieder. Das Ableben Kiebers rief der Bevölkerung wieder in Erinnerung, dass auch Liechtenstein eine militärische Vergangenheit hatte. Nicht in erster Linie zur Landesverteidigung, noch weniger zur Eroberung neuer Gebiete, sondern vor allem als Verpflichtung aus der Teilnahme am Deutschen Bund im Jahr 1815, der auch vom kleinen Fürstentum die Bereitstellung eines Militärkontingentes verlangte. Dem losen Staatenbund von 38 Mitgliedern, der bis 1866 bestand, musste Liechtenstein eine Mannschaft von Infanteristen zur Verfügung stellen: Ursprünglich betrug das Kontingent 55 Mann, das aber 1855 auf 64 und 1862 auf 82 Mann erhöht wurde.

Der Militärdienst war auch damals nicht besonders
beliebt. Das Militär selbst genoss ebenfalls keinen grossen Rückhalt in der Bevölkerung.

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(sa)

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