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Liechtenstein|10.04.2019 (Aktualisiert am 10.04.19 14:02)

Mutmassliche Drogenhändler angeklagt

SCHAAN - Die liechtensteinische Staatsanwaltschaft hat gegen einen 65-jährigen Schweizer und einen 28-jährigen Albaner Anklage wegen Verbrechens nach dem Betäubungsmittelgesetz erhoben. Dies teilte sie am Mittwoch in einer Aussendung mit.

(Symbolfoto: Shutterstock)

SCHAAN - Die liechtensteinische Staatsanwaltschaft hat gegen einen 65-jährigen Schweizer und einen 28-jährigen Albaner Anklage wegen Verbrechens nach dem Betäubungsmittelgesetz erhoben. Dies teilte sie am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Die Beschuldigten sei am 15. Oktober vergangenen Jahres in Schaan festgenommen worden und befinde sich seither in Untersuchungshaft. Dem Zugriff seien intensive Ermittlungen der Landespolizei vorausgegangen, so die Staatsanwaltschaft. Eine untersuchungsrichterlich bewilligte Abhörung von Telefongesprächen habe den Verdacht erhärtet, dass der in Schaan lebende Erstbeschuldigte Kokain an Konsumenten in Liechtenstein, Österreich und der Schweiz verkaufte. Der in Buchs wohnhafte Zweitbeschuldigte agierte dabei als sein Lieferant. Im Rahmen der Untersuchung hätte die Polizei über 700 abgehörte Telefonate ausgewertet und 41 mutmassliche Abnehmer befragt.

In der jetzt von der Staatsanwaltschaft eingebrachten Anklageschrift werde dem Erstbeschuldigten zur Last gelegt, von Herbst 2017 bis zur Verhaftung insgesamt mindestens 1200 Gramm Kokain angekauft und an zahlreiche Konsumenten für 100 – 120 Franken pro Gramm verdealt zu haben. Dem Zweitbeschuldigten werde die Anklage wiederum den Verkauf von zumindest 400 Gramm Kokain an den Erstbeschuldigten und 50 Gramm an einen weiteren Abnehmer vor. Bei der Hausdurchsuchung am 15. Oktober seien in der Wohnung der Freundin des Zweitbeschuldigten in Buchs weitere 398 Gramm Kokain sichergestellt worden, die in einem Sitzmöbel versteckt gewesen seien. In der Wohnung des Erstbeschuldigten in Schaan habe die Polizei 3.8 Gramm Kokain, 218 Gramm Marihuana, Streckmittel, Waage und andere Betäubungsmittelutensilien sicherstellen können. Das bei  beiden Beschuldigten gefundene Kokain habe einen aussergewöhnlich hohen Reinheitsgehalt von 84 Prozent aufgewiesen.

„Kokain wird immer reiner, was bei unerfahrenen Konsumenten die Gefahr der Überdosierung mit sich bringt. Beunruhigend ist auch, dass der Preis drastisch gesunken ist. Früher kostete ein Gramm mehrere Hundert Franken“, wird der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner in der Aussendung zitiert.

Die Abnehmer seien in getrennten Verfahren verfolgt und Grossteils bereits abgeurteilt worden. Die Anklage ist nicht rechtskräftig. Die Beschuldigten seien laut Staatsanwaltschaft nur teilweise geständig. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der Strafrahmen beträgt 1 bis 20 Jahre Freiheitsstrafe. 

(pd/red)

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