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«Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Geschlechterrollen nichts Konstantes, Naturgegebenes sind», betont Claudia Heeb-Fleck. In einem Vortrag am 11. April wird die Historikerin dies näher aufzeigen. (Fotos: Lucia Kind)
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Liechtenstein|05.04.2019

Heeb-Fleck: «Rollenbilder sind stark mit sozialer Ungleichheit verbunden»

SCHAAN - Die Historikerin Claudia Heeb-Fleck geht in einem Vortrag der Frage nach, wie sich Rollenbilder und das Geschlechterverhältnis zwischen Mann und Frau in Liechtenstein im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hat. 

«Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Geschlechterrollen nichts Konstantes, Naturgegebenes sind», betont Claudia Heeb-Fleck. In einem Vortrag am 11. April wird die Historikerin dies näher aufzeigen. (Fotos: Lucia Kind)

SCHAAN - Die Historikerin Claudia Heeb-Fleck geht in einem Vortrag der Frage nach, wie sich Rollenbilder und das Geschlechterverhältnis zwischen Mann und Frau in Liechtenstein im Laufe der letzten Jahrhunderte verändert hat. 

«Volksblatt»: «Isch es an Buab oder a Matle?»: Mit diesem Satz kündigen Sie Ihren Vortrag an. Was steckt hinter diesem Satz?

Claudia Heeb-Fleck: Bei der Geburt eines Kindes ist das eine der ersten Fragen. Es zeigt, dass es nach wie vor relevant ist, ob man als Junge oder Mädchen zur Welt kommt. Das Geschlecht hat den Verlauf und die Gestaltungsmöglichkeiten des Lebens früher sehr stark geprägt und prägt es auch heute noch.

Was können Eltern tun, um dem entgegenzuwirken und ihr Mädchen eben nicht als «typisches» Mädchen und ihren Jungen als «typischen» Jungen zu erziehen?

Wichtig ist, zu erkennen, dass das Geschlecht nicht primär vom biologischen Geschlecht bestimmt wird, sondern ganz entscheidend vom sogenannten sozialen Geschlecht. Geschlechterrollen werden von der Gesellschaft zugeschrieben. Je nach gesellschaftlichem Kontext und Zeit verbindet die Gesellschaft bestimmte Erwartungen und Vorstellungen mit dem Mann- und Frausein. Diese Erwartungen und Vorstellungen werden vermittelt – durch Erziehung, Medien, Tradition, gesellschaftliche Normen und Rollenbilder. Als Eltern ist man Teil der Gesellschaft und kann versuchen, möglichst offene Rollenbilder zu vermitteln. Der Einfluss der Gesellschaft ist aber sehr gross.

Kritiker sprechen gerne von «Gender-Wahnsinn» und dass jegliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen negiert werden. Welche angeborenen Unterschiede gibt es wirklich – abgesehen von den körperlichen Merkmalen?

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(df)

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