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Liechtenstein|11.03.2019

Misteln sind gefährliche Halbschmarotzer – Zeit, sie zu entfernen

VADUZ - Wer Misteln einzig mit romantischen Kuss-Szenen aus Weihnachtsfilmen verbindet, irrt. Eigentlich ist die Mistel ein Halbschmarotzer, der Obstbäume gefährdet. Jetzt ist die richtige Zeit, sie fachgerecht zu entfernen. Auf Volksblatt.li wird erklärt, wie.

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VADUZ - Wer Misteln einzig mit romantischen Kuss-Szenen aus Weihnachtsfilmen verbindet, irrt. Eigentlich ist die Mistel ein Halbschmarotzer, der Obstbäume gefährdet. Jetzt ist die richtige Zeit, sie fachgerecht zu entfernen. Auf Volksblatt.li wird erklärt, wie.

Während die Mistel in früheren Zeiten eine verehrte und wertvolle Pflanze war, stellt sie heute in einigen Regionen der Schweiz und Deutschlands eine Gefahr für Streuobstbestände dar.

Auch in Liechtenstein ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine Zunahme dieses Halbschmarotzers feststellbar. "Ursachen für diese Ausbreitung sind nach derzeitigem Wissensstand unter anderem die unregelmässige Pflege von Streuobstbeständen, die Klimaerwärmung sowie die irrige Annahme, die Laubholz-Mistel stehe unter besonderem Schutz", schreibt die Regierung in einer Mitteilung vom Montag.

Befallen werden demnach im Obstbau Apfelbäume und Ebereschen, nicht aber Birnen, Kirschen oder Pflaumen und Zwetschgen.

Obst-, Einzel- und Alleebäume sollten gepflegt werden

Streuobstbestände sind einer der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas. Weit über 5000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten kommen darin vor. Pflege und Bewirtschaftung seien eine wichtige Grundlage für die Langlebigkeit von Streuobstbeständen, schreibt die Regierung. Doch Mistelbefall schwäche die Streuobstbestände, weshalb Misteln auf Obstbäumen bekämpft werden sollten.

Der Spätwinter und das zeitige Frühjahr – also jetzt – sei die beste Zeit, um die Hochstammobstbäume der Streuobstbestände zu schneiden. Als Kulturpflanzen brauchen viele dieser Bäume ohnehin einen regelmässigen Schnitt. Das gilt in besonderem Masse für Apfelbäume.

"Das erhält ihre Vitalität und beeinflusst die Erntemenge positiv", schreibt die Regierung.

So entfernen Sie Misteln richtig

Will man die Mistel nachhaltig entfernen, muss man laut Regierung mindestens 30 bis 50 cm vom Ansatz der Mistel ins gesunde Holz zurückschneiden. Das sei je nach Ansatzstelle der Saugwurzeln nur in den äusseren Astpartien ohne grosse Schädigung des Obstbaumes zu vertreten.

"An inneren Astpartien (Leitäste, Stammverlängerung), bleibt als Notmassnahme nur die Möglichkeit, die Misteln abzubrechen (am besten brechen sie bei Frost) oder sie abzuschneiden. Dadurch lässt sich allerdings nur die weitere Ausbreitung durch Früchte verhindern. Die Saugwurzeln selbst verbleiben auf bzw. im Baum", heisst es in der Mitteilung weiter. Die Mistel  benötige dann etwa vier Jahre, bis sie wieder Samen produziert. Der Wirtsbaum werde dadurch aber zumindest vorübergehend entlastet und die weitere Verbreitung der Mistelsamen reduziert.

(red/ikr)

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