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Die Familie von Felix Beck verlor am 22. Februar 1999 in Malbun ihr Ferienhaus, an dem viele Erinnerung hingen. (Foto: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|22.02.2019

Felix Beck: «Ein drittes Mal sollte unsere Hütte nicht zerstört werden»

MALBUN/VADUZ - Als am 21. und 22. Februar 1999 im hinteren Malbuntal zwei Lawinen niedergingen, verlor die Familie von Felix Beck ihr Ferienhäuschen. An einen Wiederaufbau war danach nicht mehr zu denken, da das Haus schon vor den Lawinen in einer Gefahrenzone stand. Über die genauen Umstände berichtete Beck im persönlichen Gespräch mit dem "Volksblatt".

Die Familie von Felix Beck verlor am 22. Februar 1999 in Malbun ihr Ferienhaus, an dem viele Erinnerung hingen. (Foto: Michael Zanghellini)

MALBUN/VADUZ - Als am 21. und 22. Februar 1999 im hinteren Malbuntal zwei Lawinen niedergingen, verlor die Familie von Felix Beck ihr Ferienhäuschen. An einen Wiederaufbau war danach nicht mehr zu denken, da das Haus schon vor den Lawinen in einer Gefahrenzone stand. Über die genauen Umstände berichtete Beck im persönlichen Gespräch mit dem "Volksblatt".

«Volksblatt»: Herr Beck, inwiefern waren Sie damals von den Lawinenabgängen in Malbun betroffen?
Felix Beck: Wir haben bei den Lawinenabgängen unser Ferienhäuschen verloren. Dieses hatte eine lange Vergangenheit. Besonders für meinen Vater hatte diese Hütte eine grosse Bedeutung, da er schon in jungen Jahren seinem Onkel mit dem Vieh half und deshalb viel in Malbun war. Im Winter 1951 zerstörte dann aber eine Lawine die Hütte, worauf sie in der Nähe neu aufgebaut wurde. 1987 kam die Hütte dann in unseren Besitz. Von da an waren wir jeden Sommer im Malbun und sie wurde auch sonst rege genutzt an so manchen Wochenenden.

Zwischen dem 21. und 22. Februar 1999 zerstörte ein Lawinenabgang Ihre Hütte dann zum zweiten Mal. Wie haben Sie davon erfahren?
Meine Frau und ich wollten eigentlich in die Ferien nach Malbun. Wir hatten gerade ein paar Tage zuvor die Hütte eingerichtet und auch schon den Kühlschrank eingeräumt. Doch dann hiess es plötzlich, dass das hintere Malbuntal aufgrund der Lawinengefahr gesperrt wurde. Einen Tag darauf hiess es, es sei eine Lawine niedergegangen. Eine weitere folgte am Tag danach. Diese schoss über den Kegel der ersten Lawine hinaus. Von unserer Hütte war nichts mehr zu sehen. Somit wussten wir, dass sie verloren war.

Konnten Sie die Schäden im Anschluss besichtigen?
Natürlich. Doch anfangs konnte man wegen des vielen Schnees gar nichts erkennen. Bis auf einzelne Balken ragte nichts aus der Schneedecke. Wir konnten nur vermuten, dass es sich dabei eventuell um den Dachstuhl handelt. Wir mussten erst einmal auf das Tauwetter warten. Dann kam nach und nach mehr von der Hütte zum Vorschein. Wir versuchten alles Mögliche zu retten, doch viel blieb nicht übrig. Im Kühlschrank fanden wir sogar die Milch wieder, die wir vor den Lawinenabgängen dort eingeräumt hatten.

"Von unserer Hütte war nichts mehr zu sehen. Somit wussten wir, dass sie
verloren war."

Felix Beck

Sprang die Versicherung für den Sachschaden ein?
Nein, wir wurden nicht entschädigt. Das hing damit zusammen, dass das Gebäude in der roten Lawinenzone stand. Das konnte man schlichtweg nicht vollständig versichern lassen. Die verhältnismässig kleine Versicherungssumme überwiesen wir dem Land für die Aufräumarbeiten. Alleine wären wir damit nämlich nicht fertig geworden, da die Trümmer ja weit verstreut lagen und sich zum Teil mit denen der Nachbarshütten vermischten.

An einen Wiederaufbau war also nicht mehr zu denken. Was haben Sie nach dem Unglück diesbezüglich unternommen?
Es war uns von Anfang an klar, dass wir die Hütte nicht mehr aufbauen durften, da in der roten Lawinenzone keine Gebäude mehr errichtet werden dürfen. Zudem wollte mein Vater kein drittes Mal erleben, wie die Hütte von einer Lawine weggerissen wird. Wir haben uns dann als Ersatz eine Wohnung im Malbuner Zentrum gekauft.

Haben es Ihre Nachbarn im Malbun genauso gemacht?
Die meisten schon, ja. Ich kenne Personen, die ebenfalls eine Wohnung gekauft haben. Das betraf vor allem diejenigen, die in Malbun besonders verwurzelt sind. Bei einer unserer Nachbarshütten blieb nach dem Unglück noch das Erdgeschoss stehen. Die Besitzer haben den Dachstuhl, der unversehrt war, wiederum auf das Gebäude gehoben. Ich weiss, dass Personen, die damals vom Lawinenniedergang betroffen waren, die Lage inzwischen sehr respektieren: Sobald Schnee fällt, gehen sie nicht mehr in ihre Hütte.

Plus - Artikel

Wie hat das Land auf die Katastrophe reagiert? Was geschah mit dem Grundstück in Malbun? Woran denkt Felix Beck heute, wenn er in Malbun ist? All das erfahren Sie, wenn Sie sich mit Ihrem «Volksblatt»-Account anmelden.
(mw)

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