Nach den beiden Lawinenabgängen in Malbun im Jahre 1999, folgten zahlreiche Massnahmen zum
Vermischtes
Liechtenstein|21.02.2019

Aus der Katastrophe vor 20 Jahren lernen

MALBUN - Dem Lawinenunglück von 1999 folgte eine Reihe von Neuerungen im Lawinenschutz. Dabei ging es nicht nur darum, einem erneuten Lawinenabgang vorzubeugen, sondern auch für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Nach den beiden Lawinenabgängen in Malbun im Jahre 1999, folgten zahlreiche Massnahmen zum

MALBUN - Dem Lawinenunglück von 1999 folgte eine Reihe von Neuerungen im Lawinenschutz. Dabei ging es nicht nur darum, einem erneuten Lawinenabgang vorzubeugen, sondern auch für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Bereits in den 1970er-Jahren realisierte das Land in Malbun umfangreiche Massnahmen zum Lawinenschutz. Lawinenverbauungen wurden erstellt und ein Schutzwald aufgeforstet. Seit dem Winter 1971/72 finden zudem täglich Schneemessungen statt, deren Daten an das Eidgenössische Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) in Davos weitergeleitet werden. "Im selben Winter wurde auch der Lawinendienst für das Malbun gegründet", erklärt Stephan Wohlwend vom Amt für Bevölkerungsschutz (ABS) gegenüber dem «Volksblatt». Dennoch stellte der Winter 1999 den Lawinenschutz vor ungeahnte Herausforderungen. Zwar forderten die beiden Lawinenabgänge in Malbun keine Menschenleben, doch sie drängten auf dringende Massnahmen im Lawinenschutz.

Das Land konzentrierte sich in den Jahren nach dem Lawinenwinter vor allem auf organisatorische Massnahmen. So habe man laut Wohlwend vollautomatische Schnee- und Windmessstationen installiert, die dem Lawinendienst und dem SLF ständig Messdaten aus den Lawinengebieten übermitteln. "Dies ermöglicht dem Lawinendienst eine bessere Lagebeurteilung und dient dem SLF für die Erstellung des Lawinenbulletins", ergänzt Wohlwend. Der Lawinendienst erarbeitete in den vergangenen Jahren aber auch Checklisten für den Ernstfall, die bei Entscheidungen in der Krise helfen sollen.

Verbauen und Aufforsten

Es gibt auch andere Möglichkeiten, Lawinen so gut wie möglich vorzubeugen: Mit passivem Schutz. Dazu gehören auch Lawinenverbauungen, von denen sich eine am «Turnahang» auf dem Sareiserjoch befindet. Diese werde laut Stephan Wohlwend zurzeit gerade saniert. Das Land investiere aber auch stark in die Aufforstung eines Schutzwaldes. So sei es aktuell im Bereich "Heita" der Fall. "Weitere technische Lawinenverbauungen sind hingegen nicht geplant, da dies mit enormen finanziellen Aufwendungen verbunden und der starke landschaftliche Eingriff unverhältnismässig wäre", schildert Wohlwend.

Trotz der vielen Schutzmassnahmen könne es in gewissen Teilen Malbuns bei viel Schnee dennoch zu erheblicher Lawinengefahr kommen. Der am stärksten gefährdete Bereich sei "Chur", der hinterste Teil des Malbuntals. In dieser Gegend gingen 1999 auch die beiden Lawinen nieder. "Weiter nach vorne in Richtung Zentrum nimmt die Gefährung dann aber gegen Null ab", so Wohlwend. Das zeigt auch die Lawinengefahrenkarte auf dem Geodatenportal der Liechtensteinischen Landesverwaltung (siehe Screenshot). Zudem habe der Lawinendienst das Malbun in drei verschiedene Sperrstufen eingeteilt. Diese Sperrstufen können je nach Bedrohung ausgesprochen werden.

Die Lawinengefahrenkarte für das Malbun. In den roten Zonen herrscht erhebliche Gefahr, in den blauen mässige. Das blaue Stück in der Bildecke unten rechts, zeigt die Lawinen­verbau­ungen auf ...

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(mw)

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