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Eine Familie hat nach dem Evakuierungsflug von Malbun nach Steg wieder festen und sicheren Boden unter den Füssen. (Foto: AKU-LI/«Volksblatt»-Archiv)
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Liechtenstein|21.02.2019 (Aktualisiert am 21.02.19 15:55)

Heute vor 20 Jahren: Lawine sorgt "lediglich" für hohen Sachschaden

MALBUN - Heute, respektive auch morgen, vor 20 Jahren gingen in Malbun zwei Lawinen nieder, die mehr als ein Dutzend Häuser mit sich rissen. Es blieb bei erheblichen Sachschäden, aber die angespannte Situation erforderte eine Gesamtevakuierung des Malbuntals. Die Evakuierung der rund 300 Personen erfolgte über eine Luftbrücke.

Eine Familie hat nach dem Evakuierungsflug von Malbun nach Steg wieder festen und sicheren Boden unter den Füssen. (Foto: AKU-LI/«Volksblatt»-Archiv)

MALBUN - Heute, respektive auch morgen, vor 20 Jahren gingen in Malbun zwei Lawinen nieder, die mehr als ein Dutzend Häuser mit sich rissen. Es blieb bei erheblichen Sachschäden, aber die angespannte Situation erforderte eine Gesamtevakuierung des Malbuntals. Die Evakuierung der rund 300 Personen erfolgte über eine Luftbrücke.

Zwischen Januar und Februar 1999 fiel in den Alpen überdurchschnittlich viel Schnee. Mit den grossen Schneemassen stieg auch die Lawinengefahr. Bei Lawinenabgängen im schweizerischen Evolène starben zwölf Menschen. Ein noch schlimmeres Schicksal ereilte das Dorf Galtür an der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol: Am 23. Februar 1999 reisst eine Lawine 31 Menschen mit in den Tod.

Auch in Liechtenstein kämpfte man mit den Schneemassen. Bis Mitte Februar fiel in Malbun rund 3,5 Meter Neuschnee. Aufgrund von Schneeverwehungen lagen in manchen Mulden sogar bis zu fünf Meter Schnee. Damit war auch hier die Lawinengefahr erheblich. Wie aus einem Bericht des "Volksblatt" vom 10. Februar 1999 hervorgeht, wurden angesichts der Bedrohung 55 Personen aus dem hinteren Malbuntal evakuiert. Man fürchtete, dass es wie bereits im Jahr 1951 zu einer Lawinenkatasrophe kommen könnte. Und tatsächlich: Keine zwei Wochen später, am 23. Februar, berichtete das "Volksblatt" von einer Lawine in Malbun, die in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar vom Silberhorn in den Talkessel donnerte und dabei neun Häuser total zerstörte und zwei weitere beschädigte. Tatsächlich ging aber bereits schon am Nachmittag des 21. Februars eine erste, kleinere Lawine nieder, sodass am 22. Februar gesamthaft elf Häuser komplett zerstört und vier schwer beschädigt waren. Die Schäden übertrafen diejenigen des Lawinenunglücks von 1951, wodurch die Lawinenabgänge vom Februar 1999 bis heute als grösste Lawinenkatastrophe in der Geschichte Liechtensteins zählen. Doch nicht nur das Malbuntal war von der akuten Lawinengefahr betroffen: Am selben Tag an dem sich in Malbun die Katastrophe ereignete, gingen auch im Valünatal einige Lawinen nieder. Eine davon machte die dortige Alpe Obersäss dem Erdboden gleich.

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Erst als der Schnee im Mai allmählich wegschmolz, zeigte sich in Malbun das wahre Ausmass der Naturkata­strophe. (Archivfoto: «Volksblatt»)

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(mw)

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