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(Archivfoto: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|30.11.2018 (Aktualisiert am 30.11.18 10:48)

Medicnova-Konkurs: 149 Gläubiger fordern 16,5 Millionen Franken

BENDERN - Die verlängerte Frist zur Eingabe von Ansprüchen nach dem Medicnova-Konkurs ist vorgestern abgelaufen: 149 Gläubiger fordern insgesamt 16,5 Millionen Franken von der Anfang Juli in Insolvenz gegangenen Privatklinik in Bendern.

(Archivfoto: Michael Zanghellini)

BENDERN - Die verlängerte Frist zur Eingabe von Ansprüchen nach dem Medicnova-Konkurs ist vorgestern abgelaufen: 149 Gläubiger fordern insgesamt 16,5 Millionen Franken von der Anfang Juli in Insolvenz gegangenen Privatklinik in Bendern.

Ursprünglich war festgelegt worden, dass sich die Gläubiger nach dem Konkurs der Medicnova bis zum 13. September beim zuständigen Masseverwalter melden können. Dies wurde aufgrund der «sehr umfassenden Forderungen» aber auf den 28. November verschoben. Diese Frist ist nun abgelaufen.

Konkursmasse im Dezember bekannt

Wie Masseverwalter Alexander Ospelt auf «Volksblatt»-Anfrage verlauten lässt, hätten sich insgesamt 149 Gläubiger gemeldet – dabei würden diese Forderungen von über 100 000 Franken stellen. «Der Betrag aller angemeldeten Forderungen beläuft sich auf rund 16,5 Millionen Franken», so Ospelt. Eine stolze Summe. Ob es möglich sein wird, sämtliche Forderungen zu bedienen, darüber gibt es bis zum 12. Dezember Klarheit. Dann sollte auch die Konkursmasse feststehen.

Den Kündigungen folgen Ansprüche

Am 13. Juli musste Masseverwalter Alexander Ospelt den Betrieb der Bendrer Privatklinik ein­stellen. Der ehemalige Verwaltungsrat habe zwar noch mögliche Kaufinteressenten gemeldet, ein verbindliches ­Angebot kam aber nicht zustande. 47 Mitarbeitern musste gekündigt werden. Wie das «Volksblatt» bereits früher berichtete, bestünden bei einer monatlichen Lohnsumme von 250 000 Franken seitens der Arbeitnehmer noch Ansprüche von rund 750 000 Franken. Somit sind auch die Gekündigten auf der langen Liste der Gläubiger zu finden. Doch sind sie gegenüber den anderen im Vorteil.

Lohnforderungen haben Priorität

Da Lohnansprüche zu den sogenannten «Masseforderungen» zählen, werden diese von der Konkursmasse zuerst getilgt. So will es die Konkursordnung. Anders gesagt: Die Gekündigten haben die grösste Chance, ihr Geld noch zu bekommen. «Weitere Masseforderungen sind zudem Ansprüche auf Erfüllung von Verträgen, in welche der Masseverwalter eingetreten ist», wie Alexander Ospelt erklärt. «Aber auch Auslagen, die mit der Erhaltung, Verwaltung und Bewirtschaftung der Konkursmasse verbunden sind – insbesondere Steuern, Abgaben und Gebühren, die während des Konkurses fällig werden sowie weitere Konkurskosten.» Sollte noch Geld übrig sein, folgen erst danach die eigentlichen «Konkursgläubiger», die wiederum in Klassen von 1 bis 4 eingeordnet werden.

Verantwortlichkeit in Abklärung

Es stehen aber nicht Verteilungsfragen im Raum – sondern auch mögliche Verantwortlichkeitsansprüche gegen den Verwaltungsrat. Also die Frage, ob dieser richtig gehandelt hat und ob er den Konkurs zum richtigen Zeitpunkt angemeldet hat. ­«Dies ist noch in Abklärung», so die knappe Antwort des Masseverwalters. Sobald die Konkursmasse feststeht, sollen aber auch diese Ansprüche geklärt sein, wie Ospelt bereits früher mitgeteilt hat – und wenn nötig, entsprechende Massnahmen eingeleitet werden.

(hm)

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