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In der Poststrasse in Schaan soll das neue Kino entstehen. (Foto: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|02.11.2018 (Aktualisiert am 02.11.18 15:15)

"Eigenbrötler": Kino wird bisher nur von Schaan unterstützt

SCHAAN - Markus Wille, Geschäftsführer des Filmclubs im Takino, zeigt sich ob der fehlenden Unterstützung der Gemeinden enttäuscht.

In der Poststrasse in Schaan soll das neue Kino entstehen. (Foto: Michael Zanghellini)

SCHAAN - Markus Wille, Geschäftsführer des Filmclubs im Takino, zeigt sich ob der fehlenden Unterstützung der Gemeinden enttäuscht.

Mit der Realisierung des Kinos an der Poststrasse in Schaan ging für Markus Wille und sein Team ein Traum in Erfüllung. Die Gesamtkosten für den Kauf der Liegenschaft und den Ausbau von zwei Vorführungssälen belaufen sich auf insgesamt auf 2, 7 Millionen Franken. Diese Summe kann der Verein aber nicht alleine aufbringen. Verschiedene Geldgeber konnten gefunden werden und mit einer speziellen Aktion wurden auch die Gemeinden um Unterstützung angefragt. Der Grundgedanke: Die Gemeinde kauft vorab ein Kinoticket pro Einwohner. Im Gegenzug wird der Filmclub jedem Haushalt in der jeweiligen Gemeinde ein Gratiseintritt zukommen lassen. Dies gebe der Bevölkerung die Möglichkeit, das neue Kino kennenzulernen.

"Institution für das ganze Land"

Während Schaan das Kino als Bereicherung für sein Zentrum gutheisst und dem Filmclub ein zinsloses Darlehen und die erforderlichen Parkplätze (rund 500 000 Franken) übernimmt, halten andere Gemeinden wenig davon ein Kino in Schaan finanziell zu unterstützen. Nach Balzers erteilten dem Filmclub unter anderem auch Triesenberg, Planken und Gamprin eine Absage. Die Begründungen sind meist ähnlich: Die Gemeinden sehen sich nicht gewillt, ein Kino in einer anderen Gemeinde zu unterstützen und schieben die Verantwortung dem Land zu. Für Filmclub-Geschäftsführer Markus Wille eine herbe Enttäuschung: «Natürlich ist das Kino eine Institution für das gesamte Land. Der Markt für mehrere Kinos ist einfach zu klein, so realistisch muss man sein.» Wille bekräftigt die «Eigenbrötlerei» der Gemeinden: «Seit ein paar Jahren werden Projekte, die den Standort nicht dort haben, wo der jeweilige Gemeinderat sitzt, meist abgelehnt. Dieses Projekt wäre eine schöne Gelegenheit gewesen, etwas Gemeinsames zu präsentieren. Ein Eintritt ins Kino als Geschenk für die Einwohner Liechtensteins wäre doch eine wunderbare Geste gewesen.» Weitere Probleme ortet Wille in der Stellung des Films. Im Gegensatz zum Gesang oder der Malerei werde der Film von vielen Menschen nicht wirklich als Kultur angesehen. Mit über 1000 Vorstellungen pro Jahr sei das Takino aber ebenfalls sehr relevant für das Kulturleben Liechtensteins und des Rheintals, betont der Geschäftsführer.

Die fehlende Unterstützung der Gemeinden bedeutet für den Filmclub, dass ein weites Mal private Stiftungen angefragt werden müssen.

(sb)

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