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(Symbolfoto: Michael Zanghellini)
Vermischtes
Liechtenstein|23.06.2018 (Aktualisiert am 11.09.18 16:57)

Ungewiss: Wie weiter mit Radio L?

TRIESEN - Kann Radio L ein mögliches Defizit bis Ende Jahr noch abwenden? Der LRF-Verwaltungsrat prüft nun Massnahmen, hält sich aber auf «Volksblatt»-Anfrage im Detail bedeckt.

(Symbolfoto: Michael Zanghellini)

TRIESEN - Kann Radio L ein mögliches Defizit bis Ende Jahr noch abwenden? Der LRF-Verwaltungsrat prüft nun Massnahmen, hält sich aber auf «Volksblatt»-Anfrage im Detail bedeckt.

Dass sich Radio L in einer schwierigen finanziellen Lage befindet, ist seit längerem bekannt. Und auch in diesem Jahr bahnt sich erneut Ungemach an: Laut dem Schreiben eines Mitarbeiters an den Landtag vom 19. Juni, in dem schwere Vorwürfe gegen den Geschäftsführer erhoben werden (das «Volksblatt», dem der Brief vorliegt, berichtete am 21. Juni), soll sich das Defizit bis Ende Jahr auf 300 000 Franken belaufen. Diese Zahl wollte die Verwaltungsratspräsidentin des Liechtensteinischen Rundfunks (LRF), Hildegard Hasler, auf «Volksblatt»-Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Sie teilte lediglich mit: «Anlässlich eines Reportings im Juni 2018 hat die Geschäftsführung dem Verwaltungsrat mitgeteilt, dass es nach aktuellem Forecast per Ende Jahr zu einem finanziellen Defizit kommen könnte.» Von Seiten des Verwaltungsrates bestehe klar das Ziel, die budgetierten Jahresziele zu erreichen – deshalb werde der Forecast verifiziert sowie entsprechende Massnahmen geprüft und eingeleitet.

Was besagte Massnahmen beinhalten, bleibt vorerst unklar. So wurde etwa die «Volksblatt»-Frage nicht beantwortet, wie die Umsätze beim LRF gesteigert werden können – schliesslich ist das Potenzial für Werbeeinnahmen bereits «so optimal wie möglich» ausgeschöpft, wie im Geschäftsbericht 2017 von Radio L nachzulesen ist. Und wo kann denn überhaupt noch gespart werden? Hier verweist Hildegard Hasler auf die erwähnte Massnahmenprüfung. Ebenso bei der Antwort auf die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass für 2018 weitere Gelder beim Landtag beantragt werden müssen: «Dies vor dem Hintergrund, die budgetierten Jahresziele zu erreichen und ein allfälliges Defizit auszugleichen», so Hasler.

Wie lange noch?

Doch kann der Staatssender überhaupt noch auf die öffentliche Hand – sprich den Landtag – hoffen? So hiess es bereits beim letzten Finanzierungsantrag im Juni nach der fehlerhaften Abrechnung des Mehrwertsteuersatzes aus vielerlei Abgeordnetenmündern: «Jetzt muss aber Schluss sein!» Doch damit nicht genug: Es warten bereits weitere Kosten für den Staat in der Pipeline: Denn die Technik des Landessenders ist in die Jahre gekommen und dringend revisionsbedürftig. Daher wird der Landtag früher oder später über einen weiteren Kredit in Höhe von rund zwei Millionen Franken befinden müssen, wie das «Volksblatt» bereits früher berichtete. Mehr denn je stellt sich deshalb die Frage: Möchten wir weiterhin einen Landessender und wie viel darf er uns kosten? Immerhin bewerteten 45 Prozent der Befragten bei der kürzlich veröffentlichten Service-public-Umfrage den LRF als positiv. Dass Veränderungen nötig sind, ist aber unbestritten. So soll intern an der Optimierung der Strukturen und der Sendegefässe gearbeitet werden. Wenigstens hier gab es eine klare Antwort der Verwaltungsratspräsidentin: «Dass die Strukturen im LRF angepasst werden, ist richtig.»

(hm)

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