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Sandra Copeland ist seit Anfang März Direktorin des Liechtensteinischen Landesspitals.  (Foto: Michael Zanghellini)
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Liechtenstein|09.04.2018 (Aktualisiert am 13.06.18 15:39)

Copeland: «Um die richtigen Entscheidungen zu fällen, muss man zuerst verstehen, wie ein Haus funktioniert»

VADUZ:  Sandra Copeland hat nach ihrem Wechsel von den Kliniken Valens mit Anfang März die Direktion des Landesspitals übernommen. Die unruhigen Zeiten haben sie dabei nicht abgeschreckt, wie sie im Gepräch verrät. Ganz im Gegenteil: Sie sieht sie als Chance.

Sandra Copeland ist seit Anfang März Direktorin des Liechtensteinischen Landesspitals.  (Foto: Michael Zanghellini)

VADUZ:  Sandra Copeland hat nach ihrem Wechsel von den Kliniken Valens mit Anfang März die Direktion des Landesspitals übernommen. Die unruhigen Zeiten haben sie dabei nicht abgeschreckt, wie sie im Gepräch verrät. Ganz im Gegenteil: Sie sieht sie als Chance.

«Volksblatt»: Sie sind nun seit gut einem Monat am Landesspital tätig, wie haben Sie sich bislang eingelebt?«Volksblatt»: Sie sind nun seit gut einem Monat am Landesspital tätig, wie haben Sie sich bislang eingelebt?

Sandra Copeland: Ich bin sehr gut aufgenommen worden und mache mich aktuell noch mit dem Unternehmen vertraut. Das beinhaltet beispielsweise auch, dass ich einen Tag mit Chirurgen und Anästhesisten im Operationssaal stehe. Dies ist etwas, das ich mir so gewünscht habe, denn ich wollte unbedingt in alle Bereiche des Krankenhauses Einblick nehmen. Mein Ziel ist es, die verschiedenen Prozesse zu verstehen, zu sehen wie die Leute arbeiten und das Miteinander und die Kultur im Spital kennenzulernen. Wenn einem das möglich ist und einem die Leute bei der Einführung auch wirklich unterstützend unter die Arme greifen, kommt man relativ schnell an und bei den Themen, die es anzupacken gilt, auch schneller in den Fluss. 

Ist es üblich, dass man sich als Direktorin in den Operationssaal begibt, um sich damit vertraut zu machen oder ist das Ihre spezielle Methode?

Es gibt sicher unterschiedliche Herangehensweisen, aber für mich ist es eine gute Art, das Haus schnell kennenzulernen. Ich kenne auch andere Kollegen, die es ähnlich gemacht haben, aber es gibt natürlich auch solche, die vor allem am Management von oben interessiert sind. Ich bin der Meinung, dass man, um die richtigen Entscheidungen zu fällen, zuerst auch verstehen muss wie ein Haus funktioniert. Ich habe jetzt zwar sechseinhalb Jahre in einer Rehaklinik gearbeitet, aber ein Akutspital ist noch einmal anders.

Sie haben von der Leitung der Klinik Valens mit rund 320 Mitarbeiter ins Liechtensteinische Landesspital mit rund 180 Mitarbeitern gewechselt. Das ist noch mal eine deutliche Reduktion. Was bedeutet ein kleineres Team für Ihre Arbeit als Direktorin?

Es ist wahrscheinlich etwas überschaubarer, aber es ist nicht unbedingt weniger komplex. Es gibt die verschiedenen Bereiche, die in sich als Subkulturen funktionieren. Zudem sind kleinere Teams oft noch anspruchsvoller, da diese stärker in sich verzahnt sind, als in einem unpersönlichen Grossbetrieb. Es ist für mich auch kein «Downsizing», denn ich konnte jetzt die Gesamtverantwortung für die Organisation übernehmen. Zuvor hatte ich die Stellvertretung der Geschäftsführung der Kliniken Valens inne und mit der Rehaklinik in Valens einen Standort geführt. Somit ist es für mich – unabhängig von der Grösse der Belegschaft – eine neue, reizvolle Aufgabe.

Sie haben die Leitung des Landesspitals in einer schwierigen Phase übernommen. Sinkende Patientenzahlen, Nachtragskredite, grössere Umbauten. Was hat Sie dazu bewegt diese Herausforderung anzunehmen und wussten Sie, worauf Sie sich einlassen?

Solche beruflichen Schritte überlegt man sich selbstverständlich sehr genau. Das Spannende an einer solchen Ausgangslage ist, dass sie auch ganz viele Chancen beinhaltet, etwas zu bewegen. Zementierte Strukturen, die immer schon so waren und immer so bleiben, sind weniger attraktiv. Das Landesspital hat viel Potenzial und ist gleichzeitig ein Haus mit 125-jähriger Tradition. Die – mal mehr und mal weniger – unruhigen Zeiten gehören ja schon fast dazu. Zudem zeigen die Debatten der vergangenen Jahre und die Regierung, die bis heute mehrheitlich hinter dem Landesspital steht, dass die Verankerung und der Rückhalt in der Bevölkerung nach wie vor gegeben ist.

 "Das A und O ist, dass wir das Vertrauen der zuweisenden Ärzte haben oder noch gewinnen können."

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(sa)

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