Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
(Foto: Paul Trummer)
Fasnacht
Liechtenstein|12.02.2018 (Aktualisiert am 14.02.18 08:33)

Schaaner Umzug: Ein Mix aus Silent Disco und Gugga-Lautstärke

SCHAAN - Die fehlende Lautstärke der Fasnachtswagen war am Sonntag erwartungsgemäss Hauptthema beim Schaaner Fasnachtsumzug. Dennoch war die Stimmung im Publikum gut.

(Foto: Paul Trummer)

SCHAAN - Die fehlende Lautstärke der Fasnachtswagen war am Sonntag erwartungsgemäss Hauptthema beim Schaaner Fasnachtsumzug. Dennoch war die Stimmung im Publikum gut.

Mit 1600 Teilnehmern, mehr als 50 Gruppen und einem ordentlichen Besucheraufmarsch, der sich im Rahmen der Vorjahre bewegte, war der Schaaner Fasnachtsumzug wieder einmal einer der grössten Events der närrischen Jahreszeit im Land. Das neue Reglement, das die Aussenbeschallung der Fasnachtswagen untersagte, wurde von etlichen Gruppen mehr oder weniger belustigt auf die Schippe genommen.

Geteilte Meinungen über Lautstärke

Gleich nachdem die Schaaner Plunderhüüsler mit voller Lautstärke voranmarschiert waren, folgte der erste schweigende Protestwagen. «Fasnacht Vaduz Schaan RIP 1953 – 2018» stand in grossen Lettern auf einer Tafel geschrieben. «93 Dezibel langen net, gäll. Grock und Gröckle machen Krach», stand dann auf einem ebenso schweigsamen Umzugswagen aus Schaan zu lesen. Dafür machten die Guggamusik Ratatätsch und die Luzerner Schlömpf davor und danach ordentlich Krach. Das war ja auch eines der Ziele der neuen Lautstärkenverordnung für die Fasnacht gewesen: Dass man die Guggamusiken wieder entsprechend hört und diese nicht von den
Aussenbeschallungslautstärken der Umzugswagen niedergetönt werden. «Manche habens früher schon etwas übertrieben», meint ein Zuschauer am Rande des Umzugs vor dem Schaaner SAL. Eine Zuschauerin widerspricht: «Das waren vielleicht ein oder zwei Wagen mit 18-Jährigen. Ohne Musik ist so ein Umzug kein Umzug. Von diesem Wagen wäre jetzt sicher ein tolles Seemannslied erklungen», meint die Dame weiter, als gerade das Vaduzer Narrenschiff «Johanna IV» auf der Strasse vorbeizieht. Ausserdem würden die Teilnehmer auf den Wagen ohnehin nach dem Umzug richtig Gas geben. «Da stimmt doch was nicht. Lautstärke erst nach dem Umzug.»
Die Räbagsechter aus Mauren nehmen den Lautstärkenstreit ironisch. Das Motto ihres Umzugswagens lautet «Silent Disco». Die Teilnehmer auf und hinter dem Wagen tragen Kopfhörer und beschallen sich damit nach innen – ob mit 93 Dezibel oder weniger ist natürlich am Stras-senrand nicht zu hören.

"Wir versuchen fürs
nächste Jahr eine Lösung
für alle zu finden."

Harry Hasler, Schaaner Narrenzunft

«Lärm» in Grossbuchstaben

Auch die Balzner Wagenbauer nehmen die Lautstärkenverordnung auf die Schippe und tragen hinter ihrem schweigsamen Wagen eine Tafel mit dem Wort «Lärm» in Grossbuchstaben. Man hört dann halt die Lautstärke vor dem geistigen Ohr, wenn man die Tafel liest. Einige Umzugsbesucher tragen auf ihrem Kostüm einen Aufkleber mit durchgestrichenem Lautstärkepegel und dem Schriftzug «Verbot der lauten Musik. Lauscht dem Rattern der Traktoren.» Darunter ist der Hashtag Music­isnotacrime zu lesen. Ob das nicht etwas übertrieben ist? «Wenn ich es ruhig haben will, bleibe ich zu Hause im Bett», meint ein Aufkleberträger. «Man sieht die Wagen, kennt die Leute drauf, aber die winken nur. Da geht doch Stimmung verloren.»
«Ich glaube, gerade Familien mit Kindern sind froh, wenn der Umzug nicht mehr so laut ist», versucht Harry Hasler von der Schaaner Fasnachtszunft die Situation zu entschärfen. Aber dass es in den vergangenen Tagen viel Kritik an der Lautstärkenverordnung gab, ist nicht abzustreiten. «Wir setzen uns nach der Fasnacht zusammen und versuchen, fürs nächste Jahr eine Lösung für alle zu finden», verspricht Harry Hasler.

1 / 35
(jm)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Vermischtes
Liechtenstein|12.02.2018 (Aktualisiert am 14.02.18 08:31)
Schaaner Umzug – Narrenzünfte drehen am Lautsträkeregler
Volksblatt Werbung