Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Wahlkampfteam einer Kandidatin im vergangenen Jahr. (Foto: Michael Zanghellini)
Fasnacht
Liechtenstein|10.02.2018 (Aktualisiert am 14.02.18 08:35)

Gemeinderatswahlen: "Bist du ein Malbuner, bist du es für immer"

MALBUN - Heute ist es wieder so weit. In der höchstgelegenen Gemeinde Liechtensteins wird erneut um jede Stimme gekämpft. Die Ergebnisse der heurigen Gemeinderatswahlen werden heute Abend im K-Bum in Malbun verkündet.

Wahlkampfteam einer Kandidatin im vergangenen Jahr. (Foto: Michael Zanghellini)

MALBUN - Heute ist es wieder so weit. In der höchstgelegenen Gemeinde Liechtensteins wird erneut um jede Stimme gekämpft. Die Ergebnisse der heurigen Gemeinderatswahlen werden heute Abend im K-Bum in Malbun verkündet.

Seit wann in Malbun gewählt wird oder welches die Ursprünge der ersten Wahlen waren, dass weiss man nicht so genau. Fakt ist: Die Fasnacht in Malbun, ohne die Gemeinderatswahlen, wäre keine richtige Fasnacht. So werden nun schon seit einigen Jahren, jedes Jahr am Fasnachtsamstag neue Gemeinderatsmitglieder gewählt, die das Malbun im darauffolgenden Jahr regieren dürfen. Deren Aufgaben sind jetzt schon vorbestimmt: «Jeder Gemeinderat ist dazu verpflichtet die Gemeinderatswahlen im nächsten Jahr auf die Beine zu stellen und geeignete Kandidaten für die verschiedenen Ämter zu finden», weiss Petra Miescher, die im Jahr 2017 selbst in den Gemeinderat gewählt wurde und dieses Jahr mitgeholfen hat die Wahlen unter dem Motto «Und ewig trinkt das Murmeltier» zu organisieren. Der Gemeinderat veranstalte ausserdem jedes Jahr die obligatorische «Bachräumung» und sorge an der Malbuner Kelbi mit einem grossen Stand für die Verpflegung der Hungrigen und Durstigen.

Einzigartiges Nominations- und Wahlverfahren

«Für den Malbuner Gemeinderat kann man sich nirgends bewerben und man wird auch nicht gefragt, ob man sich aufstellen lassen möchte», erzählt Miescher. Der amtierende Gemeinderat treffe sich einige Wochen vor der Fasnacht, um nach geeigneten Kandidaten Ausschau zu halten. Ausschlaggebendes Kriterium: «Umso bekannter und umso mehr man in Malbun ist, umso grösser die Chance, dass man nominiert wird.» Nominiert werden jeweils zwei Bürgermeisterkandidaten, zwei Weibel Kandidaten und jeweils 10 Gemeinderatskandidaten rechts und links vom Bach. Über die ausgewogene Verteilung der verschiedenen Ämter auf Frauen und Männer muss sich das Malbun keine Sorgen machen. «Wir wechseln ganz einfach ab. In einem Jahr werden zwei Bürgermeisterkandidatinnen und zwei Weibelkandidaten nominiert und im darauffolgenden Jahr wird das Ganze umgekehrt», so Miescher. Auch die Parteizugehörigkeit spiele bei den Wahlen eine grosse Rolle. Gemeint ist aber nicht die politische Ausrichtung, sondern der Standort des eigenen Domizils. «Die Kandidaten unterteilen sich in zwei Gruppen: rechts und links vom Bach und wollen im Gemeinderat natürlich die Mehrheit gewinnen», führt Miescher aus. Wenn die Nominierung geschafft ist, gilt es möglichst viele Stimmen zu gewinnen. Dafür müsse man aber vor Ort sein. Wenn sich ein Kandidat in den Gemeinderat manövriert habe, sich bei der Wahlverkündung aber nicht im K-Bum befinde, ist der Nächste auf der Liste der Glückliche. Aussergewöhnlich ist auch die Art wie die Nominierten von ihrer Aufstellung erfahren. Circa 3 Wochen vor dem Fasnachtswochenende verteilt der amtierende Gemeinderat Wahlplakate auf denen die Kandidaten vorgestellt werden. Die Nominierten erfahren also gleichzeitig wie alle anderen von ihrem Glück.

"Bestechungsversuche sind bei den Wahlen in Malbun fast schon ein Muss."

Plus-Artikel

Lies unsere digitalen Premiuminhalte

Sie erwarten 5 Absätze und 686 Worte in diesem Plus-Artikel.
(eo)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Artikel teilen

Nächster Artikel
Vermischtes
Liechtenstein|08.02.2018 (Aktualisiert am 08.02.18 12:46)
Das grosse Schlemmen vor der Fastenzeit
Volksblatt Werbung