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Archivfoto: Zanghellini
Fasnacht
Liechtenstein|06.02.2018 (Aktualisiert am 14.02.18 08:36)

"Zehn nackte Frisösen" ein Menschenrecht?

Der Pressechef der Narrenzunft Schaan kritisiert einzelne Umzugswagen, die am Vaduzer Umzug offenbar bewusst ein "Trauerzuggefühl" erzeugen wollten. Das vereinbarte Aussenbeschallungsverbot gelte nach wie vor auch am Schaaner Umzug.

Archivfoto: Zanghellini

Der Pressechef der Narrenzunft Schaan kritisiert einzelne Umzugswagen, die am Vaduzer Umzug offenbar bewusst ein "Trauerzuggefühl" erzeugen wollten. Das vereinbarte Aussenbeschallungsverbot gelte nach wie vor auch am Schaaner Umzug.

"Letztmals war die Fasnacht wegen des ersten Golfkrieges so im Fokus. Nun ist es die fehlende Aussenbeschallung an den Umzugswagen. Als ob das Hören von Schlagern wie 'Zehn nackte Frisösen' ein Menschenrecht ist", zeigt sich der Pressechef der Narrenzunft Schaan in einer Mitteilung verwundert ob der Berichterstattung im "Liechtensteiner Vaterland".

Schädler will die Fasnacht "retten"

Der "Vaterland"-Chefredaktor, Patrik Schädler, hatte am Montag in einem Kommentar auf der Titelseite den Vaduzer Fasnachtsumzug als "Trauermarsch" bezeichnet. "So ist es keine Fasnacht mehr", sei "eindeutig" die Meinung der Besucher gewesen.

Die Schaaner Narren hätten jedoch die Möglichkeit, "ihren Umzug zu retten" und die "Schnapsidee" zu verwerfen.

Diesen Wunsch des Chefredaktors hat das "Vaterland" dann gleich noch mittels einer Umfrage auf Facebook untermauert. Die Frage im Wortlaut: "Der Kinderumzug in Vaduz musste viel Kritik einstecken. Die Fasnachtsgesellschaft Vaduz setzte erstmals die neue Regel durch, dass auf den Umzugswagen keine Musik-Aussenbeschallung mehr erlaubt ist. Die Narrenzunft Schaan will diese Regel am Internationaler Fasnachtsumzug am Fasnachtssonntag ebenfalls umsetzen. Soll die Narrenzunft Schaan nach den Erfahrungen in Vaduz die neue Regel kippen?"

"Wir bitten die Wagengruppen, sich nicht quer zu stellen und mittels Innenbeschallung doch noch Umzugsstimmung aufkommen zu lassen."

Harry Hasler, Pressechef der Narrenzunft Schaan

Beschallung ist nicht komplett verboten

Es sei ja nicht so, dass gar keine Beschallung erfolgen darf, erklärt derweil Harry Hasler einmal mehr. "Jeder Wagen hat die Möglichkeit, den Innenraum mit 93 dB zu beschallen. Und das wurde auch so kommuniziert", stellt er klar. Leider gebe es aber Umzugswagen, die offenbar am Vaduzer Kinderumzug "bewusst auf diese Möglichkeit verzichtet haben, um ein Trauerzuggefühl zu erzeugen".

Die Narrenzunft Schaan gehöre ganz sicher nicht zu denen, die Jubel, Trubel, Heiterkeit verbieten wollen. Für den diesjährigen Schaaner Umzug gelte aber weiterhin das vereinbarte Aussenbeschallungsverbot. "Wir bitten die Wagengruppen, sich nicht quer zu stellen und mittels Innenbeschallung doch noch Umzugsstimmung aufkommen zu lassen. Wir wollen einen schönen und lebendigen Schaaner Umzug für alle", so Hasler. Ob das Verbot der Aussenbeschallung denn der Weisheit letzter Schluss war, werde man sicher nach der Fasnacht wissen.

Die Narrenzunft Schaan habe in den letzten Jahren einige Wagengruppen immer wieder darauf hingewiesen, die Aussenbeschallung auf ein akzeptables Mass zu begrenzen. "Es gab deswegen auch Reklamationen, von anderen Umzugsteilnehmern wie auch von zahlenden Zuschauern", verdeuticht Hasler. Da Zureden nicht geholfen habe und "wir von Zuschauern leben", hätten sich verschiedene Umzugsorganisatoren aus der Region über die Einschränkung der Musik auf den Fasnachtswagen verständigt.

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(ds)

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