Volksblatt Werbung
Wird das Gewaltproblem des Täters nicht behandelt, bleibt die Gefahr. (Foto: SSI)
Vermischtes
Liechtenstein|11.10.2017

Tätern helfen, um Opfer zu schützen

SCHAAN - In der Bewährungshilfe liebäugelt man mit der Einrichtung einer Stelle für Gewaltberatung, wie Leiter Josef Köck verrät. Bisher würden zwar die Opfer geschützt, das Gewaltproblem des Täters bleibe aber unbearbeitet und daher gefährlich.

Wird das Gewaltproblem des Täters nicht behandelt, bleibt die Gefahr. (Foto: SSI)

SCHAAN - In der Bewährungshilfe liebäugelt man mit der Einrichtung einer Stelle für Gewaltberatung, wie Leiter Josef Köck verrät. Bisher würden zwar die Opfer geschützt, das Gewaltproblem des Täters bleibe aber unbearbeitet und daher gefährlich.

In Liechtenstein enden Konflikte glücklicherweise äusserst selten tödlich – Friede, Freude, Eierkuchen herrscht deshalb trotzdem nicht. 19 Mal wurde die Landespolizei im vergangenen Jahr wegen häuslicher Gewalt alarmiert, die Dunkelziffer dürfte entsprechend höher sein. Gewalt spielt sich aber auch ausserhalb privater Mauern ab: Gemäss Kriminalstatistik kam es 2016 zu 71 Fällen von Körperverletzung.

Täter bagatellisiert mit der Zeit

Josef Köck, Leiter der Bewährungshilfe Liechtenstein, beobachtet dies mit Sorge. Zwar werde in Liechtenstein sehr viel getan, um das Opfer zu schützen: Er nennt etwa Einrichtungen wie die Infra, das Frauenhaus oder der Opferhilfestelle sowie die polizeilichen Instrumente der Wegweisung und  des  Betretungsverbotes, um Täter – zu 80 bis 90 Prozent sind dies Männer –  vom Opfer fernzuhalten. Umgekehrt geschehe aber nichts, damit Täter ihre Brutalität in den Griff bekämen. Unter Umständen ordne ein Gericht zwar eine Gewaltberatung an, bis zu einem solchen Urteil dauere es aber oftmals mehrere Wochen oder Monate. Dabei verstreicht wertvolle Zeit, wie Köck findet: «Das muss zeitnäher stattfinden, weil die Gefahr nicht gebannt ist. Denn kurz nach der Eskalation sind die Täter dafür noch offener, später bagatellisieren sie den Vorfall, suchen nach Entschuldigungen und delegieren Eigenverantwortung. Erreicht werden muss jedoch, dass sie ihr Gewaltproblem anerkennen, das  Schmerzen zufügt, Beziehungen zerstört sowie Angst und Verlierer hinterlässt.» Schliesslich würde durch eine Gewaltberatung auch das Opfer nachhaltiger  geschützt. 

Klinkenputzen angesagt

Dies möchte Köck ändern. Er hat ein Konzept zur Schaffung einer Gewaltberatungsstelle bei der Bewährungshilfe ausgearbeitet. Der Projektleiter hofft, dass das Land die Finanzierung übernimmt

Mehr dazu lesen Sie im „Volksblatt“ vom Mittwoch (11.10.2017).

(df)

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden

Nächster Artikel
Vermischtes
Liechtenstein|vor 1 Stunde (Aktualisiert vor 1 Stunde)
Zeugenaufruf nach Vandalismus an Motorroller
Volksblatt Werbung